Irgendwann passiert es in jeder Gruppe. Zwei streiten sich, die anderen ziehen Seiten. Jemand macht einen Witz, der keiner war. Eine Person zieht sich zurück, sagt aber „alles gut“. Du als Leiter:in stehst mittendrin – und weißt nicht genau, was du jetzt tun sollst.
Das ist kein Zeichen, dass du etwas falsch machst. Konflikte gehören zur Gruppenarbeit wie das Lagerfeuer zum Zeltlager. Aber sie zu moderieren, ohne die Situation zu eskalieren oder jemanden zu beschämen – das ist eine Fähigkeit, die man lernen muss. Und die man üben kann.
Genau dafür gibt es das Kartenset „Konflikte lösen“.
Warum Konflikte in Jugendgruppen so schwer zu greifen sind
Das Problem mit Konflikten unter Jugendlichen ist selten der Konflikt selbst. Es ist der Kontext drumherum.
Jugendliche befinden sich in einer Phase, in der soziale Zugehörigkeit fast alles bedeutet. Wer dazugehört, wer außen vor ist, wer geliebt wird und wer nicht – das sind keine Kleinigkeiten. Das sind existenzielle Fragen. Ein Streit zwischen zwei Personen ist deshalb fast nie nur ein Streit zwischen zwei Personen. Er hat Zuschauer:innen, er hat Geschichte, er hat eine Dynamik, die weit über den sichtbaren Auslöser hinausgeht.
Als Jugendleiter:in bist du oft die einzige erwachsene Person in diesem Raum, die beides kann: nah genug dran sein, um etwas zu merken – und außen genug, um nicht selbst Teil der Dynamik zu werden. Das ist eine wertvolle Position. Aber sie funktioniert nur, wenn du weißt, wie du sie nutzt.
Drei häufige Fehler im Umgang mit Gruppenkonflikten
1. Zu früh schlichten wollen
Der Reflex, einen Konflikt so schnell wie möglich zu beenden, ist verständlich. Aber wer zu früh schlichtet, löst oft nur die Oberfläche – der eigentliche Kern bleibt. Und taucht zwei Wochen später wieder auf.
2. Öffentlich ansprechen, was privat gehört
Konflikte vor der ganzen Gruppe zu thematisieren, setzt Menschen unter Beobachtungsdruck. Wer sich beobachtet fühlt, verteidigt sich – statt sich zu öffnen. Fast jedes Konfliktgespräch funktioniert besser unter vier Augen.
3. Nur nach Schuld fragen
„Wer hat angefangen?“ ist die am häufigsten gestellte und am wenigsten hilfreiche Frage in Konfliktsituationen. Sie verschiebt den Fokus auf Vergangenheit und Rechtfertigung. Die bessere Frage ist: „Was brauchst du gerade?“ – sie öffnet den Blick auf Lösungen.
Was das Kartenset „Konflikte lösen“ ist
Das Kartenset enthält 20 Situationskarten, die jeweils konkrete Konfliktsituationen aus dem Gruppenalltag beschreiben– keine konstruierten Schulbuchbeispiele, sondern Szenarien, die sich so oder so ähnlich in echten Gruppen abspielen. Streit um Aufmerksamkeit, stilles Mobbing, der Dauerprovokateur, die Clique, die sich abschottet, der Vorfall, den alle gesehen haben.
Jede Karte ist gleich aufgebaut: Die Situation wird konkret und nah an der Realität beschrieben. Eine Leitfrage zielt auf die eigene Haltung und Handlung. Diskussionsanstöße machen die Karte gruppentauglich – sie laden dazu ein, verschiedene Perspektiven einzunehmen und gemeinsam zu überlegen. Eine inhaltliche Einordnung auf der Rückseite liefert Hintergrundwissen und benennt, was hinter dem Konflikt steckt: Gruppendynamik, soziale Mechanismen, typische Fehler und was stattdessen hilft.
Für wen ist das Set?
Das Kartenset richtet sich an Jugendleiter*innen, die in Leitungsteams an ihrer Konfliktlösungsfähigkeit arbeiten wollen – in Jugendverbänden, kirchlicher Jugendarbeit, Ferienlagern oder offener Jugendarbeit.
Was hinter der Paywall wartet
Mitglieder des Jugendleiter-Blogs erhalten den vollständigen Download des Kartensets als druckfertiges PDF. Alle Karten sind im einheitlichen Design des JugendleiterShops gestaltet – bereit zum Ausdrucken, Laminieren und direkt einsetzen.
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Du bist bereits Mitglied? Dann findest du den Download direkt unten.
Download der Karten
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Hier könnt ihr die 20 Karten herunterladen, ausdrucken und in eure nächste Leitungsrunde mitnehmen:





