Leitungs-Impuls: Platz machen für Neues

Manchmal halten wir an Dingen fest, einfach weil sie schon immer da waren. Das Spiel, mit dem jede Gruppenstunde beginnt. Die Rollenverteilung im Leitungsteam. Die Ferienfreizeit, die seit Jahren nach demselben Muster abläuft. Vertrautes gibt uns Sicherheit, schafft Orientierung und verbindet uns mit schönen Erinnerungen. Aber manchmal steht genau dieses Vertraute einer Veränderung im Weg.

Loslassen bedeutet nicht, dass das Alte schlecht war. Es bedeutet, anzuerkennen, dass sich Bedürfnisse, Menschen und Situationen verändern. Vielleicht funktioniert ein beliebtes Spiel nicht mehr, weil die Gruppe älter geworden ist. Vielleicht braucht ein Kind heute etwas anderes als noch vor einem halben Jahr. Vielleicht hat eine Tradition ihren Sinn verloren, obwohl alle weiterhin daran festhalten.

In der Kinder- und Jugendarbeit begleiten wir junge Menschen dabei, sich zu entwickeln, Neues auszuprobieren und über sich hinauszuwachsen. Doch wie oft erlauben wir uns selbst, genau das zu tun? Veränderung braucht Mut. Denn wenn wir etwas loslassen, wissen wir nicht immer, was an seine Stelle treten wird. Es entsteht zunächst eine Lücke. Und diese Lücke kann sich ungewohnt anfühlen.

Aber genau dort liegt eine Chance: Wo Platz entsteht, können neue Ideen, Menschen und Perspektiven wachsen. Vielleicht dürfen Kinder und Jugendliche ein lieb gewonnenes Ritual neu gestalten. Vielleicht übernimmt jemand aus dem Leitungsteam eine Aufgabe, die bisher immer bei euch lag. Vielleicht verabschiedet ihr euch von einem Programmpunkt, der mehr Energie kostet, als er Freude bringt.

Dabei geht es nicht darum, ständig alles neu zu erfinden. Gute Traditionen verdienen ihren Platz. Aber sie dürfen hinterfragt werden. Und Veränderungen sollten gemeinsam gestaltet werden, statt sie einfach über die Köpfe anderer hinweg zu beschließen. Fragt eure Gruppe: Was möchten wir unbedingt behalten? Was passt nicht mehr zu uns? Und worauf hätten wir Lust, wenn wir ganz neu anfangen könnten? Manchmal entstehen daraus überraschende Antworten.

Und manchmal ist der wichtigste Schritt nicht, sofort eine neue Idee zu haben, sondern zunächst etwas Altes bewusst zu verabschieden.

Mein Impuls für diese Woche: Sucht euch eine Sache in eurer Jugendarbeit, die ihr nur noch aus Gewohnheit macht. Sprecht darüber, ob sie euch und eurer Gruppe noch guttut. Vielleicht bleibt sie. Vielleicht verändert ihr sie. Vielleicht darf sie gehen. Denn gute Jugendarbeit lebt nicht davon, dass alles bleibt, wie es ist. Sondern davon, dass wir gemeinsam wachsen dürfen.

Drei Fragen zum Nachdenken

  1. An welcher Tradition oder Gewohnheit halte ich fest, obwohl sie vielleicht nicht mehr zu unserer Gruppe passt?
  2. Wo könnte ich Kindern, Jugendlichen oder anderen Leitungspersonen mehr Raum geben, eigene Ideen einzubringen?
  3. Was würde möglich werden, wenn ich mich traue, eine vertraute Aufgabe oder Vorstellung loszulassen?
in 9 Tagen
31. Oktober
Saisonaler Tipp

Halloween

Bereite eine gruselige Gruppenstunde vor und bringe deinen Teilnehmer*innen den schauderhaften Zauber von Halloween näher. Egal ob mit Spielen, Rätseln oder kreativen Ideen – schaffe unvergessliche Erlebnisse und lass die Halloween-Stimmung lebendig werden.

Halloween-Spiele, Deko & Grusel
Kommende Anlässe
Beitrag speichern
Beitrag gespeichert
Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

Ähnliche Artikel entdecken

Kommentare & Anmerkungen

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein