Rund um den 11. November duftet es in vielen Bäckereien nach Hefeteig: Weckmänner, Stutenkerle oder Hefekerle haben Saison. Mit eurer Gruppe könnt ihr die süßen Gebäckfiguren ganz einfach selbst backen und dabei mehr erleben als nur ein Rezept. Kinder und Jugendliche kneten, formen und verzieren ihre eigenen Weckmänner, und weil Sankt Martin vor allem für das Teilen steht, landet am Ende nicht jede Figur im eigenen Bauch. Hier findet ihr Hintergrund, Rezept, Ablauf und Ideen, wie aus der Backaktion ein kleines Martinsfest wird.
Worum es geht
Der Weckmann ist ein Hefegebäck in Menschengestalt, das je nach Region ganz unterschiedlich heißt: Im Rheinland spricht man vom Weckmann, in Westfalen vom Stutenkerl, anderswo vom Hefekerl oder Klausenmann. Gegessen wird er vor allem rund um Sankt Martin, in manchen Gegenden auch zum Nikolaustag. Typisch ist die kleine Tonpfeife, die viele Weckmänner im Arm halten. Eine verbreitete Deutung besagt, dass sie ursprünglich einen umgedrehten Bischofsstab darstellte und damit an Martin als Bischof von Tours erinnert.
Beim gemeinsamen Backen geht es um mehr als um das Ergebnis. Die Gruppe erlebt, wie aus wenigen Zutaten etwas Gemeinsames entsteht, jede*r gestaltet eine eigene Figur, und am Ende steht die Frage, mit wem ihr eure Weckmänner teilen wollt. So verbindet das Projekt Handwerk, Gemeinschaft und die Botschaft der Martinslegende.
Vorbereitung
Ihr braucht eine Küche mit Backofen, zum Beispiel im Gemeindehaus, im Jugendraum oder in einer Schulküche. Rechnet damit, dass auf ein Backblech etwa sechs Weckmänner passen. Bei größeren Gruppen lohnt es sich, in Kleingruppen zu arbeiten, die jeweils eine eigene Teigschüssel bekommen, und das Backen in Etappen zu planen.
Fragt vorab Allergien und Unverträglichkeiten ab und kauft die Zutaten entsprechend ein. Legt außerdem Schürzen, Handtücher und Spülmittel bereit, denn Hefeteig klebt gern an Händen und Tischen.
Allergie-Hinweis: Das Grundrezept enthält Weizen, Milch und Ei. Klärt Unverträglichkeiten unbedingt vor dem Einkauf mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern. Eine vegane Variante findet ihr weiter unten. Bei Zöliakie reicht es nicht, einfach anderes Mehl zu verwenden, weil schon Spuren in der Küche problematisch sein können. Sprecht in diesem Fall mit den Eltern ab, ob die betroffene Person lieber eigene, sicher glutenfreie Zutaten mitbringt.
Zutaten für etwa 10 bis 12 Weckmänner
- 500 g Weizenmehl (Type 550 oder 405)
- 1 Würfel frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe
- 250 ml lauwarme Milch
- 75 g Zucker
- 75 g weiche Butter
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- Rosinen, Haselnüsse oder Hagelzucker zum Verzieren
- 1 Eigelb mit einem Schuss Milch zum Bestreichen
Material
- große Schüsseln und Küchenwaagen
- Backbleche und Backpapier
- Teigschaber, Messer und Pinsel
- saubere Geschirrtücher zum Abdecken
- optional kleine Tonpfeifen oder Holzstäbchen
- Schürzen und Zugang zu Wasser zum Händewaschen
Ablauf
Startet mit einer kurzen Runde: Wer kennt Weckmänner, und wie heißen sie dort, wo die Kinder und Jugendlichen herkommen? Oft tauchen dabei überraschend viele Namen auf. Zeigt anschließend ein Bild oder einen gekauften Weckmann und lasst die Gruppe raten, was die Pfeife bedeuten könnte. Erzählt dann in wenigen Sätzen, dass Martin später Bischof wurde und die Pfeife vermutlich an seinen Bischofsstab erinnert. Damit ist die Brücke zur Martinsgeschichte geschlagen, die ihr später noch einmal aufgreifen könnt.
Bevor es losgeht, waschen sich alle gründlich die Hände, und lange Haare werden zusammengebunden.
Teig ansetzen
Erwärmt die Milch leicht, sie sollte sich nur lauwarm anfühlen. Bröckelt die Hefe hinein, gebt einen Teelöffel vom Zucker dazu und rührt, bis sich alles aufgelöst hat. Gebt dann Mehl, restlichen Zucker, Salz, die weiche Butter und das Ei in eine große Schüssel, gießt die Hefemilch dazu und verknetet alles zu einem glatten, geschmeidigen Teig. Das Kneten dauert eine Weile und ist der Teil, an dem sich alle abwechseln können. Wenn der Teig nicht mehr an der Schüssel klebt, deckt ihr ihn mit einem Tuch ab und lasst ihn an einem warmen Ort gehen, bis er sich sichtbar vergrößert hat.
Tipp für die Leitung: Kinder kneten mit viel Begeisterung, aber oft nicht lange. Lasst die Schüssel reihum wandern, sodass jede*r einmal kneten darf. Jugendliche können den Teig auch eigenständig in Kleingruppen ansetzen und das Rezept dabei selbst abwiegen und umrechnen.
Während der Teig ruht
Die Ruhezeit des Teigs ist ideal für einen anderen Programmpunkt. Ihr könnt die Martinsgeschichte erzählen, zum Beispiel als Mitmachgeschichte, ein Martinslied singen oder ein ruhiges Spiel spielen. Wer mag, bastelt in dieser Zeit kleine Etiketten oder Grußkarten, die später zu den verschenkten Weckmännern gelegt werden.
Formen und verzieren
Teilt den Teig in gleich große Portionen, sodass jede*r eine eigene Kugel bekommt. Aus jeder Kugel wird zuerst ein kleiner Teil für den Kopf abgetrennt, der Rest wird zu einem flachen, länglichen Körper ausgerollt. Kopf und Körper werden aneinandergedrückt. Mit einem Messer schneidet ihr seitlich Arme und unten die Beine ein und zieht sie etwas auseinander. Rosinen werden zu Augen und Knöpfen, Nüsse oder Hagelzucker zu Verzierungen. Zum Schluss steckt ihr die Pfeife oder ein Holzstäbchen in den Arm, falls ihr welche habt.
Lasst der Kreativität ruhig freien Lauf. Nicht jeder Weckmann muss klassisch aussehen, und gerade die ungewöhnlichen Figuren sorgen später für Gesprächsstoff.
Backen
Bestreicht die Weckmänner mit Eigelb und Milch, damit sie schön glänzen. Lasst sie auf dem Blech noch kurz gehen und backt sie dann im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Ober- und Unterhitze, bis sie goldbraun sind. Behaltet den Ofen gut im Blick, denn kleine Figuren werden schnell dunkel.
Sicherheitshinweis: Das Einschieben und Herausholen der Bleche übernimmt die Leitung oder übernehmen Jugendliche mit Ofenhandschuhen. Jüngere Kinder halten Abstand zum heißen Ofen.
Teilen und genießen
Jetzt kommt der Teil, der das Backen zum Martinsprojekt macht. Sprecht mit der Gruppe darüber, was Teilen eigentlich bedeutet und warum Martin seinen Mantel geteilt hat. Dann entscheidet die Gruppe gemeinsam, mit wem sie einen Teil der Weckmänner teilen will. Vielleicht backt jede*r zwei Figuren und verschenkt eine davon an Nachbar*innen, an ein Seniorenheim, an die Hausmeisterin des Gemeindehauses oder an eine andere Gruppe.
Den eigenen Weckmann könnt ihr anschließend gemeinsam mit warmem Kakao oder Tee essen, am besten in gemütlicher Runde mit Kerzen- oder Laternenlicht.
Variante: Vegane Weckmänner
Für eine vegane Version ersetzt ihr die Milch durch Hafer- oder Sojadrink und die Butter durch pflanzliche Margarine. Das Ei lasst ihr weg und gebt dafür etwas mehr Pflanzendrink dazu, bis der Teig die richtige Konsistenz hat. Zum Bestreichen mischt ihr Pflanzendrink mit etwas Sirup oder Öl. Die Weckmänner werden etwas heller, schmecken aber genauso gut.
Weitere Ideen rund um Sankt Martin
Wenn ihr das Backen mit weiteren Programmpunkten verbinden wollt, schaut in den allgemeinen Sankt-Martin-Artikel und die Spiele zu Sankt Martin hier im Jugendleiter-Blog.





