Wenn Vapes nach Kaugummi schmecken: Nikotin ist zurück im Jugendalltag

Wenn Vapes nach Kaugummi schmecken: Nikotin ist zurück im Jugendalltag

Jugendliche greifen wieder häufiger zu Nikotinprodukten. Laut ZDFheute geben 9,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen an, regelmäßig oder gelegentlich zu rauchen; 2021 waren es noch 6,1 Prozent. Besonders auffällig ist der Trend bei E-Zigaretten: Mehrweg-Vapes werden beliebter, vor allem bei Mädchen. Gleichzeitig nehmen Shishas und Einweg-E-Zigaretten zwar ab, doch neue Produkte wie Mehrweg-Vapes und Nikotinbeutel gewinnen an Bedeutung.

Problematisch ist dabei nicht nur der Konsum selbst, sondern auch die jugendnahe Vermarktung: bunte Verpackungen, süße Aromen wie Cola, Kiwi oder Kaugummi und ein Lifestyle-Image senken die Hemmschwelle. Für Jugendliche wirken Vapes oft weniger riskant als klassische Zigaretten, obwohl Nikotin abhängig machen kann. Politisch werden deshalb strengere Regeln für Werbung, Aromen, Verpackung und Verfügbarkeit diskutiert. (ZDFheute)

Ableitungen für die Jugendarbeit

Für Jugendleiter*innen heißt das: Vapen sollte nicht erst Thema werden, wenn auf dem Zeltplatz oder vor dem Jugendtreff konsumiert wird. Wichtig ist eine Haltung, die nicht moralisiert, aber klare Grenzen setzt. Viele Jugendliche erleben Nikotinprodukte als Teil von Social Media, Style und Gruppenzugehörigkeit.

Deshalb helfen Gespräche mehr als reine Verbote: Was macht diese Produkte attraktiv? Wer verdient daran? Und warum wirken bunte Aromen harmloser, als sie sind? In Gruppenstunden und Ferienlagern sollten Regeln zu Rauchen, Vapes und Nikotinbeuteln transparent und für alle gleich gelten. Gleichzeitig braucht es Räume, in denen Jugendliche über Druck, Neugier, Körperbilder, Stress und Zugehörigkeit sprechen können.

Diskussionsfragen für deine Gruppe

Diese Fragen können helfen, ohne Vorwurf ins Gespräch zu kommen:

  1. Warum wirken Vapes auf viele Jugendliche weniger gefährlich als Zigaretten?
  2. Welche Rolle spielen Geschmack, Verpackung, TikTok oder Gruppendruck beim Ausprobieren?
  3. Wo sollte eine Jugendgruppe klare Grenzen setzen – und wo braucht es eher Aufklärung und Gespräch?

Gruppenstunden-Baustein: „Harmlos oder Marketing?“

Lege verschiedene fiktive Produktkarten aus: „Kaugummi-Vape“, „Nikotinbeutel Minze“, „Energy-Drink“, „klassische Zigarette“, „bunte Süßigkeit“. Die Gruppe sortiert sie auf einer Linie von „wirkt harmlos“ bis „wirkt riskant“. Danach wird diskutiert: Was beeinflusst unsere Einschätzung – Farbe, Geschmack, Werbung, Erfahrung, Wissen oder Gruppendruck? Abschlussfrage: Welche Regeln wären für unsere Gruppe fair und nachvollziehbar?

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Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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