Ziel der Andacht ist es, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, dass Mut keine Frage von Heldentaten ist, sondern oft in den kleinen, alltäglichen Momenten steckt – und dass sie dabei nicht allein sind, sondern auf Gottes Zuspruch vertrauen dürfen.
Zielgruppe: Kinder- und Jugendgruppen ab ca. 8 Jahren, mit Differenzierung für jüngere und ältere Teilnehmende
Dauer der Andacht: 15 – 30 Minuten je nach ausgewählter Aktivität
Vorgeschlagene Aktivitäten: Vertrauens- und Kooperationsspiele, ein „Mut-Kreis“ mit persönlichen Erzählungen, gemeinsames Basteln von Mut-Steinen oder Mut-Karten zum Mitnehmen
Vorgeschlagene Lieder: „Sei mutig und stark…“, „Ich lobe meinen Gott…“, „Du bist bei mir…“, „Wo du hingehst…“
💬 Hinweis zur Durchführung: Wenn ihr in dieser Gruppenstunde mit Mutproben oder Vertrauensübungen arbeitet, achtet unbedingt darauf, dass jede Übung freiwillig bleibt. Niemand sollte sich unter Gruppendruck fühlen. Mut wächst nicht durch Zwang, sondern durch einen geschützten Rahmen, in dem auch ein „Ich probiere es später“ völlig in Ordnung ist.
Einleitung
Teamer*in: Hallo und herzlich willkommen zu unserer Andacht! Kennt ihr das: Ihr steht kurz davor, eure Meinung zu sagen – und dann schluckt ihr sie doch wieder runter? Oder ihr würdet euch gerne trauen, jemand Neues anzusprechen, ein Instrument vor anderen zu spielen, für jemanden einzustehen, der gerade allein dasteht – und dann wird die innere Stimme lauter, die sagt: „Lieber nicht.“ [Hier könnt ihr passend zur Gruppe eigene Beispiele ergänzen, z. B. aus Schule, Verein oder Familie.]
Mutig sein klingt oft nach großen Abenteuern, nach Held*innen in Filmen, die keine Angst zu kennen scheinen. Doch echter Mut sieht meistens anders aus. Er zeigt sich, wenn wir trotz Angst etwas Richtiges tun. Wo finden wir die Kraft dazu, wenn uns selbst der Mut fehlt?
„Sei mutig und stark…“
Josua 1, 9 (sinngemäß): Sei mutig und stark! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, wohin du auch gehst.
Diese Worte stehen ganz am Anfang einer großen Aufgabe: Josua soll das Volk Israel in ein neues Land führen, nachdem Mose gestorben ist. Eine riesige Verantwortung, vor der sich wohl jede und jeder von uns gefürchtet hätte. Und tatsächlich – Gott sagt Josua nicht, dass er keine Angst haben wird. Er verspricht ihm auch nicht, dass alles einfach wird. Stattdessen sagt er ihm etwas viel Wichtigeres: Du bist nicht allein.
Genauso ist es mit unserem Mut. Wir müssen nicht angstfrei sein, um mutig zu handeln. Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz der Angst den nächsten Schritt zu gehen – im Vertrauen darauf, dass jemand an unserer Seite ist.
Ein Beispiel aus der Bibel
Eine bekannte Geschichte dazu erzählt von einem jungen Hirten namens David, der sich dem riesigen Krieger Goliat entgegenstellt, obwohl niemand aus dem Heer sich das zutraut (1. Samuel 17). David hat keine Rüstung, kein großes Schwert – nur seine Steinschleuder und die Gewissheit, dass Gott mit ihm ist. Was David von den anderen unterscheidet, ist nicht seine Kraft, sondern sein Vertrauen. Er lässt sich von der Größe der Herausforderung nicht einschüchtern.
(Je nach Alter der Gruppe könnt ihr die Geschichte hier ausführlicher erzählen oder als Rollenspiel nachspielen lassen.)
„Du bist bei mir…“
Vielleicht denkt jetzt jemand von euch: Schön und gut, aber ich bin doch nicht David. Ich habe keine Steinschleuder und auch keinen Riesen, dem ich mich entgegenstellen müsste. Und das stimmt. Unsere Herausforderungen sind meistens viel kleiner – aber sie fühlen sich für uns genauso groß an. Der Mut, „Nein“ zu sagen, wenn andere Druck machen. Der Mut, sich zu entschuldigen. Der Mut, jemandem zu helfen, obwohl es unbequem ist. Der Mut, einfach mal etwas Neues auszuprobieren, auch wenn es schiefgehen könnte.
🌈 Für jüngere Kinder: Sprecht hier vor allem über ganz konkrete Alltagssituationen – zum Beispiel sich trauen, im Dunkeln allein ins Zimmer zu gehen, ein neues Kind in der Gruppe anzusprechen oder zuzugeben, wenn man etwas kaputt gemacht hat.
🧭 Für ältere Jugendliche: Hier könnt ihr tiefer gehen – etwa über Mut sprechen, zur eigenen Meinung zu stehen, gegen Ausgrenzung einzutreten oder eigene Entscheidungen zu treffen, die von der Erwartung anderer abweichen.
Genau hier setzt der Glaube an: Wir müssen unseren Mut nicht aus uns selbst schöpfen. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns begleitet – bei jedem einzelnen Schritt, auch bei den kleinen, die niemand sonst bemerkt.
„Wo du hingehst…“
Wenn wir das verinnerlichen, können wir auch füreinander mutmachend werden. Indem wir andere ermutigen, ihnen zuhören und ihnen zeigen, dass sie mit ihrer Angst nicht allein sind. Indem wir selbst mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen: Man darf auch mal wackelig auf den Beinen sein und es trotzdem versuchen.
Ruhige Aktivität: Jede*r bekommt einen kleinen Stein oder eine Karte und schreibt (oder malt) darauf eine Situation, in der er oder sie in Zukunft gerne mutiger wäre. Wer möchte, darf davon erzählen – niemand muss.
Gebet
Lieber Gott, manchmal fehlt uns der Mut. Wir haben Angst, etwas Falsches zu sagen, ausgelacht zu werden oder anzuecken. Danke, dass du uns versprichst, an unserer Seite zu sein – nicht erst, wenn wir keine Angst mehr haben, sondern schon jetzt, mitten in unserer Unsicherheit. Gib uns die Kraft, den nächsten Schritt zu wagen, auch wenn er klein ist. Hilf uns, füreinander mutmachend zu sein und einander nicht allein zu lassen. Sei du unsere Stärke, wenn unsere eigene nicht ausreicht. Amen.






