Das Erntedankfest ist eine der ältesten und bedeutendsten Traditionen, die weltweit gefeiert werden. Es dient dazu, die Ernte eines Jahres zu würdigen und Dankbarkeit für die Fülle der Natur und das tägliche Brot auszudrücken. Besonders in einer Zeit, in der Ressourcenknappheit, Umweltprobleme und Lebensmittelverschwendung präsent sind, ist dieses Fest wichtiger denn je. Das Erntedankfest ist eine wertvolle Gelegenheit, mit Kindern und Jugendlichen über die Bedeutung von Dankbarkeit, Nachhaltigkeit und Wertschätzung ins Gespräch zu kommen. Diese Gruppenstunden-Reihe umfasst drei thematisch verbundene Stunden, die aufeinander aufbauen und das Nachdenken sowie das Erleben und Gestalten in den Vordergrund stellen. Ziel ist es, den Teilnehmenden einen Zugang zu den Themen Dankbarkeit und Naturverbundenheit zu vermitteln, indem sie spielerisch und kreativ eingebunden werden.
- Gruppenstunde 1: Erntedank – Ursprung und Bedeutung
- Aufwärmspiel: Dankbarkeits-Staffel
- Einführung ins Thema
- Kreative Aufgabe: Erntedank-Mandala
- Abschlussrunde
- Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen:
- Gruppenstunde 2: Die Fülle der Erde erkennen
- Begrüßung und Einstieg
- Aufwärmspiel: Farbensuche
- Thematische Einführung
- Arbeit am Thema: Pflanzen säen
- Abschluss
- Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
- Gruppenstunde 3: Gemeinsam feiern
Gruppenstunde 1: Erntedank – Ursprung und Bedeutung
In dieser ersten Gruppenstunde lernen die Teilnehmenden, was das Erntedankfest bedeutet und setzen sich mit der Frage auseinander, wofür sie selbst dankbar sind. Es geht darum, das Thema spielerisch und kreativ einzuführen und erste Reflexionen anzuregen.
Aufwärmspiel: Dankbarkeits-Staffel
Zu Beginn der Stunde werden alle Teilnehmenden mit einem Begrüßungsritual willkommen geheißen. Dabei stellt ihr beispielsweise eine brennende Kerze in die Mitte und erklärt, dass diese das Licht der Dankbarkeit symbolisiert, das alle durch die kommenden Stunden begleiten wird. Um die Gruppe in Bewegung zu bringen und erste Gedanken zum Thema Dankbarkeit zu wecken, wird eine Staffel veranstaltet. Die Gruppe wird in zwei oder mehr Teams aufgeteilt, die in einer Reihe stehen. Jede*r Teilnehmende erhält einen kleinen Gegenstand, der Dankbarkeit symbolisieren soll, zum Beispiel einen Stein, eine Blume oder einen Zweig. Die Aufgabe besteht darin, diesen Gegenstand an die nächste Person in der Reihe weiterzugeben, aber nicht einfach nur so: Bevor der Gegenstand übergeben wird, muss jede*r laut sagen, wofür sie oder er dankbar ist. Das kann eine Kleinigkeit sein, wie „Ich bin dankbar für die Sonne heute“ oder etwas Größeres, wie „Ich bin dankbar, dass ich zur Schule gehen darf“. Wenn der Gegenstand einmal durch die Reihe gereicht wurde, beginnt die nächste Runde. Dabei dürfen keine Wiederholungen vorkommen.
Einführung ins Thema
Nachdem die Gruppe durch das Spiel aufgewärmt ist, setzt ihr euch in einen Kreis und sprecht über die Bedeutung von Erntedank. Fragt in die Runde, ob jemand schon einmal von diesem Fest gehört hat oder vielleicht selbst ein Erntedankfest miterlebt hat. Nutzt die Antworten der Kinder und Jugendlichen und geht auf die Geschichte des Fests ein. Erklärt, dass Erntedank eines der ältesten Feste der Menschheit ist, das schon vor Tausenden von Jahren gefeiert wurde. Damals war es eine Gelegenheit, die Götter oder die Natur für eine gute Ernte zu ehren und sich für die Fülle an Nahrung zu bedanken. In der heutigen Zeit wird Erntedank vielerorts anders gefeiert, aber die Grundidee bleibt gleich: Dankbarkeit zeigen für das, was wir haben. Erklärt, dass es um die Ernte von Nahrung geht und auch darum, alles wertzuschätzen, was euch umgibt – die Natur, eure Mitmenschen und die kleinen Dinge, die den Alltag bereichern. Fragt die Gruppe, wofür sie im Alltag dankbar sind.
