Herausforderung: Neue Kinder finden schwer Anschluss

Ein neues Kind kommt in die Gruppe – und während alle anderen längst ihre Freund*innen, Insider und festen Plätze haben, bleibt es erst einmal am Rand. Vielleicht kennt es noch nicht einmal die Namen, weiß nicht, wie die Gruppenstunde normalerweise abläuft, oder traut sich nicht, einfach auf andere zuzugehen.

Für Kinder und Jugendliche, die schon länger dabei sind, ist diese Situation oft kaum sichtbar. Sie bewegen sich selbstverständlich in ihren vertrauten Strukturen. Für neue Gruppenmitglieder kann dagegen schon die Frage „Wo setze ich mich hin?“ unangenehm sein.

Die Herausforderung: Überlasst das Ankommen deshalb nicht dem Zufall. Gute Gemeinschaft entsteht auch dadurch, dass ihr als Jugendleiter*innen Zugänge bewusst gestaltet.

Ein Pat*innen-System kann dabei helfen: Ein Kind oder ein kleines Team übernimmt für die ersten Treffen die Aufgabe, das neue Gruppenmitglied mitzunehmen, Abläufe zu erklären, Namen vorzustellen und bei Spielen oder Pausen einzubeziehen. Wichtig ist, dass daraus keine Pflichtfreundschaft wird. Pat*innen sollen Türen öffnen und Orientierung geben – nicht bestimmen, mit wem jemand anschließend befreundet sein muss.

Auch Kennenlernspiele können mehr sein als eine klassische Namensrunde. Nutzt Methoden, bei denen Gemeinsamkeiten, Interessen oder kleine Geschichten sichtbar werden: Wer hört dieselbe Musik? Wer mag dasselbe Essen? Wer hat ein ähnliches Hobby? Solche Gemeinsamkeiten schaffen niedrigschwellige Gesprächsanlässe und erleichtern erste Kontakte.

Hilfreich sind außerdem Kleingruppen. In einer großen Runde selbstständig Anschluss zu finden, kann eine enorme Hürde sein. Zu zweit, zu dritt oder zu viert fällt es oft leichter, miteinander ins Gespräch zu kommen. Achtet dabei darauf, Gruppen nicht immer frei wählen zu lassen. Wer ohnehin wenig Anschluss hat, erlebt sonst schnell erneut, dass alle anderen sich bereits gefunden haben.

Direkt ausprobieren:
Beobachtet bei der nächsten Gruppenstunde einmal ganz bewusst nicht nur das Programm, sondern die kleinen sozialen Situationen dazwischen: Wer kommt allein in den Raum? Wer sucht einen Platz und schaut erst einmal, wo noch etwas frei ist? Wer wird beim Bilden von Teams sofort gefragt – und wer bleibt bis zuletzt übrig? Wer beteiligt sich im Spiel, verschwindet aber in der Pause wieder an den Rand?

Versucht anschließend, ganz gezielt kleine Brücken zu bauen. Das muss kein großes pädagogisches Gespräch sein. Manchmal reicht schon ein: „Ihr zwei habt doch beide erzählt, dass ihr gerne zeichnet – wollt ihr das zusammen machen?“ Oder ihr gebt einem neuen Kind direkt eine kleine Aufgabe gemeinsam mit jemandem, der bereits gut in der Gruppe angekommen ist.

Schaut dabei aber auch darauf, wer diese Integrationsarbeit übernimmt. Es sollten nicht immer dieselben besonders sozialen oder fürsorglichen Kinder sein, die neue Gruppenmitglieder mitziehen müssen. Gemeinschaft ist eine Aufgabe der ganzen Gruppe – und eure Aufgabe als Leitung ist es, die passenden Rahmenbedingungen dafür zu schaffen.

Fürs Leitungsteam

Nehmt euch nach der Gruppenstunde fünf Minuten und stellt euch gemeinsam die Frage: Wie fühlt sich unsere Gruppe eigentlich für jemanden an, der heute zum allerersten Mal kommt?

Geht den Ablauf einmal aus dieser Perspektive durch: Wird ein neues Kind persönlich begrüßt? Weiß es, wo Jacken und Taschen hinkommen? Wird erklärt, was gleich passiert? Gibt es Momente, in denen alle automatisch ihre Freund*innen suchen? Werden Teams häufig selbst gewählt? Gibt es Insider, Rituale oder Witze, die niemand erklärt? Und merkt überhaupt jemand, wenn ein Kind längere Zeit allein bleibt?

Dabei geht es nicht darum, jedes neue Gruppenmitglied sofort vollständig „zu integrieren“. Manche Kinder und Jugendlichen brauchen Zeit, beobachten zunächst lieber und möchten nicht ständig angesprochen werden. Entscheidend ist, dass sie spüren: Ich werde gesehen. Ich darf hier sein. Und wenn ich Kontakt suche, gibt es Wege hinein in die Gruppe.

Vielleicht entwickelt ihr daraus sogar ein kleines gemeinsames Ankommens-Ritual: Wer neu ist, wird vorgestellt, bekommt einen Patin, erlebt in den ersten Minuten eine niedrigschwellige gemeinsame Aktion und wird am Ende noch einmal persönlich verabschiedet. So wird aus einem zufälligen ersten Besuch ein bewusst gestaltetes Willkommen.

in 19 Tagen
31. Oktober
Saisonaler Tipp

Halloween

Bereite eine gruselige Gruppenstunde vor und bringe deinen Teilnehmer*innen den schauderhaften Zauber von Halloween näher. Egal ob mit Spielen, Rätseln oder kreativen Ideen – schaffe unvergessliche Erlebnisse und lass die Halloween-Stimmung lebendig werden.

Halloween-Spiele, Deko & Grusel
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Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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