Nicht jeder Winter kommt mit Schnee daher. In vielen Regionen wird es kalt, die Tage werden kürzer, und die Natur verändert sich – doch die erhoffte Schneedecke bleibt aus. Statt glitzernder Schneelandschaften gibt es matschige Wege, frostige Wiesen und vielleicht sogar Sonnenschein. Doch das bedeutet nicht, dass Winter-Spaß nicht möglich ist! Im Gegenteil: Auch ohne Schnee gibt es unzählige Optionen, die kalte Jahreszeit zu genießen.
In dieser Gruppenstunden-Reihe geht es darum, mit Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren den Winter bewusst zu erleben – mit spannenden Spielen, herausfordernden Abenteuern und kreativen Aktivitäten, die sich alle draußen in der Natur umsetzen lassen. Ziel ist es, die Jahreszeit mit all ihren Facetten zu entdecken. Drei aufeinander aufbauende Gruppenstunden verbinden Abenteuer, Spiel und kreative Elemente und machen den Winter ohne Schnee zu einem Erlebnis. Jede Einheit dauert etwa 90 Minuten und ist so konzipiert, dass sie mit wenig Material durchgeführt werden kann.
Gruppenstunde 1: Die magische Winterwelt entdecken
Die Teilnehmer*innen erleben heute, dass kalte Tage voller Überraschungen stecken und der Winter nicht zwingend weiße Landschaften braucht. Statt Schlittenfahrten und Schneeballschlachten stehen spannende Aufgaben im Vordergrund.
Aufwärmspiel: Der Wintergeister-Lauf
Um die Kinder und Jugendlichen in Bewegung zu bringen und aufzuwärmen, startet ihr mit einem Fangspiel. Eine oder zwei Personen werden als „Wintergeister“ bestimmt. Ihre Aufgabe ist es, die anderen Spieler*innen durch Berührung „einfrieren“ zu lassen. Wer gefangen wird, bleibt an Ort und Stelle stehen, die Arme eng an den Körper gepresst, als wäre er oder sie von der eisigen Kälte erstarrt. Die anderen Teilnehmer*innen können helfen: Wer eingefroren ist, wird durch das gemeinsame Rufen seines Namens von zwei anderen Mitspieler*innen erlöst. Damit das Spiel dynamisch bleibt, könnt ihr das Spielfeld je nach Gruppengröße begrenzen, beispielsweise durch markierte Bereiche im Gelände. Das Spiel endet entweder, wenn alle Teilnehmer*innen erstarrt sind oder nach etwa 10 Minuten. Falls ihr merkt, dass die Gruppe noch nicht genug aufgewärmt ist, spielt ihr eine zweite Runde mit einer kleinen Abwandlung – zum Beispiel, dass sich Befreier*innen erst dreimal um die eigene Achse drehen müssen, bevor sie eine eingefrorene Person retten dürfen.
Einleitung ins Thema: Die Magie des Winters
Setzt euch nach dem Aufwärmspiel in einen großen Kreis, damit sich alle gut sehen und miteinander ins Gespräch kommen können. Beginnt die Runde mit der offenen Frage: „Was macht den Winter für euch besonders?“ Gebt den Teilnehmer*innen einen Moment Zeit. Um die Diskussion zu strukturieren, notiert ihr die Antworten auf einem großen Plakat oder auf einzelnen Karten und hängt diese später sichtbar auf. Dazu gehören Aspekte wie die klare, frische Luft, das Knirschen des gefrorenen Bodens oder das Gefühl von warmem Tee nach einem langen Tag draußen. Achtet darauf, dass jede*r etwas beitragen kann, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen.
Aktivität 1: Naturmandalas aus Winterfundstücken
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Die Teilnehmer*innen bilden kleine Gruppen und suchen in der Umgebung Naturmaterialien, die sie für ein großes gemeinsames Mandala nutzen. In der Mitte des Treffpunkts beginnt ihr mit dem Auslegen eines Musters. Alle Gruppen fügen nach und nach ihre Elemente hinzu, sodass eine große, bunte Winterlandschaft entsteht. Nutzt diesen Moment und sprecht über die Farben und Strukturen des Winters.
