Kreis-Spiele eignen sich perfekt für große Gruppen, denn alle sind gleichzeitig beteiligt und erleben das Spiel gemeinsam. Viele Spiele funktionieren spontan drinnen oder draußen und benötigen kaum Material. Diese sieben Kreis-Spiele für große Gruppen funktionieren mit mindestens 20 Spieler*innen und lassen sich einfach umsetzen.
1. Chaos-Wechsel
Für dieses Spiel stellt sich die Gruppe in einem großen Kreis auf. Ein*e Teilnehmer*in steht zunächst in der Mitte des Kreises. Plätze müssen immer dann gewechselt werden, wenn eine genannte Aussage auf mehrere Personen zutrifft. Die Person in der Mitte versucht dabei gleichzeitig, einen freien Platz zu ergattern. Die erste Aussage könnte zum Beispiel lauten „Alle, die heute schon etwas Süßes gegessen haben“. Sofort beginnen alle Spieler*innen, auf die diese Aussage zutrifft, quer durch den Kreis zu laufen und sich einen neuen Platz zu suchen. Niemand darf dabei einfach nur einen Schritt weitergehen oder direkt auf den Nachbarplatz wechseln. Währenddessen versucht die Person aus der Mitte blitzschnell, einen freien Platz zu besetzen. Wer am Ende keinen Platz mehr gefunden hat, bleibt nun in der Mitte stehen und darf die nächste Aussage nennen. Dadurch lernen sich die Spieler*innen gleichzeitig besser kennen. Damit das Spiel sicher bleibt, sollte genügend Abstand zwischen den Spieler*innen vorhanden sein.
2. Der wandernde Impuls
Bei diesem Spiel stellt sich die gesamte Gruppe in einem großen Kreis auf und fasst sich an den Händen. Zwei Spieler*innen übernehmen besondere Rollen und betreten die Kreismitte. Eine Person ist der*die Sender*in, die andere der*die Detektiv*in. Der*die Sender*in beginnt heimlich damit, einen Impuls durch den Kreis zu schicken. Dafür drückt die Person ganz kurz die Hand der Spielerin oder des Spielers neben sich. Diese Person gibt das kurze Händedrücken sofort an die nächste Person weiter. Auf diese Weise wandert der Impuls durch den gesamten Kreis. Die Schwierigkeit besteht darin, dass der*die Detektiv*in möglichst nicht erkennen soll, wo sich der Impuls gerade befindet. Deshalb versuchen alle Spieler*innen, ihre Bewegungen möglichst unauffällig auszuführen. Währenddessen beobachtet der*die Detektiv*in aufmerksam die Hände und Gesichter der Gruppe. Entdeckt die Person eine verdächtige Bewegung, darf sie auf eine Person zeigen und einen Verdacht äußern. Liegt der*die Detektiv*in richtig, wechseln die Rollen. Falls nicht, läuft das Spiel einfach weiter und der Impuls wandert weiter durch den Kreis.
3. Ketten-Reaktion
Für dieses Spiel stellt sich die Gruppe in einem großen Kreis auf. Eine Person beginnt mit einer kurzen Bewegung und einem passenden Geräusch. Vielleicht springt die Person einmal hoch und ruft dabei laut „Boing!“ oder stampft kräftig auf den Boden und macht ein lautes Brummgeräusch. Die nächste Person im Kreis muss nun zuerst exakt dieselbe Bewegung mit dem passenden Geräusch wiederholen. Direkt danach denkt sie sich eine neue Bewegung aus und ergänzt diese. Die dritte Person muss bereits beide vorherigen Bewegungen in der richtigen Reihenfolge nachmachen und anschließend eine weitere Bewegung ergänzen. So wächst die Kette Runde für Runde weiter an. Mit jeder neuen Person wird es schwieriger, sich alles korrekt zu merken. Das Spiel entwickelt mit zunehmender Dauer ein herrliches Chaos, weil die Bewegungen immer absurder werden. Damit niemand zu lange warten muss, sollten die Bewegungen eher kurz bleiben.
