Kennt ihr das? Bei der Teameinteilung bleibt ein Kind immer wieder übrig. In Kleingruppen wird es kaum beachtet, bei Spielen nicht angespielt oder in Gesprächen übergangen. Manchmal passiert das offen, manchmal eher leise – durch Blicke, Ausweichen, Tuscheln oder dadurch, dass niemand neben diesem Kind sitzen möchte.
Das ist für das betroffene Kind sehr verletzend. Und auch für euch als Jugendleiter*innen ist es eine sensible Situation: Ihr wollt nicht dramatisieren, aber auch nicht wegsehen.
Wichtig ist: Ausgrenzung muss nicht immer laut sein, um ernst zu sein. Gerade deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen. Wer wird selten gewählt? Wer steht oft am Rand? Wer bekommt wenig Resonanz? Solche Beobachtungen helfen, früh zu reagieren.
Hilfreich ist, Gruppeneinteilungen nicht allein der Gruppe zu überlassen. Statt „Sucht euch Teams“ könnt ihr Teams auslosen, nach Farben einteilen oder Kleingruppen bewusst zusammenstellen. Achtet außerdem auf Spiele und Methoden, bei denen alle gebraucht werden – nicht nur die Lauten, Schnellen oder Beliebten.
Gleichzeitig braucht das betroffene Kind keine Sonderrolle vor der ganzen Gruppe. Besser ist es, Zugehörigkeit unauffällig zu stärken: eine passende Partneraufgabe, eine kleine Verantwortung, ein kooperatives Spiel oder eine Runde, in der jede Stimme zählt.
Direkt ausprobieren:
Plant für die nächste Gruppenstunde eine Methode, bei der ihr die Gruppen selbst einteilt. Achtet darauf, dass jedes Kind mindestens einmal mit jemandem zusammenarbeitet, mit dem es sonst wenig Kontakt hat.
Fürs Leitungsteam:
Sprecht nach der Gruppenstunde kurz darüber: Wer stand heute eher am Rand? Wo gab es gute Kontaktmomente? Und wie könnt ihr beim nächsten Mal Begegnungen schaffen, ohne ein Kind bloßzustellen?