Aktivität 2: Stille-Winterpfad
Bildet nun Paare. Eine*r von beiden bekommt die Augen verbunden und wird langsam durch die Natur geführt. Dabei sollen sie mit den Händen Baumrinde ertasten, kalte Blätter fühlen oder an Tannennadeln riechen. Nach wenigen Minuten wird gewechselt. Anschließend besprecht ihr die Erfahrungen.
Spiel: Der flüsternde Nordwind
Stellt euch in einem großen Kreis auf. Eine*r ist der „Nordwind“ und flüstert einer Person ein Winterwort ins Ohr (zum Beispiel „Frost“, „Eisblume“). Die Person gibt das Wort lautlos weiter, indem sie es in das Ohr des Nachbarn oder der Nachbarin flüstert. Am Ende wird das Wort laut ausgesprochen und mit dem ursprünglichen Begriff verglichen. Das sorgt für Lacher und trainiert die Aufmerksamkeit.
Abschlussrunde und Verabschiedung
Jede*r bekommt eine kleine Teelichtkerze (oder eine LED-Kerze), die für das Licht und die Wärme steht, die ihr als Gruppe gemeinsam erlebt habt. Setzt euch gemütlich in einen Kreis. Nun geht reihum und teilt einen schönen Moment aus der Gruppenstunde. Falls es Teilnehmer*innen gibt, die sich nicht äußern möchten, ist das in Ordnung. Sie können ihr Licht auch still in die Mitte stellen, als Zeichen dafür, dass sie diesen Moment mit der Gruppe teilen. Mit jeder Erzählung wird eine Kerze in die Mitte gestellt, bis sich langsam ein strahlender Lichterkreis formt. Die vielen kleinen Lichter symbolisieren die Erlebnisse des Tages und die Gemeinschaft, die ihr miteinander geschaffen habt. Es zeigt, dass jede*r ein wichtiger Teil dieser Gruppe ist und dass durch das Zusammensein etwas Wertvolles entsteht.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material:
– Plakat oder Karten und Stifte
– Naturmaterialien (selbst gesammelt)
– Augenbinden/Tücher
– Teelichter oder LED-Kerzen
Gruppenstunde 2: Winterliche Abenteuerreise
Winter ohne Schnee kann genauso spannend und abenteuerlich sein! In dieser zweiten Gruppenstunde dreht sich alles um Bewegung, knifflige Aufgaben und das Gefühl, als Team gemeinsam eine Mission zu erfüllen.
Aufwärmspiel: Die Winterlichter-Staffel
Bei dieser winterlichen Staffel müssen die Kinder und Jugendlichen mit einer Taschenlampe oder einer LED-Kerze eine Strecke bewältigen, ohne dass das Licht erlischt oder verloren geht. Je nach Gruppengröße und Gelände baut ihr Hindernisse in den Parcours ein. Der freundschaftliche Wettkampfcharakter motiviert die Teilnehmer*innen gemeinsam die beste Strategie zu finden.
Thematische Einführung: Ein Winter voller Abenteuer
Nachdem sich alle aufgewärmt haben, stimmt ihr die Gruppe thematisch auf das Winterabenteuer ein. Sprecht mit den Kindern und Jugendlichen über ihre Erfahrungen mit dem Winter und darüber, wie sich diese Jahreszeit ohne Schnee anfühlt. Welche Aktivitäten machen trotzdem Spaß? Gibt es Erlebnisse, die den Winter auch ohne weiße Schneedecke zu etwas Besonderem machen? Dieser Austausch lässt eure Teilnehmer*innen reflektieren, welche kreativen Optionen der Winter bereithält.