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Kreative Aufgabe: Erntedank-Mandala
Im nächsten Schritt geht es darum, Dankbarkeit künstlerisch und gemeinsam auszudrücken. Dafür bereitet ihr im Vorfeld verschiedene Naturmaterialien vor, wie Blätter, Zweige, Steine, Blüten oder Samen. Diese Materialien legt ihr in der Mitte des Raumes aus, sodass alle gut darauf zugreifen können. Die Aufgabe der Gruppe besteht darin, gemeinsam ein großes Mandala auf dem Boden zu gestalten. Dieses Mandala soll die Dinge symbolisieren, für die die Gruppe dankbar ist. Während der Gestaltung könnt ihr die Kinder und Jugendlichen anregen, über die Bedeutung der einzelnen Materialien nachzudenken und ihre Auswahl zu erklären. Das Mandala bleibt am Ende der Stunde als Gemeinschaftswerk bestehen und kann, wenn möglich, fotografiert werden.
Abschlussrunde
Zum Abschluss der Stunde kommt ihr wieder im Kreis zusammen. Jede*r Teilnehmende darf in einem Satz sagen, was sie oder er aus dieser ersten Stunde mitnimmt. Ihr könnt die brennende Kerze erneut in die Mitte stellen und erklären, dass sie das Licht der Dankbarkeit symbolisiert, das ihr in die nächsten Stunden mitnehmen werdet.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen:
Material:
– Kerze und Streichhölzer/Feuerzeug
– Gegenstände für das Aufwärmspiel (z. B. Steine, Blumen, Zweige)
– Naturmaterialien für das Mandala (Blätter, Blüten, Zweige, Steine, Samen)
– Decken oder Sitzkissen für den Sitzkreis
– Kamera/Smartphone (optional) für ein Erinnerungsfoto des Mandalas
Gruppenstunde 2: Die Fülle der Erde erkennen
Die zweite Gruppenstunde der Reihe „Erntedank“ konzentriert sich darauf, wie vielfältig und reichhaltig die Natur alle versorgt. Ziel ist es, den Teilnehmenden bewusst zu machen, wie viele Ressourcen und wie viel Arbeit in unseren Lebensmitteln stecken und ihnen eine Wertschätzung für die Fülle der Erde zu vermitteln.
Begrüßung und Einstieg
Zu Beginn der Stunde versammelt ihr euch mit den Kindern und Jugendlichen im Kreis. Zündet erneut die Dankbarkeitskerze an und knüpft damit an das Ritual der ersten Gruppenstunde. Begrüßt die Teilnehmenden herzlich und fragt sie, ob sie aus der letzten Stunde etwas mitgenommen haben, das sie teilen möchten. Gebt Raum für kurze Rückmeldungen – vielleicht erinnert sich jemand besonders an die Dankbarkeitsrunde oder die Spiele. Dann führt ihr die Gruppe langsam an das Thema der heutigen Einheit heran. Schaut euch an, wie reich die Natur ist. Sie gibt so vieles: Obst, Gemüse, Getreide – all das, was wir täglich essen. Aber woher kommt das eigentlich? Und wie viel Arbeit steckt dahinter?
Aufwärmspiel: Farbensuche
Um die Kinder und Jugendlichen spielerisch auf das Thema einzustimmen, beginnt ihr mit einem einfachen Spiel, das drinnen oder draußen durchgeführt werden kann. Für die „Farbensuche“ erklärt ihr den Teilnehmenden, dass sie Farben in ihrer Umgebung finden sollen, die an Obst oder Gemüse erinnern. Gebt Beispiele wie Rot für Tomaten oder Äpfel, Gelb für Mais oder Bananen, Grün für Salat oder Gurken. Die Kinder und Jugendlichen haben fünf Minuten Zeit, um passende Gegenstände zu finden. Die gefundenen Gegenstände werden in die Mitte gelegt und gemeinsam betrachtet.
