Langeweile gehört zum Alltag von Kindern und Jugendlichen dazu. Sie ist nicht automatisch etwas Schlechtes, denn aus Leerlauf können neue Ideen, Gespräche und kreative Momente entstehen. Manchmal braucht eine Gruppe aber trotzdem einen kleinen Anstoß: im Ferienlager zwischen zwei Programmpunkten, an einem verregneten Nachmittag, in der Gruppenstunde, wenn die geplante Aktion schneller vorbei ist als gedacht, oder zu Hause, wenn Kinder und Jugendliche gerade nicht wissen, womit sie sich beschäftigen können.
Die folgenden 33 Ideen sind bewusst einfach gehalten, lassen sich aber gut ausbauen. Viele Aktionen funktionieren mit wenig Material, andere eignen sich als längerer Workshop, als Station in einer Spielstraße oder als gemeinsames Gruppenprojekt. Wichtig ist: Nicht jede Idee passt zu jedem Alter, jeder Gruppengröße und jeder Situation. Wählt aus, was zu euch, euren Räumen, euren Möglichkeiten und den Interessen der Kinder und Jugendlichen passt.
Wenn ihr noch mehr spontane Aktionen sucht, findet ihr im Jugendleiter-Blog auch 33 super-schnelle Aktionen für Kinder- und Jugendgruppen sowie 33 Ideen gegen Langeweile im Ferienlager.
Eine Kettenreaktion bauen
Eine Kettenreaktion ist eine tolle Beschäftigung, weil sie Kinder und Jugendliche sofort ins Tüfteln bringt. Die Aufgabe klingt einfach: Eine kleine Bewegung soll eine ganze Reihe weiterer Bewegungen auslösen. In der Praxis braucht es dafür Geduld, Genauigkeit und viele kleine Tests. Genau das macht die Idee so spannend.
Ihr könnt mit Dominosteinen starten, aber auch Bauklötze, Bücher, Murmeln, Becher, Holzstäbe, Papierrollen oder Spielzeugautos einbauen. Die Gruppe überlegt gemeinsam, wie der Start aussehen soll und was am Ende passieren soll. Vielleicht fällt ein Schild um, ein Ball rollt in ein Ziel oder eine kleine Glocke klingelt. Besonders motivierend ist es, wenn die Kinder und Jugendlichen in Kleingruppen einzelne Abschnitte bauen und diese am Ende zu einer großen Gesamtreaktion verbinden.
Achtet darauf, genug Zeit für Fehlversuche einzuplanen. Kettenreaktionen funktionieren selten beim ersten Mal. Genau darin liegt der pädagogische Wert: Die Gruppe lernt, Frust auszuhalten, Lösungen zu finden und gemeinsam dranzubleiben. Am Ende könnt ihr den erfolgreichen Durchlauf filmen und als Erinnerung festhalten. Wer mehr kreative Projektideen sucht, kann auch in die 10 Projekt-Ideen für die Kindergruppe schauen.
Eine Radtour machen
Eine Radtour bringt Bewegung, frische Luft und gemeinsame Erlebnisse zusammen. Damit sie gut gelingt, sollte sie vorher sauber geplant werden. Klärt, ob alle Kinder und Jugendlichen ein verkehrssicheres Fahrrad und einen passenden Helm haben, ob die Strecke zur Gruppe passt und ob genügend Begleitpersonen dabei sind. Gerade bei jüngeren Kindern ist eine kurze, sichere Strecke oft besser als eine lange Tour.
Macht aus der Radtour nicht nur eine Fahrt von A nach B, sondern eine kleine Entdeckungstour. Die Kinder und Jugendlichen können unterwegs besondere Orte fotografieren, Naturfundstücke suchen, Wegmarkierungen entdecken oder kleine Aufgaben lösen. Eine Pause mit Getränken, Obst oder einem Picknick macht die Aktion runder und gibt der Gruppe Zeit zum Ankommen.
Eine schöne Variante ist eine Mitbestimmungs-Tour: Die Gruppe darf vorab zwischen zwei oder drei möglichen Zielen wählen. So wird die Aktivität nicht nur gegen Langeweile genutzt, sondern auch zu einer Übung in Partizipation. Weitere Bewegungs- und Tourenideen findet ihr in der Gruppenstunden-Idee: Sport und in den 20 Tagesausflügen für Kinder- und Jugendgruppen.
Malen nach Zahlen
Malen nach Zahlen eignet sich besonders gut für ruhige Phasen. Viele Kinder und Jugendliche mögen daran, dass sie nicht bei null anfangen müssen. Das Bild ist schon angelegt, die Farben sind vorgegeben und trotzdem entsteht nach und nach ein eigenes Kunstwerk. Das kann gerade für Kinder hilfreich sein, die sich beim freien Malen schnell unsicher fühlen.
Ihr könnt fertige Vorlagen nutzen oder eigene einfache Motive vorbereiten. Für Gruppenstunden bietet es sich an, ein großes gemeinsames Bild in mehrere Felder aufzuteilen. Jedes Kind gestaltet einen Abschnitt, am Ende werden alle Teile zusammengesetzt. So entsteht ein Gruppenbild, das im Gruppenraum aufgehängt werden kann.
Achtet darauf, dass die Aktion nicht zu leistungsorientiert wird. Es geht nicht darum, möglichst sauber oder perfekt zu malen. Kinder und Jugendliche dürfen Farben tauschen, Muster ergänzen oder eigene Details einbauen. Wer mehr kreative Impulse sucht, findet in der Themenwelt Kunst & Kreativität in der Jugendarbeit weitere passende Ideen.