4. Menschengedächtnis
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Bei diesem Spiel benötigt ihr zunächst passende Paare. Überlegt euch verschiedene Begriffe, die immer doppelt vorkommen. Bei 20 Spieler*innen gäbe es also zehn verschiedene Begriffe, die jeweils an zwei Personen verteilt werden. Die Begriffe können Tiere, Gegenstände oder bekannte Situationen sein. Wichtig ist nur, dass jede Person ihren Begriff geheim hält. Nachdem alle einen Begriff erhalten haben, verteilen sich die Spieler*innen im Raum. Nun beginnt die eigentliche Runde. Eine Person darf zwei Mitspieler*innen auswählen. Die beiden ausgewählten Personen müssen gleichzeitig ihren Begriff darstellen, allerdings ohne zu sprechen. Jetzt versucht die Gruppe herauszufinden, ob beide Darstellungen zusammenpassen. Wenn tatsächlich beide denselben Begriff hatten, bleibt das Paar sichtbar stehen. Passen die Begriffe nicht zusammen, setzen sich beide Personen wieder neutral hin und versuchen, ihre Darstellung beim nächsten Mal erneut zu spielen.
5. Der unsichtbare Platzwechsel
Die gesamte Gruppe sitzt oder steht in einem großen Kreis. Eine Person befindet sich in der Mitte. Zwei Spieler*innen versuchen heimlich Blickkontakt aufzunehmen, ohne dass die Person in der Mitte es bemerkt. Sobald sich beide einig sind, laufen sie gleichzeitig los und tauschen blitzschnell ihre Plätze. Währenddessen versucht die Person in der Mitte natürlich sofort, einen der freien Plätze zu besetzen. Schafft die Person aus der Mitte das rechtzeitig, bleibt jemand anderes ohne Platz zurück und muss selbst in die Mitte. Mit großen Gruppen wird das Spiel spannend, weil überall gleichzeitig kleine geheime Absprachen entstehen. Nach einigen Minuten entsteht meist ein permanentes Durcheinander aus spontanen Platzwechseln. Vor allem dann, wenn mehrere Personen gleichzeitig aufspringen, verliert die Person in der Mitte schnell den Überblick.
6. Zahlen-Zittern
Die gesamte Gruppe stellt sich in einen großen Kreis. Ziel ist es, gemeinsam möglichst weit zu zählen, ohne dass zwei Personen gleichzeitig sprechen. Die Gruppe beginnt bei der Zahl Eins. Allerdings darf vorher nicht abgesprochen werden, wer welche Zahl sagt. Irgendjemand aus der Gruppe sagt also spontan „Eins“. Danach wartet die gesamte Gruppe gespannt darauf, dass eine andere Person „Zwei“ sagt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass immer nur genau eine Person sprechen darf. Sobald zwei Spieler*innen gleichzeitig dieselbe Zahl sagen, muss die Gruppe wieder ganz von vorne beginnen. Mit großen Gruppen wird das überraschend schwierig. Nach einigen Zahlen entsteht oft eine angespannte Stille, weil niemand riskieren möchte, gleichzeitig mit jemand anderem zu sprechen. Manche warten zu lange, andere rufen zu früh los. Oft schafft die Gruppe zunächst nur wenige Zahlen, bevor wieder neu begonnen werden muss. Doch mit jeder Runde entwickelt sich ein besseres Gefühl füreinander. Die Spieler*innen achten stärker auf die Stimmung der Gruppe und lernen, den richtigen Moment abzupassen.
7. Riesen-Knoten
Für dieses Spiel stellt sich die gesamte Gruppe eng in einem Kreis auf. Alle strecken beide Hände nach vorne in die Kreismitte. Nun greift jede Person zufällig nach zwei anderen Händen. Wichtig ist dabei nur, dass nicht beide Hände derselben Person gehalten werden. Nach wenigen Sekunden ist aus der Gruppe ein riesiger menschlicher Knoten geworden. Die Aufgabe: Die Gruppe muss versuchen, diesen Knoten wieder zu entwirren, ohne die Hände loszulassen. Dafür müssen die Spieler*innen miteinander reden, gemeinsam überlegen und sich vorsichtig bewegen. Manche müssen sich unter Armen hindurchducken, andere über verschränkte Hände steigen oder sich langsam im Kreis drehen. Trotzdem schafft es die Gruppe mit genügend Geduld meistens, den Knoten Stück für Stück zu lösen. Am Ende entsteht oft wieder ein normaler Kreis. Manchmal bilden sich auch zwei kleinere Kreise, die noch miteinander verbunden sind.