Hauptteil: Die geheime Wintermission
Bindet die Kinder und Jugendlichen in eine spannende Geschichte ein: Der magische Winterkristall wurde gestohlen und die Gruppe muss ihn zurückholen. Dafür müssen sie mehrere Stationen durchlaufen, an denen kniffelige Aufgaben auf die Teilnehmenden warten. Jede erfolgreich gemeisterte Aufgabe liefert einen weiteren Hinweis darauf, wo sich der Winterkristall befindet. Dabei müssen sich die Gruppen auf ihre Stärken verlassen, Teamgeist beweisen und gemeinsam kreative Lösungen finden. Eine der Stationen ist die „Eisige Balance“, bei der die Kinder und Jugendlichen eine wackelige Brücke überqueren müssen, ohne den Boden zu berühren. Dies könnt ihr mithilfe einer Slackline oder einer Holzplanke simulieren. Eine weitere Station ist der „Winter-Code“, bei dem die Teilnehmer*innen vor einer Denkaufgabe stehen: Ein winterlicher Begriff muss entschlüsselt werden. Wer lieber aktiv wird, kann sich an der Herausforderung des „Frostigen Transports“ versuchen. Hier muss ein kleiner Gegenstand, beispielsweise eine Schneekugel, nur mit Schnüren von A nach B transportiert werden. Keine einfache Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erfordert, denn der Gegenstand darf nicht herunterfallen! Die letzte Station führt schließlich zum Versteck des Winterkristalls. Um diesen endgültig zu befreien, müssen die Teilnehmenden eine kreative Abschlussaufgabe meistern. Diese kann je nach Gruppendynamik variieren, beispielsweise ein gemeinsames Lied dichten, eine Geschichte erzählen oder eine kleine Team-Challenge absolvieren. Erst wenn diese Aufgabe erfolgreich gelöst ist, wird der Winterkristall zurückerobert und die Mission ist abgeschlossen.
Spiel: Der Tanz der Winterlichter
Alle Teilnehmenden erhalten Knicklichter oder reflektierende Bänder und es beginnt der „Tanz der Winterlichter“. Gemeinsam mit der Gruppe wird zur Musik improvisiert, sodass bunte Lichtspuren entstehen. Ob in Form von spontanen Tanzbewegungen, synchronisierten Choreografien oder kreativen Formationen – die Teilnehmer*innen dürfen sich frei entfalten und spielerisch die leuchtende Magie erleben.
Abschlussrunde und Reflexion
Beendet die Gruppenstunde mit einer Abschlussrunde, in der sich die Kinder und Jugendlichen austauschen. Was hat ihnen Spaß gemacht? Waren die Aufgaben zu knifflig? Reflektiert gemeinsam die Erlebnisse und ruft noch einmal die Highlights dieser Stunde in Erinnerung. Begleitet den Abschluss mit einer kurzen Geschichte oder einem Gedicht.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material:
– Taschenlampen oder LED-Kerzen
– Slackline oder Holzplanken
– Begriffskarten für den „Winter-Code“
– kleine Gegenstände wie eine Schneekugel und Schnüre
– Knicklichter oder reflektierende Bänder
– Musikquelle wie Lautsprecher und Smartphone
– Stifte und Papier
Gruppenstunde 3: Fackeljagd im Winter
Der Winter hat auch ohne Schnee eine ganz besondere Atmosphäre. In dieser dritten und letzten Gruppenstunde der Reihe „Winter-Spaß ohne Schnee“ stehen die Themen Licht und Orientierung im Mittelpunkt.
Aufwärmspiel: Das Flackerlicht-Fangen
Startet die Stunde mit einem energiegeladenen Spiel. Beim Flackerlicht-Fangen erhält jede Person eine Taschenlampe oder eine kleine Laterne. Die anderen Kinder und Jugendlichen müssen versuchen, sich an sie heranzuschleichen und sie zu berühren, ohne selbst ins Licht zu geraten. Der oder die „Fänger*in“ darf sich dabei drehen und das Licht schwenken, um die schleichenden Teilnehmer*innen zu entlarven. Wer vom Lichtstrahl erwischt wird, muss kurz stehen bleiben, bis die nächste Person vom Licht berührt wird.
Thematische Einführung: Licht als Orientierungshilfe
Nachdem sich alle aufgewärmt haben, führt ihr das Thema der Gruppenstunde ein. Sprecht gemeinsam mit der Gruppe darüber, warum Licht für Menschen so wichtig ist, gerade im Winter. Wie haben sich früher Matrosen, Wandernde oder Reisende in der Dunkelheit orientiert? Welche Rolle spielen Fackeln, Laternen oder Feuer in verschiedenen Kulturen und Traditionen? Die Teilnehmer*innen sollen erkennen, dass Licht Orientierung gibt und Gemeinschaft stiftet als Symbol für Wärme, Schutz und Zusammenhalt.
Hauptteil: Die Fackeljagd durch die Winterlandschaft
Den Hauptteil der Gruppenstunde bildet eine Wanderung, bei der sich die Kinder und Jugendlichen auf die Suche nach einem geheimen Ziel begeben. Sie erhalten „Fackeln“, also LED-Lichter bzw. Laternen, und müssen anhand von Hinweisen die richtige Route finden. Gestaltet also die Fackeljagd als eine Art Schnitzeljagd, bei der an bestimmten Station Aufgaben auf die Gruppe warten. Erzählt dazu eine Geschichte, die dieser Wanderung einen spannenden Rahmen gibt: Der Legende nach gibt es ein verborgenes „Winterfeuer“, das nur gefunden werden kann, wenn mutige Abenteurer*innen sich auf die Suche machen. Die Gruppe muss gemeinsam als Team Hinweise erkennen und die Spur der Flamme verfolgen.
Station 1: Die leuchtenden Zeichen
An der ersten Station entdecken die Kinder und Jugendlichen geheimnisvolle Symbole, die mit leuchtender Kreide auf Steine oder Baumrinde gezeichnet sind. Ihre Aufgabe ist es, diese Zeichen richtig zu deuten und den nächsten Hinweis aus den Symbolen abzuleiten.
Station 2: Der geheime Flammentanz
Hier erhalten die Teilnehmer*innen die Aufgabe, die „Winterflamme“ mit bestimmten Bewegungen und Luftstößen zu entfachen. Diese Station bringt einen spielerischen und lustigen Aspekt in die Suche, denn die Teilnehmer*innen müssen durch verschiedene Bewegungen herausfinden, wie sie die Flamme „wecken“. Dies kann auch ein Tanz oder eine kooperative Bewegung der Gruppe sein.
Station 3: Die Schatten-Botschaft
Die Teilnehmenden müssen jetzt mithilfe einer Lichtquelle eine geheime Botschaft entschlüsseln, die in einer bestimmten Reihenfolge als Schattenspiel an eine Wand oder eine Baumfläche geworfen wird. Dies könnt ihr beispielsweise durch ausgeschnittene Symbole erreichen, die mit einer Taschenlampe beleuchtet werden und eine Anweisung für den weiteren Weg geben.
Station 4: Ziel erreicht – das wiedergefundene Winterfeuer
Nach dem erfolgreichen Absolvieren der Stationen führt der Weg schließlich zu einem zentralen Punkt, an dem das „Winterfeuer“ wiederentdeckt wird. Dies kann beispielsweise ein schön dekorierter Ort sein, an dem ein kleines Lagerfeuer brennt oder viele Lichter ein gemeinschaftliches Zusammensein symbolisieren. Die Gruppe kommt dort zusammen und feiert ihren Erfolg, das verlorene Licht zurückgebracht zu haben.
Spiel: Geschichten im Lichterkreis
Nach der aufregenden Fackeljagd endet die Gruppenstunde mit einem ruhigen Spiel. Die Teilnehmer*innen setzen sich im Lichtkreis zusammen und teilen ihre Gedanken zum Erlebten. Startet dazu eine Erzählrunde, in der sich alle reihum ein winterliches Abenteuer ausdenken. Wer möchte, kann seine Gedanken auf einen Zettel schreiben, die in eine Laterne (nur LED-Lampen!) gelegt werden, um symbolisch das Licht ihrer Ideen in die Nacht zu tragen.
Abschlussrunde und Verabschiedung
Zum Schluss der Stunde gibt es eine kurze Reflexionsrunde, in der die Kinder und Jugendlichen darüber sprechen, was ihnen am besten gefallen hat und was sie aus der Gruppenstunden-Reihe mitnehmen. Welche Aufgaben waren spannend? Wie war es, gemeinsam unterwegs zu sein? Die Gruppe teilt ihre Erkenntnisse und stimmt sich gemeinsam auf einen Abschluss der Gruppenstunden ein. Erinnert die Teilnehmenden noch einmal daran, dass der Winter auch ohne Schnee seine ganz eigene Magie hat – vor allem, wenn Menschen zusammenkommen, Licht und Wärme teilen und dabei gemeinsam Abenteuer erleben.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material:
– Taschenlampen, LED-Fackeln und/oder Laternen
– Leuchtkreide oder reflektierende Marker
– Kerzen oder kleine Windlichter
– Schablonen oder ausgeschnittene Motive
– Feuerstelle oder eine große Lichtquelle
– Zettel und Stifte