Seifenblasen-Wettflug
Seifenblasen faszinieren fast jedes Alter. Für einen Seifenblasen-Wettflug braucht ihr nur Seifenblasenlösung, etwas Platz im Freien und möglichst wenig Gedränge. Die Kinder und Jugendlichen stellen sich an einer Startlinie auf und lassen ihre Seifenblasen gleichzeitig oder nacheinander steigen. Dann wird beobachtet: Welche Blase fliegt am weitesten? Welche bleibt am längsten in der Luft? Welche schimmert besonders schön?
Damit es nicht nur ein Wettbewerb wird, könnt ihr verschiedene Runden einbauen. In einer Runde geht es um die größte Seifenblase, in einer anderen um die höchste, in einer dritten um die langsamste. Kinder, die nicht gerne gegeneinander antreten, können Beobachtungsaufgaben übernehmen oder eine Seifenblasen-Galerie beschreiben: Welche Form, Farbe oder Flugbahn fällt besonders auf?
Eine nachhaltigere Variante ist es, die Seifenblasenmaschine oder große Seifenblasenstäbe selbst zu bauen. Dazu passt der Beitrag Video: eine Seifenblasen-Maschine basteln. Für Gruppen, die gerne experimentieren, lohnt sich außerdem der Blick in die Natur-Experimente für Gruppenstunde und Ferienfreizeit.
Limonade herstellen
Selbstgemachte Limonade ist eine einfache Aktion, die sich gut mit Gesprächen über Geschmack, Ernährung, Sommer oder Nachhaltigkeit verbinden lässt. Ihr braucht Wasser oder Sprudelwasser, Zitronen oder anderes Obst, Kräuter wie Minze oder Melisse und nach Bedarf etwas Zucker, Honig oder Sirup. Wichtig ist, dass die Kinder und Jugendlichen selbst probieren und entscheiden dürfen: Soll die Limonade saurer, süßer, fruchtiger oder frischer werden?
In Kleingruppen können verschiedene Limonaden-Sorten entstehen. Eine Gruppe mixt Zitronen-Minz-Limo, eine andere Beeren-Limo, eine dritte Gurken-Limetten-Wasser. Anschließend gibt es eine kleine Verkostung. Statt eine Sieger-Limonade zu küren, könnt ihr Kategorien nutzen: besonders erfrischend, besonders kreativ, besonders schön angerichtet oder besonders überraschend.
Achtet bei Lebensmitteln auf Allergien, Unverträglichkeiten und Hygiene. Schneidearbeiten sollten altersgerecht begleitet werden. Die Idee passt wunderbar in Sommeraktionen; weitere saisonale Anregungen findet ihr in der Themenwelt Sommer in der Jugendarbeit.
Kresse pflanzen
Kresse wächst schnell und ist deshalb ideal für Kinder und Jugendliche, die zeitnah ein Ergebnis sehen möchten. Ihr braucht kleine Töpfe, leere Joghurtbecher, Eierkartons oder flache Schalen, dazu Watte oder Erde, Kressesamen und Wasser. Die Gefäße können vorher gestaltet werden: mit Namen, Mustern, kleinen Botschaften oder einem Gruppensymbol.
Die Aktion lässt sich gut mit Beobachtung verbinden. In der ersten Gruppenstunde wird gesät, in den folgenden Tagen oder beim nächsten Treffen wird geschaut: Wo wächst schon etwas? Welche Schale wurde besonders gut gepflegt? Was braucht eine Pflanze, damit sie wachsen kann? Daraus kann schnell ein Gespräch über Geduld, Verantwortung und Fürsorge entstehen.
Für ältere Kinder und Jugendliche könnt ihr daraus ein kleines Experiment machen. Eine Gruppe stellt die Kresse ans Fenster, eine andere in den Schatten, eine dritte gießt wenig, eine vierte mehr. Anschließend wird verglichen, was passiert. Passende Vertiefung bietet der Beitrag Natur-Experimente für die Gruppenstunde und Ferienfreizeit.
Zeichentrickfilm drehen
Ein eigener Zeichentrick- oder Stop-Motion-Film ist eine Beschäftigung, die Kreativität, Technik und Teamarbeit verbindet. Kinder und Jugendliche entwickeln zuerst eine kurze Geschichte. Diese sollte nicht zu kompliziert sein: Eine Figur verliert etwas, zwei Gegenstände erwachen zum Leben, ein Tier erlebt ein Mini-Abenteuer oder die Gruppe erzählt eine witzige Alltagsszene.
Danach werden Figuren und Hintergründe vorbereitet. Das geht mit Papier, Knete, Spielfiguren, Bauklötzen oder Alltagsmaterial. Für Stop-Motion wird nach jeder kleinen Bewegung ein Foto gemacht. Am Ende werden die Bilder mit einer App oder einem Schnittprogramm zu einem Film verbunden. Wichtig ist ein stabiler Kamerastand, damit das Bild nicht ständig wackelt.
Gebt Rollen in der Gruppe: Regie, Kamera, Figurenbewegung, Ton, Kulissenbau und Sprecher*innen. So können sich auch Kinder und Jugendliche beteiligen, die nicht vor der Kamera stehen möchten. Eine ausführlichere Anleitung findet ihr im Beitrag Projekt: Stop-Motion-Film drehen. Für größere Filmprojekte passt auch Mit Kindern einen Film drehen.
Alte Spielklassiker
Spielklassiker funktionieren oft deshalb so gut, weil die Regeln schnell erklärt sind und viele Kinder und Jugendliche sie zumindest ungefähr kennen. Dazu gehören Kartenspiele wie Mau-Mau, Würfelspiele wie Kniffel, Brettspiele wie Mensch ärgere dich nicht oder einfache Denkspiele wie Stadt, Land, Fluss.
Damit es nicht langweilig wird, könnt ihr bekannte Spiele neu erfinden. Aus Stadt, Land, Fluss wird zum Beispiel „Ferienlager, Essen, Tier, Superkraft, peinlicher Moment“. Aus Mau-Mau wird eine Gruppenvariante, bei der jede Karte mit einer kleinen Aufgabe verbunden ist. Bei Mensch ärgere dich nicht darf die Gruppe eigene Sonderfelder entwickeln.
Spannend ist auch eine Generationenrunde: Fragt Eltern, Großeltern, ehemalige Leiter*innen oder ältere Jugendliche, welche Spiele sie früher gespielt haben. Die Kinder und Jugendlichen testen die Spiele und bewerten sie: Was ist heute noch lustig? Was müsste verändert werden? So wird aus einer Beschäftigungsidee ein kleiner Blick in Spielkultur und Gruppengeschichte.
Das Floß aus Korken
Aus Korken lassen sich kleine Flöße bauen, die anschließend in einer Wanne, einem Planschbecken, einer Regentonne oder einem Bach getestet werden können. Wichtig ist, Natur und Gewässer zu schützen. Nutzt am besten eine kontrollierte Wasserfläche, bei der kein Material verloren geht. Korken, Schnüre, Zahnstocher, kleine Holzstäbe, Papiersegel und Gummibänder reichen als Material meistens aus.
Zuerst überlegen die Kinder und Jugendlichen, was ein Floß stabil macht. Dann bauen sie ihre Modelle und testen sie. Schwimmt das Floß? Kippt es um? Trägt es eine kleine Figur oder einen Stein? Muss es breiter, leichter oder besser verbunden werden? So entsteht nebenbei ein kleines Experiment zu Auftrieb und Stabilität.
Für Gruppen wird daraus ein kooperativer Wettbewerb: Welche Kleingruppe baut das stabilste Floß? Welches Floß hat das kreativste Segel? Welches sieht am lustigsten aus? Achtet darauf, nicht nur Geschwindigkeit zu bewerten, sondern unterschiedliche Stärken sichtbar zu machen.
Nicht-Lachen-Challenge
Die Nicht-Lachen-Challenge ist einfach erklärt: Eine Person erzählt einen Witz, macht eine Grimasse oder liest eine lustige Frage vor. Die anderen versuchen, ernst zu bleiben. Wer lachen muss, bekommt entweder einen Punkt oder wechselt die Rolle. Wichtig ist, dass die Challenge freundlich bleibt. Niemand wird ausgelacht, bloßgestellt oder zu etwas gedrängt.
Für Kinder eignen sich harmlose Scherzfragen, lustige Tierwitze oder Quatschbegriffe. Jugendliche können zusätzlich eigene Mini-Szenen, absurde Nachrichten oder improvisierte Werbespots erfinden. Ihr könnt vorher klare Grenzen setzen: keine Witze über Aussehen, Herkunft, Religion, Behinderung, Armut, Geschlecht oder persönliche Schwächen. Humor soll verbinden und nicht verletzen.
Eine schöne Variante ist die Team-Challenge: Zwei Gruppen sammeln vorher Witze und treten dann gegeneinander an. Noch mehr Material findet ihr in den 333 Scherzfragen für Kinder und bei den Quizfragen für Kinder.
Knete herstellen
Knete selbst herzustellen ist eine kreative Aktion, die besonders an Regentagen gut funktioniert. Die Kinder und Jugendlichen erleben, dass sie ein Spielmaterial nicht fertig kaufen müssen, sondern es selbst machen können. Das ist günstig, praktisch und lässt sich gut mit Farben, Düften oder Themen verbinden.
Bereitet die Zutaten vor und besprecht vorher die Sicherheitsregeln, vor allem wenn heißes Wasser verwendet wird. Jüngere Kinder sollten nicht allein mit kochendem Wasser arbeiten. Wenn die Knete fertig ist, können daraus Figuren, Tiere, Fantasiewesen, Landschaften oder kleine Spielszenen entstehen. Gebt der Gruppe ein Thema, zum Beispiel „Unterwasserwelt“, „Traumstadt“, „Monsterfamilie“ oder „mein perfekter Spielplatz“.
Die fertigen Werke können fotografiert, ausgestellt oder für Stop-Motion-Filme genutzt werden. Eine konkrete Anleitung findet ihr im Beitrag Video: Knete selber machen. Als Alternative passt auch Basteln mit Salzteig.
Das Fotopuzzle
Ein Fotopuzzle verbindet Erinnerungen und Beschäftigung. Ihr könnt ein Gruppenfoto, ein Bild vom Ferienlager, ein selbst gemaltes Motiv oder ein Foto aus der Umgebung verwenden. Das Bild wird ausgedruckt, auf Pappe geklebt und anschließend in Puzzleteile geschnitten. Je nach Alter der Kinder können die Teile größer oder kleiner sein.
Für Gruppenstunden ist es schön, wenn die Kinder und Jugendlichen das Motiv selbst auswählen. Vielleicht fotografieren sie vorher Dinge im Gruppenraum, besondere Orte auf dem Gelände oder kleine Details, die sonst niemand beachtet. Daraus entsteht ein Such- und Puzzle-Spiel: Welche Gruppe erkennt das Motiv zuerst? Wer setzt es am schnellsten zusammen? Wer findet heraus, wo das Foto aufgenommen wurde?
Ihr könnt das Fotopuzzle auch als Einstieg in eine Reflexion nutzen. Nach einer Freizeit puzzelt die Gruppe ein Erinnerungsbild zusammen und erzählt dabei, was sie mit diesem Moment verbindet. So wird eine einfache Beschäftigung zu einer Methode, mit der Erlebnisse noch einmal sichtbar werden.
Fensterscheiben bemalen
Fensterbilder bringen schnell Farbe in den Gruppenraum. Nutzt dafür nur Farben, die sich sicher wieder entfernen lassen, und testet sie vorher an einer kleinen Stelle. Alternativ könnt ihr auf Klarsichthüllen, Folien oder Papier malen und die Bilder anschließend ans Fenster hängen. Das ist oft einfacher, sauberer und für viele Räume besser geeignet.
Ein gemeinsames Thema hilft, damit nicht jede*r einfach irgendwo malt. Im Frühling können Blumen, Tiere und Sonnenstrahlen entstehen, im Herbst Blätter und Laternen, im Winter Schneeflocken oder Lichter. Für Gruppen bietet sich ein großes gemeinsames Panorama an: Jede Person gestaltet ein Element, am Ende ergibt alles zusammen ein großes Fensterbild.
Ihr könnt die Aktion auch als Willkommensprojekt nutzen. Neue Kinder und Jugendliche gestalten ein kleines Symbol, das dann sichtbar im Gruppenraum bleibt. Eine passende Bastelidee ist die Gummibärchen-Fenstermalfarbe. Weitere kreative Anregungen findet ihr bei den Bastelideen für Kinder.
Ein Karaoke-Wettbewerb
Karaoke bringt Stimmung in die Gruppe, sollte aber so gestaltet sein, dass sich niemand blamiert fühlt. Nicht alle Kinder und Jugendlichen singen gerne allein vor anderen. Deshalb sind Gruppenauftritte, Duette oder Playback-Performances oft die bessere Wahl. Wer nicht singen möchte, kann Moderation, Licht, Jury, Technik, Plakatgestaltung oder Applaus-Team übernehmen.
Legt gemeinsam Regeln fest: Es geht nicht um perfekte Stimmen, sondern um Mut, Spaß, Kreativität und Unterstützung. Bewertet deshalb lieber Kategorien wie „größter Teamgeist“, „lustigste Performance“, „beste Bühnenidee“ oder „mutigster Auftritt“. So werden verschiedene Fähigkeiten sichtbar.
Achtet bei Liedern auf altersgerechte Texte und darauf, dass niemand wegen Musikgeschmack ausgelacht wird. Eine gute Variante ist ein Wunschzettel: Die Kinder und Jugendlichen schlagen Songs vor, das Leitungsteam prüft sie und stellt daraus eine Playlist zusammen. Weitere Ideen findet ihr in der Gruppenstunden-Idee: Musik.
Ein Picknick machen
Ein Picknick wirkt simpel, kann aber für Kinder und Jugendliche ein echtes Highlight sein. Es verändert den Ort, den Rhythmus und die Stimmung. Statt am Tisch zu sitzen, liegt die Gruppe auf Decken, teilt Essen und kommt ins Gespräch. Das funktioniert im Park, auf einer Wiese, im Wald, am See oder auch im Gruppenraum als Indoor-Picknick.
Plant gemeinsam, wer was mitbringt. Achtet auf Allergien, vegetarische oder vegane Optionen, religiöse Essgewohnheiten und ausreichend Getränke. Kinder und Jugendliche können Obstspieße vorbereiten, Brote belegen, Dips mischen oder kleine Snackboxen gestalten. Verpackungsmüll lässt sich reduzieren, wenn ihr Dosen, Trinkflaschen und wiederverwendbares Geschirr nutzt.
Aus dem Picknick kann ein kleines Programm entstehen: eine Vorleserunde, ein Wiesen-Bingo, ein Naturquiz, eine Komplimente-Runde oder ein ruhiges Gespräch über die Woche. Für Sommeraktionen passt die Themenwelt Sommer in der Jugendarbeit gut als Vertiefung.
Der Blumenkranz
Ein Blumenkranz muss nicht aus echten Blumen bestehen. Gerade aus Nachhaltigkeitsgründen ist es oft sinnvoller, mit Papier, alten Zeitschriften, Stoffresten, Eierkartons oder Naturmaterialien zu arbeiten, die bereits am Boden liegen. So wird nichts unnötig abgerissen und die Kinder und Jugendlichen lernen, achtsam mit der Natur umzugehen.
Bereitet einen Ring aus Pappe vor oder lasst die Gruppe selbst einen Kranz aus Draht, Papierstreifen oder Karton gestalten. Dann werden Blüten ausgeschnitten, bemalt, gefaltet oder geklebt. Wer möchte, kann zusätzlich Wörter einbauen: Was soll in unserer Gruppe wachsen? Freundschaft, Mut, Vertrauen, Humor, Ruhe, Zusammenhalt?
Der fertige Blumenkranz kann an die Tür des Gruppenraums gehängt werden oder als Mitte für eine Gesprächsrunde dienen. Besonders schön ist die Aktion im Frühling, zu Festen, für Willkommensrunden oder als Dekoration im Ferienlager. Weitere kreative Ideen findet ihr in der Themenwelt Kunst & Kreativität in der Jugendarbeit.
Vögel beobachten
Vögel zu beobachten braucht Ruhe und Aufmerksamkeit. Genau deshalb ist die Idee ein guter Gegenpol zu lauten Spielen. Geht mit der Gruppe in einen Park, Wald oder auf eine Wiese und nehmt, wenn möglich, Ferngläser, Bestimmungsbücher oder eine kindgerechte Vogel-App mit. Wichtig ist: Die Tiere werden nicht gestört, nicht verfolgt und nicht gefüttert, wenn ihr nicht sicher seid, dass es sinnvoll ist.
Gebt den Kindern und Jugendlichen Beobachtungsaufgaben. Welche Farben seht ihr? Welche Geräusche hört ihr? Fliegen die Vögel allein oder in Gruppen? Sitzen sie eher oben in den Bäumen oder am Boden? Jüngere Kinder können Strichlisten machen, ältere können versuchen, Arten zu bestimmen oder Vogelstimmen zu unterscheiden.
Aus der Beobachtung kann später ein Kreativteil entstehen. Die Gruppe malt den Vogel, den sie gesehen hat, schreibt eine kleine Vogelgeschichte oder baut ein Informationsplakat. Passende Vertiefungen sind das Gruppenstunden-Programm: Waldtiere und die Wald-Schnitzeljagd für Kinder.
Google Earth
Mit Google Earth oder ähnlichen Karten-Tools können Kinder und Jugendliche Orte entdecken, ohne den Gruppenraum zu verlassen. Das eignet sich besonders für Regentage, Weltreise-Mottos oder Gespräche über Heimat, Urlaub, Sehnsuchtsorte und globale Zusammenhänge. Ihr könnt gemeinsam berühmte Orte besuchen, den eigenen Ort von oben anschauen oder eine digitale Reise planen.
Achtet dabei auf Datenschutz und Privatsphäre. Private Wohnadressen sollten nicht ungefragt in der Gruppe gezeigt werden. Besser sind öffentliche Orte: Schulen nur, wenn es passend ist, Sehenswürdigkeiten, Parks, Zeltplätze, Städte, Landschaften oder bekannte Naturorte. Kinder und Jugendliche können jeweils einen Ort auswählen und kurz erklären, warum er sie interessiert.
Eine schöne Variante ist die digitale Gruppenreise: Jede Kleingruppe bekommt einen Kontinent oder ein Land und sucht drei Orte, die sie den anderen zeigen möchte. Danach gestaltet ihr eine Karte oder ein Plakat. Für ein größeres Thema passt das Weltreise-Programm für 7 Ferienlager-Tage.
Nachrichten im Haus
Kleine Nachrichten können eine Gruppe stärken. Die Kinder und Jugendlichen schreiben freundliche Botschaften, Rätsel, Mini-Aufgaben oder Komplimente auf Zettel und verstecken sie im Gruppenraum, im Haus oder auf einem sicheren Gelände. Wer eine Nachricht findet, darf sie behalten, weitergeben oder an eine gemeinsame Pinnwand hängen.
Wichtig ist, dass die Botschaften wertschätzend bleiben. Gebt Beispiele vor: „Schön, dass du da bist“, „Du hast heute jemandem geholfen“, „Such dir eine Person und sag ihr Danke“, „Mach jemandem ein ehrliches Kompliment“. So wird aus einer Suchaktion eine Übung für positive Kommunikation.
Ihr könnt daraus auch ein stilles Spiel machen. Jede Person zieht heimlich einen Namen und schreibt für diese Person eine freundliche Nachricht. Achtet dabei darauf, dass wirklich alle eine Botschaft bekommen. Eine passende Vertiefung ist das Gruppenstunden-Modul zum Tag der Komplimente.
Flaschenpost verschicken
Die klassische Idee, eine Flaschenpost in ein Gewässer zu werfen, ist aus Umweltgründen nicht zu empfehlen. Glas, Plastik, Papier und Verschlüsse können verloren gehen, Tiere gefährden und Müll verursachen. Trotzdem lässt sich die Grundidee wunderbar nutzen: als symbolische Flaschenpost im Gruppenraum, im Ferienlager oder zwischen zwei Gruppen.
Nehmt eine saubere Flasche, ein Glas mit Schraubdeckel oder eine gebastelte Papierflasche. Die Kinder und Jugendlichen schreiben Nachrichten an ihr Zukunfts-Ich, an eine andere Gruppe, an die nächste Generation im Ferienlager oder an Menschen, denen sie Mut machen möchten. Die Flaschenpost wird nicht in die Natur geworfen, sondern bewusst übergeben, versteckt oder zu einem späteren Zeitpunkt wieder geöffnet.
Sehr schön ist eine Zeitkapsel-Variante: Jede Person schreibt auf, was sie sich für die Gruppe wünscht. Die Flasche wird verschlossen und bei einem späteren Treffen wieder geöffnet. So bleibt die poetische Idee erhalten, ohne der Umwelt zu schaden.
Nicecream
Nicecream ist eine einfache Eis-Alternative aus gefrorenen Bananen. Die Bananen werden in Stücke geschnitten, eingefroren und später mit etwas Milch, Pflanzendrink oder Joghurt cremig gemixt. Dazu passen Beeren, Kakao, Nussmus, Vanille oder Zimt. Die Aktion ist ideal für warme Tage und zeigt Kindern und Jugendlichen, dass leckere Snacks nicht kompliziert sein müssen.
Achtet auch hier auf Allergien und Unverträglichkeiten. Nicht alle mögen Banane, manche vertragen Milchprodukte nicht, andere dürfen bestimmte Nüsse nicht essen. Stellt deshalb verschiedene Zutaten bereit und lasst die Kinder und Jugendlichen eigene Kombinationen entwickeln.