Thematische Einführung
Setzt euch nach dem Spiel mit der Gruppe in den Kreis und beginnt eine Gesprächsrunde. Fragt die Teilnehmenden: „Habt ihr euch schon einmal gefragt, woher das Essen auf euren Tellern eigentlich kommt?“ Die meisten werden wahrscheinlich antworten, dass sie ihre Lebensmittel aus dem Supermarkt holen. Geht auf diese Antworten ein und erklärt, dass jedes Lebensmittel einen langen Weg hinter sich hat, bevor es dort landet. Beschreibt, wie Obst und Gemüse angebaut werden, welche Pflege sie benötigen und welche Arbeit hinter der Ernte steckt. Erzählt auch von der Bedeutung der Jahreszeiten für die Landwirtschaft und wie die Natur uns im Herbst mit einer reichen Ernte beschenkt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr an dieser Stelle einen christlichen Bezug herstellen und darauf hinweisen, dass das Erntedankfest auch eine Gelegenheit ist, für diese Gaben zu danken. Sprecht mit der Gruppe über die Bedeutung von regionalen Lebensmitteln und warum es wichtig ist, die Arbeit von Landwirt*innen zu schätzen. Fragt die Teilnehmenden, ob sie sich vorstellen können, wie viel Mühe es macht, einen Apfel oder eine Tomate zu produzieren und regt zum Nachdenken an, wie oft Lebensmittel verschwendet werden.
Arbeit am Thema: Pflanzen säen
Nun beginnt der kreative Teil der Stunde, bei dem die Kinder und Jugendlichen aktiv werden. Ihr habt im Vorfeld kleine Töpfe oder Becher, Erde und Samen vorbereitet. Jede*r Teilnehmende bekommt ein eigenes Gefäß, das sie*er befüllen und bepflanzen kann. Erklärt den Prozess Schritt für Schritt: Zuerst wird das Gefäß etwa zu drei Vierteln mit Erde gefüllt. Danach streuen die Teilnehmenden vorsichtig einige Samen – zum Beispiel von Kresse oder Radieschen – in die Erde. Anschließend bedecken sie die Samen mit einer dünnen Erdschicht und gießen diese leicht an. Während die Kinder und Jugendlichen arbeiten, sprecht ihr mit ihnen über die Bedeutung des Säens. Erklärt, dass Pflanzen Zeit, Pflege und Geduld brauchen, um zu wachsen. Sprecht auch über den symbolischen Aspekt des Säens: Wie fühlt es sich an, etwas Eigenes zu pflanzen und dabei zuzusehen, wie es wächst? Ermutigt die Teilnehmenden, ihre Töpfe mit nach Hause zu nehmen und regelmäßig zu pflegen.
Abschluss
Zum Abschluss der Stunde versammelt ihr die Gruppe erneut im Kreis. Fragt die Gruppe, ob sie jetzt anders über die Lebensmittel nachdenkt, die sie täglich konsumiert. Lasst die Teilnehmenden ihre Eindrücke teilen und reflektieren, was sie über die Fülle der Erde gelernt haben. Beendet die Stunde mit einer Dankbarkeitsrunde. Jede*r darf etwas nennen, wofür sie*er dankbar ist – sei es die Natur, das Essen oder ein Erlebnis aus der Stunde. Verabschiedet euch mit einem Hinweis auf die nächste Einheit und bläst gemeinsam die Kerze aus, um das Ritual zu beenden.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material:
– kleine Töpfe oder Becher
– Blumenerde
– Samen (z. B. Kresse oder Radieschen)
– Löffel oder kleine Schaufeln
– Wasserbehälter
Gruppenstunde 3: Gemeinsam feiern
Die dritte und letzte Gruppenstunde der Reihe „Erntedank“ steht ganz im Zeichen des Feierns und der Reflexion. Nach zwei thematisch orientierten Einheiten, in denen die Teilnehmenden Dankbarkeit erforscht und die Fülle der Natur kennengelernt haben, ist es nun Zeit, diese Erkenntnisse zu würdigen und gemeinsam ein kleines Fest zu feiern.
