Mit diesen Reflexions-Methoden könnt Ihr die Gruppenstunde sinnvoll abschließen

Die Reflexion stellt auch in den Gruppenstunden eine wichtige Methode dar um zu erkennen, welche Dinge positiv angenommen wurden oder wie Verbesserungen angegangen werden können. Bewertungen sind für euch wichtig, denn nur so könnt ihr erkennen, ob ihr die richtigen Maßnahmen erfolgreich umgesetzt habt. Daher solltet Ihr die Stunde noch einmal Revue passieren lassen. Sowohl die eigene Handlungsweise im pädagogischen Sinne, lässt sich dabei aufarbeiten und analysieren, als auch der Gemütszustand der Teilnehmer verstehen. Ihr könnt verschiedene Methoden anwenden, um das Ziel zu erreichen. Wir stellen euch an diesem Punkt einige Reflexions-Methoden vor, die euch als Inspiration für mögliche Aufarbeitungen dienen können.

1. Analyse des Energiepegels am Ende der Gruppenstunde

Wenn Ihr eine einfache Methode zur Reflexion verwenden möchtet, die sowohl Kinder, als auch Jugendliche gleichermaßen verstehen, könnt ihr das Messen des Energiepegels einführen. Ein unsichtbarer Energiepegel soll dabei anzeigen, wie viel Kraft die einzelnen Teilnehmer am Ende der Stunde noch besitzen oder wie fordernd die Gruppenstunde für die einzelnen Personen war. Dabei kann das Messen des Energiepegels grafisch dargestellt werden. An einer Tafel oder Flipchart zeichnen die Kinder oder Jugendlichen ihr persönliches Empfinden ein. Dies kann eine Skala von 1 bis 10 darstellen oder lediglich eine bestimmte Farbe. Eine andere Möglichkeit ist es, die Hand ausgestreckt in die Luft zu halten und den Abstand von Hand zu Boden zu nutzen, um den Energiepegel zu bestimmen. Der Gruppenleiter sollte dabei selbst die erste Person sein, die den Energiepegel darstellt.

2. Bewegungsanalyse in der Gruppe

Die Reflexion kann auch mit der Ausführung von Bewegungsabläufen für alle eine gute Möglichkeit sein, die Gruppenstunde ausklingen und Revue passieren zu lassen. Dabei wird der Reihe nach eine Person ausgewählt, die mit Ihrer Körperstellung aussagen soll, wie sie die Stunde empfunden hat. Die anderen Teilnehmer müssen die Körperfigur nachmachen und versetzen sich auf diese Weise in das Empfinden des Teilnehmers oder der Teilnehmerin. Anschließend wird die Figur erklärt und darüber gesprochen, ob und inwieweit die Teilnehmer das Körpergefühl nachempfinden können.

3. Mit Stift und Blatt die Gedanken notieren

Vor allem schüchterne Kinder und Jugendliche profitieren von dieser Methodik der Reflexion. Jeder Teilnehmer erhält einen Stift und ein Blatt. Jetzt sollen Wünsche, Gedanken, Anregungen oder Ängste notiert werden, die in Zusammenhang mit der Gruppenstunde stehen. Dabei bietet es sich auch an, spezielle Fragen zu stellen, die von den Kindern und Jugendlichen kurz und schriftlich festgehalten werden. Solch eine Frage könnte sich beispielsweise darum drehen, welche Fähigkeiten die Kinder in der Stunde erlernt haben, was sie besonders ansprechend fanden oder was weniger positiv aufgenommen wurde. Zum Schluss der Stunde können die Antworten auf die Fragen der Reihe nach vorgelesen werden. Wenn Ihr möchtet, könnt ihr die Gedanken auf den Blättern auch im Gruppenraum aufhängen.

4. Reflektiertes Malen und Basteln

Gebt hierfür den Kindern etwa 30 bis 45 Minuten Zeit und stellt Blätter, Stifte, Pappe, Schere und Kleber zur Verfügung. Jeder Teilnehmer der Stunde sollte nun seine Gedanken in Form eines Bildes oder eines gebastelten Objektes umsetzen. Dabei spielt nicht die Schönheit des Ergebnisses eine Rolle. Viel mehr sollten die Gefühle an die Stunde in Form von kreativen Erzeugnissen zum Ausdruck gebracht werden. Nach der Fertigstellung werden alle Exemplare im Gruppenkreis analysiert. Es empfiehlt sich dabei mit der ganzen Gruppe über die einzelnen Objekte oder Bilder zu diskutieren und zum Schluss jeweils den Teilnehmer, der das Objekt gebastelt oder gemalt hat, nach seiner Aussage zu befragen.

5. Reflexion durch Ja/Nein-Karten

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Mit einfachen Ja- und Nein-Karten lassen sich ebenfalls aufschlussreiche Ergebnisse erzielen. Die Methode geht nicht zu sehr ins Detail, benötigt aber weniger Vorbereitung und kann auch bei wenig Zeit umgesetzt werden. Hierfür nutzt Ihr selbstgebastelte Karten mit den Wörtern “Ja” und “Nein”, die auf den Boden gelegt werden. Jetzt lassen sich unterschiedliche Abläufe umsetzen. So können die Kinder und Jugendliche in der Gruppe gemeinsam ihre Reflexion analysieren. Wenn Ihr entsprechende Fragen stellt, stellen sich die Teilnehmer einfach zu den jeweiligen “Ja” oder “Nein” Karten. Die Reflexions-Methode mit den Karten kann dabei auch individuell angewendet werden. Dabei bekommt jeder Teilnehmer je eine Ja- und eine Nein-Karte und kann damit auf eure entsprechenden Fragen reagieren. Hierbei wird zunächst nicht tiefer auf die Aussagen eingegangen, es lässt sich jedoch zum Abschluss der Gruppenstunde gezielt auf die jeweiligen Antworten eingehen. Ihr könnt gemeinsam, bei mehrheitlichen Ja oder Nein-Antworten darüber sprechen, weshalb das Ergebnis so ausgefallen ist.