Aus der Nicecream-Aktion kann eine kleine Eisdielen-Gruppenstunde entstehen. Eine Gruppe mixt, eine gestaltet Sortenschilder, eine dekoriert den Ausgabebereich und eine erfindet Namen für die Sorten. Auch hier sollte nicht nur „die leckerste“ Sorte gewinnen. Kreativität, Teamwork und gute Präsentation zählen genauso.
Sachspenden
Ausmisten kann mehr sein als Aufräumen. Wenn Kinder und Jugendliche Spielsachen, Bücher, Kleidung oder Bastelmaterial sortieren, können sie lernen, bewusster mit Dingen umzugehen. Wichtig ist, dass niemand gedrängt wird, persönliche Gegenstände abzugeben. Spenden sollte freiwillig bleiben.
In einer Gruppenstunde könnt ihr gemeinsam überlegen: Was brauchen wir wirklich? Was liegt nur herum? Was kann repariert, getauscht, weitergegeben oder kreativ umgenutzt werden? Anschließend können gut erhaltene Dinge an eine passende Einrichtung gespendet werden. Klärt vorher, was wirklich gebraucht wird, damit keine gut gemeinte Müllverlagerung entsteht.
Eine schöne Variante ist ein Tauschtisch in der Gruppe. Kinder und Jugendliche bringen Dinge mit, die sie nicht mehr nutzen, und andere dürfen sie mitnehmen. Übrig gebliebenes wird sinnvoll weitergegeben. Das passt gut zu Nachhaltigkeit, Verantwortung und sozialem Lernen. Mehr Ideen findet ihr in der Themenwelt Nachhaltigkeit.
Mein Wunscheinkaufszettel
„Stellt euch vor, ihr dürftet in einem Geschäft alles kaufen, was ihr wollt: Was steht auf eurem Einkaufszettel?“ Diese Frage wirkt zunächst wie ein einfaches Gedankenspiel, kann aber zu spannenden Gesprächen führen. Kinder und Jugendliche schreiben oder malen ihren Wunschzettel und stellen ihn anschließend vor.
Danach könnt ihr die Idee vertiefen. Welche Dinge sind echte Bedürfnisse? Was wäre nur kurz spannend? Was kann man teilen, leihen, tauschen oder selbst machen? Welche Wünsche kosten gar kein Geld? So wird aus einer Fantasieaufgabe ein Gespräch über Konsum, Werte und Lebensqualität.
Für jüngere Kinder kann der Einkaufszettel bunt und spielerisch bleiben. Ältere Kinder und Jugendliche können zusätzlich ein Budget bekommen und überlegen, wie sie es sinnvoll einsetzen würden. Eine weitere Variante ist der Gruppeneinkaufszettel: Was würden wir kaufen, wenn wir unseren Gruppenraum schöner, gemütlicher oder inklusiver gestalten möchten?
Ich bin …
Verkleidungsspiele regen Fantasie und Rollenspiel an. Bei „Ich bin …“ wählen die Kinder und Jugendlichen eine Rolle: ein Tier, eine Märchenfigur, ein Beruf, ein Fantasiewesen, eine Superheldin, ein Forscher, eine Königin, ein Roboter oder etwas völlig Eigenes. Dann überlegen sie, wie sich diese Figur bewegt, spricht und verhält.
Achtet darauf, Rollen nicht klischeehaft oder abwertend umzusetzen. Verkleidungen sollen niemanden lächerlich machen und keine Gruppen von Menschen stereotyp darstellen. Besser sind kreative Rollen, die Eigenschaften erforschen: mutig wie ein Löwe, neugierig wie eine Forscherin, leise wie ein Schatten, freundlich wie ein Dorfpostbote.
Aus der Idee kann ein kleines Theater entstehen. Jede Person stellt ihre Rolle kurz vor, danach treffen sich alle Figuren in einer improvisierten Szene: im Zauberwald, auf einem Raumschiff, in einer Stadt ohne Langeweile oder bei einer geheimen Versammlung. So wird die Fantasie der Kinder und Jugendlichen ernst genommen und spielerisch weiterentwickelt.
Murmelbahn aus Küchenrollen
Leere Küchen- und Klopapierrollen sind perfektes Baumaterial für Murmelbahnen. Dazu braucht ihr außerdem Klebeband, Scheren, Pappe, Kartons, Bücher oder Stühle als Stützen und natürlich Murmeln. Die Kinder und Jugendlichen bauen Bahnen mit Kurven, Gefälle, Tunneln und Auffangstationen.
Die Herausforderung liegt darin, die Bahn so zu bauen, dass die Murmel wirklich bis zum Ende rollt. Dafür müssen Winkel verändert, Übergänge stabilisiert und Hindernisse angepasst werden. Diese Idee fördert räumliches Denken, Kreativität und Zusammenarbeit, ohne dass es wie Lernen wirkt.
Für Gruppen könnt ihr verschiedene Aufgaben stellen: Baut die längste Bahn, die langsamste Bahn, eine Bahn mit mindestens drei Richtungswechseln oder eine Bahn, bei der am Ende ein Geräusch ausgelöst wird. Achtet darauf, dass alle mitbauen können und nicht eine Person die ganze Konstruktion übernimmt. Am Ende darf jede Gruppe ihre Bahn präsentieren.
Spielzeuge waschen
Spielzeuge zu waschen klingt unspektakulär, kann aber besonders für jüngere Kinder eine sehr konzentrierte und sinnliche Beschäftigung sein. In einer Wanne mit warmem Wasser, etwas milder Seife, Lappen, Bürsten und Handtüchern werden Figuren, Fahrzeuge, Bausteine oder wasserfeste Spielsachen gereinigt.
Die Aktion lässt sich gut in Rollenspiele einbetten. Aus dem Waschtisch wird eine Spielzeug-Werkstatt, eine Autowaschanlage, ein Tierpflegezentrum oder ein Krankenhaus für Kuscheltiere. Die Kinder übernehmen Aufgaben: waschen, abtrocknen, sortieren, reparieren, untersuchen oder wieder einräumen.
Achtet darauf, elektronische Spielsachen, empfindliche Materialien und Kuscheltiere nur dann zu reinigen, wenn es wirklich passt. Hygiene kann hier spielerisch aufgegriffen werden: Warum waschen wir Dinge? Was fühlt sich sauber an? Wie gehen wir gut mit gemeinsamen Materialien um? Nebenbei wird der Gruppenraum gepflegt und die Kinder erleben, dass Aufräumen nicht nur Pflicht, sondern auch Spiel sein kann.
Yoga
Yoga und einfache Entspannungsübungen können Kindern und Jugendlichen helfen, zur Ruhe zu kommen. Gerade nach lauten Spielen, langen Schultagen oder intensiven Programmpunkten tut ein ruhiger Gegenpol gut. Wichtig ist, Yoga niedrigschwellig und ohne Leistungsdruck anzuleiten. Niemand muss besonders gelenkig sein oder eine Übung perfekt ausführen.
Sucht einfache Positionen aus, die zu Alter und Körpergefühl der Gruppe passen. Tierhaltungen funktionieren für Kinder oft gut: Katze, Hund, Schmetterling, Baum oder Kobra. Jugendliche mögen manchmal eher ruhige Dehnungen, Atemübungen oder kurze Achtsamkeitsimpulse. Bietet immer Alternativen an, damit alle mitmachen können.
Achtet auf eine angenehme Atmosphäre: Matten oder Decken, ruhige Musik, genug Abstand und klare Freiwilligkeit. Wer nicht mitmachen möchte, kann still beobachten oder eine Pause machen. Mehr Ideen findet ihr in der Gruppenstunden-Idee: Achtsamkeit, in der Themenwelt Entspannung und im Modul Wohlfühl-Stunde.
Natur-Tipi
Ein Natur-Tipi kann im Wald oder auf einer Wiese entstehen, sollte aber immer naturverträglich gebaut werden. Nutzt nur Äste, die bereits am Boden liegen, und beschädigt keine lebenden Bäume, Sträucher oder Moospolster. In Schutzgebieten oder sensiblen Bereichen solltet ihr vorher klären, was erlaubt ist. Das Tipi sollte außerdem stabil genug sein, dass niemand durch herunterfallende Äste verletzt wird.
Die Kinder und Jugendlichen sammeln geeignetes Material und überlegen gemeinsam, wie ein Unterschlupf entsteht. Es geht nicht darum, ein perfektes Bauwerk zu schaffen, sondern um Teamarbeit, Planung und Naturerfahrung. Wer hält die Äste? Wer sucht Material? Wer prüft die Stabilität? Wer gestaltet den Eingang?
Eine schöne Erweiterung ist eine kleine „Tipi-Stadt“ aus Miniaturmaterialien. Statt große Äste zu bewegen, bauen die Kinder kleine Naturhäuser für Fantasiewesen aus Zapfen, Blättern und Stöckchen. Achtet auch hier darauf, am Ende alles wieder zurückzubauen. Für weitere Naturideen passen die Waldspiele und die Wald-Schnitzeljagd für Kinder.
Der Boden ist Lava
„Der Boden ist Lava“ ist ein Klassiker, der sofort Bewegung in die Gruppe bringt. Eine Person ruft den Satz, und alle müssen sich innerhalb weniger Sekunden auf einen sicheren Ort retten: eine Bank, einen Baumstumpf, eine Decke, einen markierten Kreis oder einen anderen vereinbarten Bereich. Wichtig ist, vorher klare Sicherheitsregeln festzulegen. Keine gefährlichen Sprünge, keine Autos, keine rutschigen Mauern und keine Orte, an denen etwas kaputtgehen kann.
Ihr könnt das Spiel draußen, im Gruppenraum oder in der Turnhalle spielen. Statt echter Gegenstände könnt ihr auch Matten, Zeitungen oder Seile als „sichere Inseln“ nutzen. Für jüngere Kinder reichen einfache Runden. Für ältere Kinder und Jugendliche könnt ihr Zusatzaufgaben einbauen: Alle müssen gemeinsam auf eine kleine Insel passen, niemand darf allein bleiben oder die Gruppe muss eine Rettungskette bilden.
So wird aus einem Bewegungsspiel auch ein Kooperationsspiel. Die Kinder und Jugendlichen achten aufeinander, helfen sich und finden gemeinsam Lösungen.
Hörbücher und Kakao
Manchmal ist gegen Langeweile nicht noch mehr Aktion nötig, sondern eine bewusste Pause. Hörbücher und Kakao schaffen eine ruhige, gemütliche Atmosphäre. Legt Decken und Kissen bereit, dimmt das Licht, stellt Getränke bereit und sucht gemeinsam eine Geschichte aus. Wer keinen Kakao mag oder trinken darf, bekommt Tee, Wasser oder eine andere Alternative.
