7 Erntedank-Spiele für Kinder und Jugendliche

Erntedank ist mehr als ein Termin im Kalender zwischen Spätsommer und Herbstferien. Es ist eine Einladung, mit euren Gruppen innezuhalten und zu fragen, was eigentlich alles da sein muss, damit ein Apfel auf dem Tisch landet oder ein Brot gebacken werden kann. Gerade weil das Fest vielen Kindern heute weniger geläufig ist als Weihnachten oder Ostern, lohnt es sich, ihnen über spielerische Zugänge einen eigenen Bezug dazu zu ermöglichen – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Die folgenden sieben Spiele eignen sich für Gruppenstunden, Freizeiten oder Erntedank-Aktionen im Gemeinde- oder Vereinskontext. Sie kombinieren Bewegung, Sinneserfahrung und Nachdenklichkeit und lassen sich mit wenig Aufwand vorbereiten.

1. Ernte-Wettlauf

Bei diesem klassischen Staffelspiel treten zwei oder mehr Teams gegeneinander an. Am Start liegt für jede Gruppe ein Korb, am anderen Ende des Raumes oder der Wiese wartet eine Sammlung aus Obst- und Gemüse-Attrappen (oder echtem, unbeschädigtem Fallobst). Nacheinander läuft ein Kind los, hebt ein „Erntegut“ auf, trägt es zurück in den eigenen Korb und tippt das nächste Kind ab. Gewonnen hat, wessen Korb zuerst eine festgelegte Menge enthält.

  • Material: zwei bis vier Körbe, Obst- und Gemüseattrappen oder Fallobst, Startlinie markieren
  • Dauer: ca. 15 Minuten
  • Variante: Statt auf Tempo zu laufen, muss jedes Kind sein Erntegut balancieren – auf einem Löffel, einem Tablett oder dem Kopf. Das nimmt Wettbewerbsdruck heraus und bringt mehr Lachen ins Spiel.

2. Fühlbox-Ernte

Eine Kiste oder ein Karton mit einem Sichtschlitz und Armlöchern wird mit verschiedenen Feldfrüchten, Nüssen, Kastanien oder Gemüsesorten befüllt. Reihum ertastet jedes Kind blind ein Objekt und beschreibt, was es fühlt, bevor es einen Tipp abgibt, um welche Frucht es sich handelt. Das Spiel schärft die Sinne für Dinge, die im Alltag oft nur schnell im Einkaufskorb landen.

  • Material: Karton oder Kiste mit zwei Armlöchern, verschiedene Feldfrüchte und Gemüse, Tuch zum Abdecken
  • Dauer: ca. 10–15 Minuten
  • Facilitator-Tipp: Wählt bewusst auch weniger bekannte Sorten wie Pastinaken, Topinambur oder Mangold aus. Das eröffnet ein kurzes Gespräch darüber, wie viel Vielfalt es abseits von Standard-Supermarktgemüse gibt.

Inklusion: Diese Fühlbox-Runde funktioniert unabhängig von Sehvermögen, Lesefähigkeit oder Sprachkenntnissen sehr gut, da sie ganz auf Tasten und Beschreiben setzt. Achtet bei Kindern mit motorischen Einschränkungen darauf, die Armlöcher groß genug zu gestalten oder alternativ ein Tuch über die Hände zu legen.

3. Dankbarkeits-Kette

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Die Gruppe sitzt im Kreis. Ein Wollknäuel wird von Kind zu Kind geworfen, wobei jede*r vor dem Weiterwerfen einen Satz ergänzt: „Ich bin dankbar für …“. Das kann sich auf Essen beziehen, aber auch auf Menschen, Orte oder ganz kleine Alltagsdinge. Am Ende ist ein Netz aus Fäden entstanden, das sichtbar macht, wie viele unterschiedliche Dinge in der Gruppe als wertvoll empfunden werden.

  • Material: ein Wollknäuel
  • Dauer: ca. 10 Minuten
  • Variante: Statt eines gesprochenen Satzes kann jedes Kind sein „Dankeschön“ auch auf einen kleinen Zettel schreiben oder malen, der anschließend an einer Wäscheleine im Gruppenraum aufgehängt wird.

