Projekt: eine Fashion-Show organisieren

Ein Laufsteg quer durch den Gruppenraum, selbst gestaltete Outfits, Musik, Applaus – eine Fashion-Show ist ein Projekt, das Kinder und Jugendliche sofort abholt. Sie dürfen kreativ werden, sich ausprobieren, im Team etwas auf die Beine stellen und am Ende gemeinsam im Rampenlicht stehen. In der Gruppenstunde funktioniert das genauso wie als größeres Highlight auf der Ferienfreizeit. Und mit der richtigen Rahmung wird aus dem Spaßprojekt ganz nebenbei ein Anlass, über Konsum, Nachhaltigkeit und Körperbilder ins Gespräch zu kommen.

So läuft der Workshop

Am Anfang steht das Material – und zwar bewusst kein Shopping. Sammelt vorher Altkleider, Stoffreste, Zeitungen, alte Bettlaken, Naturmaterialien oder auch Müllsäcke und Klebeband. Daraus gestalten Kleingruppen ihre Outfits, je nach Motto: „Upcycling“, „Zukunft“, „Traumberuf“ oder einfach „das Verrückteste, was geht“. Die Rollen verteilen sich dabei fast von allein: Es braucht Models, Designer*innen, eine Moderation, jemanden für die Musik und gern auch Fotograf*innen.

Danach wird geprobt – der Gang über den Laufsteg, die Pose am Ende, der Auftritt zur Musik. Für die Show selbst reichen eine freie Bahn, ein paar Stühle als Publikum und ein Handy mit Lautsprecher. Die Moderation kündigt jedes Outfit mit einem kleinen Text an, es wird gestaunt, gelacht und kräftig applaudiert. Plane grob zwei bis drei Stunden ein – in der Gruppenstunde lässt sich das Gestalten auch gut auf zwei Termine aufteilen.

Mehr als nur ein Laufsteg

Das Schöne an diesem Projekt ist, dass wirklich alle mitmachen können – egal, ob sie gern im Mittelpunkt stehen oder lieber hinter den Kulissen basteln. Über die Motto-Wahl steuerst du, worum es geht: Ein Upcycling-Motto führt automatisch zu Fragen nach Herkunft und Wert von Kleidung, ein Zukunfts- oder Berufe-Motto öffnet ganz andere Gespräche. So bleibt die Fashion-Show ein Fest – und wird trotzdem zum Türöffner für Themen, die die Jugendlichen ohnehin beschäftigen.

Hinweis für die Praxis: Eine Fashion-Show berührt sensible Themen – nutze sie bewusst:

Klassismus: Achte darauf, dass niemand etwas kaufen oder mitbringen muss. Wenn ihr ausschließlich mit gestelltem und gesammeltem Material arbeitet, entscheidet Kreativität über den Auftritt – nicht das Taschengeld der Familie. So fühlt sich niemand vorgeführt.

Fast Fashion & kritischer Konsum: Der Laufsteg ist ein perfekter Einstieg, um über Billigkleidung zu sprechen – über Produktionsbedingungen, Umweltfolgen und die Alternativen: Secondhand, Tauschen, Reparieren und Upcycling. Feiert das Selbstgestaltete als das eigentlich Coole.

Körperbilder: Verabschiede dich vom klassischen Model-Ideal. Jeder Körper ist ein „Model-Körper“, es gibt keine Bewertung nach Aussehen, und im Mittelpunkt steht die Idee, nicht die Figur. Vielfältige Rollen abseits des Laufstegs sorgen dafür, dass sich alle wohlfühlen.

Mit dieser Haltung wird die Fashion-Show zu einem Projekt, das Selbstbewusstsein stärkt, Kreativität feiert und ganz nebenbei den Blick für kritischen Konsum schärft – ein Highlight, das weit über den Applaus am Ende hinaus wirkt.

in 21 Tagen
ab 29. November
Saisonaler Tipp

Adventszeit

Nutze die Adventszeit, um mit deiner Gruppe kreative Aktionen zu gestalten und die Vorfreude auf Weihnachten zu erleben. Egal ob durch Spiele, Andachten oder Schatzsuchen – lass dich inspirieren und bringe festliche Stimmung in eure Gruppenstunden!

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Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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