Aus einer eigentlich bekannten Kinderbuchfigur ist auf TikTok ein Gruseltrend geworden: Der „Cat in the Hat“ taucht in Videos, Bildern und Erzählungen als unheimliche Gestalt auf Straßen, vor Häusern oder an Schulen auf. Viele Inhalte sind offenbar KI-generiert oder inszeniert, wirken aber durch dunkle Bilder, Ortsbezüge und das Teilen in Gruppen- und Klassenchats für Kinder und Jugendliche schnell real. In Sachsen-Anhalt ermittelt die Polizei nach einem Vorfall in Coswig, bei dem eine verkleidete Person mit einem Gegenstand vor einem Wohnhaus gestanden haben soll. Die Polizei warnt deutlich: Andere gezielt zu erschrecken, zu verfolgen oder persönliche Daten als „Ziel“ zu posten, ist kein harmloser Spaß mehr. Der Trend zeigt, wie schnell aus Memes echte Angst, Nachahmung und mögliche Straftaten werden können.
Ableitungen für die Jugendarbeit
Für Jugendleiter*innen ist der Trend ein guter Anlass, über digitale Mutproben, Grusel-Content und Gruppendruck zu sprechen. Wichtig ist dabei, Kinder und Jugendliche nicht zu beschämen, wenn sie solche Inhalte teilen oder Angst bekommen. Stattdessen hilft die Frage: Was macht ein Video glaubwürdig – und wem nützt es, wenn wir es weiterverbreiten? In Gruppenstunden kann gemeinsam geprüft werden, woran KI-Bilder, inszenierte Pranks und Panikmache erkennbar sind. Gleichzeitig braucht es klare Grenzen: Niemand wird erschreckt, verfolgt, gefilmt oder bloßgestellt. Gerade in Ferienlagern, Jugendtreffs und Gruppenaktionen sollte deutlich werden, dass Spaß dort endet, wo andere sich unsicher fühlen.
Diskussionsfragen für deine Gruppe
Diese Fragen helfen, den Trend ohne Panik, aber mit klarer Haltung aufzugreifen:
- Warum wirken manche Gruselvideos so echt, obwohl sie vielleicht inszeniert oder KI-generiert sind?
- Wann ist ein Prank noch lustig – und ab wann wird daraus Angst, Druck oder Gewalt?
- Was könnt ihr tun, wenn in eurer Klasse oder Gruppe ein beunruhigendes Bild oder Video herumgeschickt wird?
15-Minuten-Methode: Echt, fake oder einfach unfair?
Zeigt der Gruppe drei vorbereitete Kurzbeschreibungen: ein KI-Gruselbild mit Ortsangabe, einen harmlosen Kostümstreich und einen Prank, bei dem jemand verfolgt wird. Die Teilnehmenden stellen sich im Raum auf einer Linie auf: „harmlos“, „unsicher“, „geht gar nicht“. Nach jeder Runde begründen einzelne kurz ihre Position. Danach sammelt ihr gemeinsam drei Gruppenregeln für digitale Trends: erst prüfen, nicht weiterverbreiten, keine Personen oder Orte als Ziel markieren. Zum Abschluss formuliert jede*r einen Satz, den man in einen Gruppenchat schreiben könnte, wenn so ein Trend gerade Angst macht.






