Martinsumzug mit der Gruppe organisieren & gestalten

Leuchtende Laternen, Lieder in der Dunkelheit und am Ende ein warmes Getränk: Ein Martinsumzug gehört für viele Kinder zu den schönsten Momenten im Herbst. Damit der Abend für alle ein gutes Erlebnis wird, braucht es aber etwas Vorbereitung, denn ihr bewegt euch mit einer Gruppe im Dunkeln durch den öffentlichen Raum. In diesem Ratgeber erfahrt ihr, worauf ihr bei Planung, Sicherheit und Genehmigung achten solltet und wie ihr den Umzug so gestaltet, dass Kinder und Jugendliche nicht nur mitlaufen, sondern mitgestalten.

Frühzeitig planen

Je nach Größe eures Umzugs braucht ihr unterschiedlich viel Vorlauf. Ein kleiner Laternenspaziergang eurer Gruppe über Gehwege und durch einen Park ist meist unkompliziert. Sobald ihr aber mit vielen Menschen auf der Straße unterwegs seid, Straßen gesperrt werden müssen oder ein Martinsfeuer geplant ist, müsst ihr den Umzug bei der Stadt oder Gemeinde anmelden. Die Fristen und zuständigen Stellen unterscheiden sich von Ort zu Ort, deshalb lohnt sich ein Anruf beim Ordnungsamt schon mehrere Wochen vorher.

Klärt außerdem, ob eure Aktivität über euren Träger versichert ist. In Verbänden, Kirchengemeinden und Vereinen ist das meist der Fall, eine kurze Nachfrage gibt aber Sicherheit. Schaut auch, ob es in eurem Ort schon einen Umzug gibt. Manchmal ist es sinnvoller, sich mit der Kita, der Grundschule oder der Gemeinde zusammenzutun, als eine eigene Veranstaltung aufzuziehen.

Die Route festlegen

Eine gute Route ist nicht zu lang, gut beleuchtet und möglichst frei von großen Straßen. Für jüngere Kinder reicht eine kurze Strecke völlig aus, denn mit Laterne in der Hand, Liedern und Pausen dauert alles länger als gedacht. Lauft die Strecke vorher einmal im Dunkeln ab. So seht ihr, wo es zu dunkel ist, wo Stolperfallen lauern und an welchen Stellen ihr Straßen überqueren müsst.

Plant Start und Ziel so, dass dort genug Platz für alle ist und es eine Möglichkeit zum Aufwärmen und für Toiletten gibt. Ideal sind Orte wie ein Gemeindehaus, ein Schulhof oder ein Platz mit Überdachung, falls das Wetter nicht mitspielt.

Sicherheit und Aufsichtspflicht

Im Dunkeln mit einer Gruppe unterwegs zu sein, stellt besondere Anforderungen an die Aufsicht. Plant genügend Betreuer*innen ein und verteilt sie bewusst: eine Person vorne, eine am Ende und weitere entlang der Gruppe. Gerade an Straßenübergängen braucht ihr Ordner*innen, die den Verkehr im Blick haben. Warnwesten für das Team machen euch für Autofahrer*innen sichtbar, und reflektierende Bänder oder Leuchtarmbänder helfen dabei, auch die Kinder gut zu erkennen.

Vereinbart vorher klare Absprachen: Wo ist der Treffpunkt, wenn jemand verloren geht? Wer hat die Telefonliste der Eltern? Wer trägt die Erste-Hilfe-Tasche? Bei jüngeren Kindern ist es oft sinnvoll, wenn Eltern mitlaufen. Klärt dann aber, ob die Aufsicht bei den Eltern oder bei euch liegt, damit es keine Missverständnisse gibt.

Sicherheitshinweis Feuer: Kerzen in Papierlaternen sind eine echte Brandgefahr, besonders bei jüngeren Kindern und Wind. Elektrische Laternenstäbe mit LED sind die sicherere Wahl. Fackeln gehören nur in die Hände von Jugendlichen oder Erwachsenen, die eingewiesen sind, und brauchen Abstand zu Laternen und Kleidung. Ein Martinsfeuer braucht in der Regel eine Genehmigung, Löschmittel vor Ort und häufig die Begleitung durch die Feuerwehr.

Sicherheitshinweis Pferd: Eine Reiterin als Sankt Martin ist ein Höhepunkt, aber nur mit erfahrener Person und ruhigem, verkehrsgewohntem Pferd. Haltet ausreichend Abstand zwischen Pferd und Kindern und klärt vorher, wie das Tier versichert ist.

Kinder und Jugendliche gestalten mit

Ein Martinsumzug wird lebendiger, wenn die Gruppe ihn nicht nur besucht, sondern selbst gestaltet. Kinder können entscheiden, welche Lieder gesungen werden, ihre Laternen selbst basteln und an einer Station etwas vorführen. Jugendliche übernehmen gern Verantwortung: als Fackelträger*innen, als Ordner*innen an Kreuzungen, als Darsteller*innen für die Mantelszene oder als Team, das am Ziel den Punsch ausschenkt.

Setzt euch dafür einige Wochen vorher mit der Gruppe zusammen und sammelt Ideen. Wie soll der Umzug ablaufen? Welche Stationen wünschen sich alle? Wer möchte welche Aufgabe übernehmen? So entsteht ein Umzug, der wirklich der eigene ist.

Den Ablauf gestalten

Ein stimmiger Umzug hat einen klaren Anfang, einen Weg mit kleinen Höhepunkten und einen gemeinsamen Abschluss. Zum Auftakt könnt ihr die Martinsgeschichte kurz erzählen oder als Szene spielen. Unterwegs bieten sich zwei oder drei Haltepunkte an, an denen ihr ein Lied singt, ein Gedicht vortragt oder ein kurzes Licht-Ritual gestaltet. Achtet darauf, nur Lieder zu wählen, die viele kennen, oder verteilt vorher kleine Liedzettel mit den Titeln, damit alle mitsingen können.

Am Ziel steht das Teilen im Mittelpunkt. Klassisch werden Weckmänner oder Martinsbrezeln geteilt, die ihr zuvor gemeinsam backen könnt. Ihr könnt auch eine Spendenaktion an den Umzug koppeln, etwa eine Sammelbox für die örtliche Tafel oder eine Kleidersammlung für eine Kältehilfe.

Tipp: Bei jüngeren Kindern reicht ein Umzug mit wenigen Stationen und viel Singen. Jugendliche finden es oft spannender, wenn sie eine moderne Version der Mantelszene entwickeln oder ein eigenes Element einbringen, zum Beispiel eine Lichtinstallation am Ziel.

Nachhaltig feiern

Auch ein Martinsumzug kann ressourcenschonend sein. Bastelt Laternen aus Upcycling-Material statt Fertiglaternen zu kaufen, nutzt wiederaufladbare Batterien für die Laternenstäbe und schenkt Getränke in Mehrwegbechern aus. Bittet die Familien, eigene Tassen mitzubringen, und bietet Punsch und Kakao mit Bio- und Fairtrade-Zutaten an.

Eltern gut informieren

Schickt den Familien rechtzeitig alle wichtigen Infos: Treffpunkt, Uhrzeit, Ende und Abholort, Hinweise zu warmer Kleidung und Laternen sowie die Kontaktnummer der Leitung für den Abend. Erwähnt auch, ob ihr Fotos macht und wie ihr damit umgeht. Wer nicht fotografiert werden möchte, sollte das vorher sagen können.

Checkliste für euren Martinsumzug

  • Umzug bei Stadt oder Gemeinde angemeldet, falls nötig
  • Versicherungsschutz über den Träger geklärt
  • Route im Dunkeln abgelaufen und auf Barrierefreiheit geprüft
  • genügend Betreuer*innen und Ordner*innen eingeteilt
  • Warnwesten, Leuchtbänder und Taschenlampen besorgt
  • Erste-Hilfe-Tasche und Notfallnummern dabei
  • Elternliste mit Telefonnummern ausgedruckt
  • LED-Laternenstäbe und Ersatzbatterien bereit
  • Feuer, Fackeln und Pferd nur mit Genehmigung und Absprache
  • Liedauswahl, Stationen und Mantelszene geplant
  • Getränke, Mehrwegbecher und Gebäck zum Teilen organisiert
  • Elternbrief mit allen Infos verschickt
  • Plan B für schlechtes Wetter überlegt

morgen
31. Oktober
Saisonaler Tipp

Halloween

Bereite eine gruselige Gruppenstunde vor und bringe deinen Teilnehmer*innen den schauderhaften Zauber von Halloween näher. Egal ob mit Spielen, Rätseln oder kreativen Ideen – schaffe unvergessliche Erlebnisse und lass die Halloween-Stimmung lebendig werden.

Halloween-Spiele, Deko & Grusel
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Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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