Die Situation: Ihr habt eure Gruppenstunde vorbereitet, das Material liegt bereit und eigentlich könnte es losgehen. Doch die Kinder und Jugendlichen sind noch mitten in ihren Gesprächen. Einige rennen herum, andere erzählen lautstark vom Tag und wieder andere bekommen gar nicht mit, dass ihr anfangen möchtet. Ihr versucht, euch Gehör zu verschaffen, werdet immer lauter – und trotzdem hört niemand zu.
Die Herausforderung: Schafft in dieser Woche einen gemeinsamen Startmoment, der ohne Rufen, Ermahnen oder ständige Wiederholungen funktioniert.
So könnt ihr es ausprobieren:
Überlegt euch ein klares Startsignal, das ihr künftig in jeder Gruppenstunde verwendet. Das kann ein kurzer Rhythmus sein, den alle nachklatschen, ein bestimmtes Lied, eine kleine Klangschale oder eine lustige Bewegung, die alle nachmachen.
Noch besser: Entwickelt das Signal gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen. Lasst sie Vorschläge sammeln und demokratisch entscheiden, welches Ritual künftig den Beginn eurer gemeinsamen Zeit markiert.
Wichtig ist, dass ihr das Signal regelmäßig verwendet und ihm etwas Zeit gebt, sich einzuspielen. Ein Ritual funktioniert nicht unbedingt beim ersten Versuch. Und manchmal brauchen Kinder und Jugendliche nach einem langen Tag auch einfach ein paar Minuten, um anzukommen.
Mein Tipp: Verbindet das Startsignal mit einem positiven Moment – beispielsweise einer kurzen Frage des Tages, einem gemeinsamen Lachen oder einem Mini-Spiel. So wird der Beginn nicht zum Kampf um Aufmerksamkeit, sondern zu etwas, auf das sich alle freuen.
Drei Fragen für eure Reflexion:
- Wie startet unsere Gruppenstunde bisher – und wie fühlt sich das für die Kinder und Jugendlichen an?
- Wie können wir für Aufmerksamkeit sorgen, ohne ständig lauter werden zu müssen?
- Welches Anfangsritual könnte zu unserer Gruppe passen und von allen mitgestaltet werden?
Denkt daran: Eine gute Gruppenstunde beginnt nicht damit, dass alle sofort still sind. Sondern damit, dass aus vielen Einzelnen wieder eine Gemeinschaft wird.