Wichtig ist, die Gruppe nicht einfach nur „abzustellen“. Macht aus der Hörbuchzeit ein Ritual: Erst wird der Raum vorbereitet, dann gibt es einen kurzen Einstieg, danach wird gehört. Anschließend können die Kinder und Jugendlichen erzählen, welche Szene sie besonders mochten, welche Figur sie spannend fanden oder wie die Geschichte weitergehen könnte.
Eine kreative Erweiterung ist ein Hörbild: Während des Hörens malen die Kinder leise ein Bild zur Geschichte. Oder die Gruppe nimmt später selbst eine kleine Hörgeschichte auf. Passende Texte und Ideen findet ihr im Bereich Geschichtenund bei den Fantasiereisen.
Papier schöpfen
Papier schöpfen braucht etwas Vorbereitung, ist aber eine sehr schöne Aktion für Nachhaltigkeit und Kreativität. Aus altem Papier entsteht neues Papier. Kinder und Jugendliche erleben ganz praktisch, dass Material nicht sofort Müll sein muss. Ihr braucht alte Zeitungen oder Papierreste, Wasser, eine Wanne, einen Mixer oder Pürierstab, ein Schöpfsieb und Tücher.
Die Papiermasse wird vorbereitet, ins Wasser gegeben und mit dem Sieb herausgehoben. Danach wird das neue Papier vorsichtig abgetupft und getrocknet. In die Masse können getrocknete Blüten, kleine Papierschnipsel oder Farbreste gegeben werden. So entstehen individuelle Blätter für Karten, Einladungen, Lesezeichen oder kleine Botschaften.
Plant genug Zeit zum Trocknen ein. Papier schöpfen ist keine Fünf-Minuten-Aktion, sondern eignet sich eher als Workshop oder Stationsangebot. Eine ausführlichere Anleitung findet ihr im Beitrag Papier selber schöpfen.
Mit Kreide malen
Straßenmalkreide ist ein einfaches Material mit vielen Möglichkeiten. Kinder und Jugendliche können Bilder, Parcours, Spielfelder, Labyrinthe, Hüpfkästchen, Rennstrecken oder ganze Fantasiestädte auf den Boden malen. Wichtig ist ein sicherer Ort ohne Verkehr, zum Beispiel ein Hof, ein Schulhof, ein Spielplatzbereich oder eine ruhige Fläche, auf der Kreide erlaubt ist.
Statt nur frei zu malen, könnt ihr kleine Aufgaben stellen. Malt einen Weg durch den Dschungel. Erfindet ein neues Hüpfspiel. Zeichnet euren Traum-Gruppenraum von oben. Gestaltet ein Komplimente-Feld, auf dem jede Person ein positives Wort ergänzt. So verbindet ihr Kreativität, Bewegung und Gruppengefühl.
Eine schöne Variante ist ein Kreide-Parcours: Die Kinder und Jugendlichen müssen Linien folgen, über Felder springen, sich drehen, balancieren oder kleine Aufgaben lösen. Noch mehr Anregungen findet ihr in den 10 Spielen mit Straßenmalkreide für Kinder und Jugendliche.
Ein Lagerfeuer
Ein Lagerfeuer kann ein wunderbarer Abschluss für eine Gruppenstunde, einen Ferienlagertag oder einen besonderen Abend sein. Gleichzeitig braucht Feuer klare Regeln, gute Vorbereitung und verantwortliche Aufsicht. Klärt vorher, ob Feuer an eurem Ort erlaubt ist, ob eine geeignete Feuerstelle vorhanden ist und welche Sicherheitsvorgaben gelten. Wasser, Sand oder ein anderes Löschmittel sollten immer bereitstehen.
Die Kinder und Jugendlichen können beim Sammeln von geeignetem Holz helfen, aber nur unter Anleitung. Verwendet kein behandeltes Holz und achtet darauf, dass niemand zu nah am Feuer sitzt oder mit Stöcken herumfuchtelt. Wenn ihr Stockbrot, Marshmallows oder andere Snacks zubereitet, braucht ihr ausreichend lange Stöcke und klare Abstände.
Pädagogisch kann ein Lagerfeuer mehr sein als Essen und Wärme. Ihr könnt Lieder singen, Geschichten erzählen, eine Dankesrunde machen, Wünsche für die nächste Gruppenstunde sammeln oder den Tag gemeinsam ausklingen lassen. Praktische Vertiefungen findet ihr in den Tipps für das perfekte Lagerfeuer und bei den Snacks aus dem Lagerfeuer.
Fazit: Langeweile als Chance nutzen
Langeweile muss nicht sofort weggeschoben werden. Manchmal zeigt sie, dass Kinder und Jugendliche eine Pause brauchen, dass ein Programm zu eng getaktet war oder dass Raum für eigene Ideen fehlt. Gleichzeitig ist es hilfreich, als Jugendleiter*in ein paar einfache, flexible Aktionen parat zu haben, die schnell funktionieren und trotzdem mehr bieten als reine Beschäftigung.
Die 33 Ideen in diesem Artikel lassen sich klein halten oder zu größeren Gruppenstunden ausbauen. Sie können kreativ, ruhig, laut, draußen, drinnen, kooperativ, nachhaltig oder bewegungsreich sein. Entscheidend ist, dass ihr die Kinder und Jugendlichen beteiligt: Lasst sie auswählen, mitplanen, verändern und eigene Varianten erfinden. So wird aus Langeweile nicht nur ein Problem, sondern oft der Anfang einer richtig guten gemeinsamen Aktion.







Es gibt unzählige interessante Möglichkeiten. Langeweile lässt sich immer bekämpfen; man braucht nur den Willen, etwas dagegen zu unternehmen.