4. Erntedank-Memo mit echten Sinneseindrücken

Statt Bildkarten braucht ihr für dieses Memo-Spiel kleine, blickdichte Döschen (z. B. undurchsichtige Trinkbecher), die paarweise mit demselben Geruch befüllt werden: Zimt, getrocknete Apfelstücke, Nüsse, Heu, frische Kräuter. Die Kinder riechen an zwei Döschen und müssen anhand des Geruchs das passende Paar finden.

  • Material: mindestens 8 blickdichte Döschen, jeweils paarweise befüllt mit duftenden Naturmaterialien
  • Dauer: ca. 15 Minuten
  • Facilitator-Tipp: Bereitet die Döschen am besten schon einen Tag vorher vor, damit sich der Duft richtig entfalten kann.

5. Rette die Ernte (Kooperationsspiel)

Ein Teil der Gruppe stellt sich als „Wetter“ auf (symbolisiert durch weiche Bälle, die vorsichtig zugeworfen werden), während der Rest als „Erntehelfer*innen“ möglichst viele Tücher oder Wäscheklammern als „Ernte“ von einer Leine oder einem Seil abnehmen muss, bevor das Wetter sie „trifft“. Wichtig ist: Das Spiel gewinnt nicht ein Team gegen das andere, sondern die ganze Gruppe gemeinsam gegen die Zeit.

  • Material: ein Seil oder eine Wäscheleine, Tücher oder Wäscheklammern als „Ernte“, weiche Bälle
  • Dauer: ca. 15–20 Minuten
  • Variante: Baut eine Zeitbegrenzung ein und lasst die Gruppe nach jeder Runde kurz besprechen, wie sie sich beim nächsten Versuch besser absprechen kann.

6. Marktplatz der Wertschätzung

Jedes Kind bekommt eine kleine Karte mit einer Feldfrucht oder einem Nahrungsmittel (z. B. „Kartoffel“, „Honig“, „Weizen“) und muss sich im Raum eine andere Person suchen, die eine dazu „passende“ Karte hat – zum Beispiel, weil beides zusammen eine Mahlzeit ergibt oder weil eines aus dem anderen hergestellt wird. In der gefundenen Zweiergruppe wird kurz überlegt, wer oder was alles daran beteiligt war, dass diese Lebensmittel überhaupt auf dem Tisch landen konnten.

  • Material: vorbereitete Karten mit Lebensmitteln, ggf. Zettel und Stifte für die Kurzgespräche
  • Dauer: ca. 15–20 Minuten
  • Facilitator-Tipp: Sammelt am Ende ein paar Ergebnisse im Plenum. Häufig kommen dabei Berufe und Zusammenhänge zur Sprache, die den Kindern vorher nicht bewusst waren – von der Landwirtschaft über den Transport bis zur eigenen Küche.

Nachhaltigkeit: Dieses Spiel eignet sich hervorragend als Einstieg in ein Gespräch darüber, wie viele Stationen ein Lebensmittel durchläuft, bevor es bei uns ankommt, und warum Wertschätzung und bewusster Umgang mit Nahrung damit zusammenhängen.

7. Erntedank-Schatzsuche mit Spendenaktion

Verteilt im Gelände oder Gruppenraum kleine Zettel mit Rätselfragen rund um Ernte, Herbst und Dankbarkeit. Jede richtig gelöste Frage bringt der Gruppe ein „Erntestück“ (z. B. eine Karte mit einem Obst- oder Gemüsesymbol) ein. Am Ende wird ausgezählt, wie viel die Gruppe gemeinsam „geerntet“ hat – und dieser symbolische Ertrag kann direkt mit einer echten Aktion verbunden werden, etwa einer kleinen Spendensammlung für die örtliche Tafel oder ein Kinderheim.

  • Material: vorbereitete Rätselzettel, Symbolkarten, ggf. eine Spendendose
  • Dauer: ca. 30–40 Minuten
  • Variante: Statt einzelner Rätsel könnt ihr auch eine klassische Schnitzeljagd mit Hinweisen von Station zu Station gestalten.

Weitere Impulse für die kalte Jahreszeit findet ihr in der Themenwelt Herbst, und wer die Erntedank-Idee mit einer größeren sozialen Aktion verbinden möchte, findet in unserem Beitrag zur Erntedank-Aktion weitere Anregungen.

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Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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