Für viele junge Erwachsene der indischen Gen Z ist Reisen weniger ein seltenes Großereignis als eine flexible Auszeit vom Alltag. Laut einer von Airbnb beauftragten YouGov-Befragung unter 2.012 Menschen zwischen 18 und 29 Jahren bevorzugen sieben von zehn Befragten mehrere Kurzreisen gegenüber einem langen Jahresurlaub. Entscheidend sind dabei Individualität, Freiheit und gemeinsame Erlebnisse: 95 Prozent wünschen sich Reisen, die persönlich statt vorgeplant wirken, und drei Viertel finden die Mitreisenden wichtiger als das Reiseziel. Kleine Momente, gemeinsames Kochen, lange Gespräche oder ein ruhiger Morgen können bedeutender sein als bekannte Sehenswürdigkeiten. Viele lassen bewusst Teile ihrer Reise ungeplant und suchen Natur, Erholung sowie weniger bekannte Orte.
Der Bericht zeigt damit einen Trend zu langsameren, gemeinschaftlichen und selbstbestimmten Reiseformen. Gleichzeitig ist Vorsicht bei der Übertragung geboten: Untersucht wurden junge Erwachsene in indischen Großstädten, nicht Jugendliche weltweit. Außerdem stammt die Studie aus dem Unternehmensumfeld von Airbnb.
Ableitungen für die Jugendarbeit
Auch Ferienfreizeiten müssen nicht durchgehend mit Programmpunkten gefüllt sein. Jugendliche brauchen Freiräume, in denen sie selbst entscheiden, mit wem sie Zeit verbringen und was entstehen darf. Gemeinsame Unterkünfte, Kochaktionen, spontane Ausflüge und unverplante Zeit können stärkere Erinnerungen schaffen als ein möglichst spektakuläres Programm. Beteiligung bedeutet dabei, Jugendliche nicht nur zwischen fertigen Angeboten wählen zu lassen, sondern ihnen echte Gestaltungsmöglichkeiten zu geben. Wichtig bleibt jedoch, dass spontane Entscheidungen inklusiv sind: Kosten, Mobilität, Behinderungen, Essensbedürfnisse und unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse müssen mitgedacht werden. Nachhaltige Ziele in der näheren Umgebung können zudem zeigen, dass besondere Erfahrungen nicht von weiten Flugreisen abhängen.
Diskussionsfragen für deine Gruppe
Mit diesen Fragen könnt ihr darüber sprechen, was eine Reise oder Ferienfreizeit für eure Teilnehmer*innen besonders macht:
- Welche kleinen Momente bleiben euch von Reisen oder Ferienfreizeiten besonders lange in Erinnerung?
- Wie viel Programm und wie viel freie Zeit wünscht ihr euch für eine gelungene Freizeit?
- Würdet ihr lieber einen bekannten Ort besuchen oder gemeinsam einen weniger bekannten Platz entdecken – und warum?
15-Minuten-Methode: Unsere perfekte Freizeit
Legt drei große Blätter mit den Überschriften „Gemeinschaft“, „Abenteuer“ und „Ruhe“ aus. Alle Jugendlichen erhalten drei Klebezettel und notieren jeweils eine konkrete Idee für eine gelungene Freizeit. Anschließend werden die Ideen zugeordnet und gemeinsam betrachtet. Jede Person erhält zwei Stimmen für die Vorschläge, die ihr besonders wichtig sind. Zum Abschluss wählt die Gruppe eine Idee aus, die sich bei der nächsten Aktion tatsächlich umsetzen lässt. Achtet dabei gemeinsam darauf, ob wirklich alle teilnehmen können und welche nachhaltige Alternative es zu aufwendigen oder weit entfernten Aktivitäten gibt.