6. Die Koffer-Reflexion

Jedes Kind kennt das Kofferpacken-Spiel. Mit dieser Möglichkeit werden die wesentlichen Inhalte des Kurses aufgenommen und in einen unsichtbaren Koffer gelegt. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer soll dabei sagen, welche positiven Aspekte er in seinen unsichtbaren Koffer verstaut. Ihr könnt euch auch darauf festlegen, dass beispielsweise nur die negativen Aspekte der Gruppenstunde in den Koffer verstaut werden. Eine Abwandlung ist es, den Inhalt des Koffers aufzumalen. Insbesondere für Kinder bietet sich diese Reflexion an. Ihr könnt auch bereits vorgefertigte Vorlagen nutzen, so dass die Kinder einfach nur noch den Inhalt des Koffers aufzeichnen müssen. Dies erspart euch viel Zeit und fokussiert den Blick für das wesentliche, denn viele Kinder werden andernfalls Zeit damit verbringen, einen möglichst schönen Koffer zu malen. In der Regel solltet Ihr für diese Methode nicht mehr als einer Viertelstunde anvisieren, im Bedarfsfall, mit anschließendem Gespräch, kann dieser Vorgang aber auch bis zu 45 Minuten ablaufen.

7. Das “Eine-Minute-Papier”

Wenn es einmal schnell gehen muss, bietet sich diese Lösung für die Reflexion eurer Gruppenstunde an. Dabei kann vor allem in der Schnelligkeit die größtmögliche Essenz liegen. Empfehlenswert ist dieser Vorgang eher für Jugendliche, da hier schnelle Antworten auf ein Stück Papier geschrieben werden sollen. Jeder Teilnehmer erhält Papier und Stift. Wenn ihr noch mehr Zeit sparen möchtet, fertigt ihr die Zettel bereits im Vorfeld an und lässt die Jugendlichen nur noch die Antworten zu den Fragen eintragen. Dies können Fragen sein wie, “Was hast du aus dieser Gruppenstunde für dich persönlich mitgenommen?”, “Wie fühlst du dich?” oder “Welches Thema ist für dich zu kurz gekommen?”. Die Jugendlichen bekommen nun exakt eine Minute Zeit, die jeweiligen Fragen auf das Blatt zu schreiben. In der Kürze liegt die Würze und so werdet ihr schnell erkennen, dass die knappen Antworten meist sogar aufschlussreicher sind, als vertiefte Analysen die sich von dem eigentlichen Grundgedanken der Reflexion immer weiter weg bewegen.

8. Der klassische Fragebogen

Auch der klassische Fragebogen empfiehlt sich eher für Jugendlich, als für Kinder. Ihr solltet die Fragebögen daher bereits vorgefertigt mitbringen und gebt den Jugendlichen anschließend knapp 20 Minuten Zeit, um über die Fragen nachzudenken und den Fragebogen auszufüllen. Ihr könnt jetzt selbst entscheiden, ob ihr die Fragebögen innerhalb der Gruppe auswerten möchtet oder ob die Bögen lediglich für euch selbst eine Bewertung abgeben sollen. Auf diese Weise könnt ihr auch jugendliche besser verstehen lernen, die bislang eher ruhig waren und ihre Gedanken kaum nach außen getragen haben.

9. Klebespiel mit Vorlage

Ihr entwerft ein Plakat-Motiv. Dies kann ein leeres Theater mit Bühne sein, ein Restaurant mit leeren Plätzen oder eine Rennstrecke ohne Publikum und Teilnehmer. Die Jugendlichen oder Kinder erhalten von euch nun eine Auswahl verschiedener Figuren. Dies können, im Fall der Rennstrecke, schnelle und langsame Fahrer sein, das gähnende Publikum oder applaudierende Zuschauer oder gar Gewinner und Verlierer. Das Ziel dieser Methode ist es herauszufinden, wo sich die Kinder und Jugendlichen nach dem Ende der Gruppenstunde stehen sehen. Ihr solltet den Kindern daher genau erklären, dass jede Figur eine gewisse Bedeutung hat. Fragt zum Schluss nach, warum die jeweilige Person sich für die entsprechende Figur entschieden hat. Wenn Ihr diese Methodik oft einsetzen wollt, solltet ihr die Figuren und Plätze mit Klett markieren. Dadurch können die Figuren schnell und sicher wieder vom Plakat gelöst werden und das Plakat kann für die Reflexion einer weiteren Stunde noch einmal eingesetzt werden.

10. Positiver Zettel auf dem Rücken für den Nachhauseweg

Hierbei dreht sich alles um die positive Rückmeldung der Gruppenstunde. Wer möchte, darf jeder einzelnen Person in der Gruppenstunde, auch der Gruppenleitung, einen Zettel mit einer positiven Botschaft auf den Rücken kleben. Dies können erfreuliche Sprüche sein wie “Gut gemacht!”, “Weiter so.” oder “Heute warst du aber besonders nett.”. Die positiven Botschaften geben den Kindern und Jugendlichen Motivation mit auf den Weg nach Hause. Negative Botschaften sollten hierbei ausgeschlossen werden. Die Methode eignet sich optimal, um auch positives Feedback aus der Gruppenstunde zu sammeln.

Daniel
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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