Begrüßung und Einstieg
Die Stunde beginnt mit einem vertrauten Ritual: Die Teilnehmenden versammeln sich im Kreis und die Dankbarkeitskerze wird entzündet. Ihr begrüßt die Gruppe herzlich und erklärt: „Heute feiern wir ein kleines Fest, um für all das Gute dankbar zu sein, das wir in den letzten Stunden erlebt und über die Natur gelernt haben. Dieses Fest ist ein Zeichen der Gemeinschaft und der Dankbarkeit.“ Lasst die Teilnehmenden ihre Gedanken zu den bisherigen Gruppenstunden teilen. Fragt: „Gab es etwas, das euch besonders gefallen oder beeindruckt hat? Vielleicht eine Idee, die euch noch beschäftigt?“ Lasst die Kinder und Jugendlichen frei sprechen und nehmt ihre Gedanken dankbar auf.
Festvorbereitung: Eine gemeinsame Tafel
Nach der Begrüßung wird die Gruppe in die Vorbereitung des Festes eingebunden. Ein Fest braucht natürlich eine schön gedeckte Tafel. Gemeinsam bereitet ihr jetzt alles vor – denn ein Festmahl schmeckt am besten, wenn alle mithelfen. Teilt die Gruppe in kleine Teams ein, die sich um verschiedene Aufgaben kümmern:
1. Dekoration der Tafel
Ein Team gestaltet den Tisch. Verwendet Naturmaterialien wie Blätter, Kastanien oder Blumen, die ihr aus der Umgebung gesammelt habt. Auch einfache Tischdecken oder Decken schaffen eine gemütliche Atmosphäre.
2. Zubereitung des Essens
Ein weiteres Team kümmert sich um das Essen. Hier können die Kinder und Jugendlichen Brot in Scheiben schneiden, Aufstriche in Schalen füllen und Obst und Gemüse appetitlich anrichten. Achtet darauf, dass alle mithelfen – ob beim Schneiden, Dekorieren oder Servieren.
3. Vorbereitung der Sitzplätze
Das letzte Team arrangiert Sitzoptionen, damit alle bequem Platz finden. Stellt Kissen oder Decken bereit, wenn keine Stühle vorhanden sind.
Während der Vorbereitung ermutigt ihr die Gruppe, miteinander ins Gespräch zu kommen. Fragt sie, welche Feste sie bereits gefeiert haben und was diese für sie bedeuteten.
Das gemeinsame Fest
Sobald alles vorbereitet ist, versammelt ihr euch an der festlich gedeckten Tafel. Bevor das Essen beginnt, nehmt euch einen Moment der Stille und bittet die Teilnehmenden, über etwas nachzudenken, wofür sie dankbar sind. Leitet diesen Moment mit einer kurzen Geschichte oder einem Gedanken zum Thema Dankbarkeit ein. Stellt euch vor, jede Scheibe Brot, jeder Apfel und jede Tomate auf dem Tisch haben eine Reise hinter sich. Sie wurden gesät, gepflegt und geerntet, oft mit viel Geduld und Mühe. Heute genießt ihr sie – und dafür dürft ihr dankbar sein. Dankbar für die Arbeit der Menschen, die euch versorgen, für die Erde, die euch nährt und für die Gemeinschaft, die euch verbindet. Nach diesem besinnlichen Moment beginnt das Festmahl. Alle dürfen sich bedienen und das Essen genießen.
Reflexion: Was bleibt?
Nach dem Festmahl und dem gemeinsamen Aufräumen setzt ihr euch mit der Gruppe in einen Kreis und schließt die Stunde und die gesamte Gruppenstunden-Reihe ab. Fragt die Teilnehmenden: „Was nehmt ihr aus den drei Stunden mit? Gab es etwas, das euch besonders gefallen hat oder das ihr in Zukunft anders machen möchtet?“ Lasst die Teilnehmenden frei sprechen und fasst am Ende zusammen, welche Erkenntnisse und Erlebnisse besonders wichtig waren. Wenn ihr möchtet, haltet ihr die wichtigsten Punkte auf einem Plakat oder einer Tafel fest, damit die Gruppe ihre Gedanken visuell vor sich sieht. Zum Ende wird die Dankbarkeitskerze ein letztes Mal gelöscht, während ihr der Gruppe für ihre Teilnahme und ihr Engagement dankt. Verabschiedet euch herzlich und erinnert sie daran, dass Dankbarkeit auch im Alltag Platz findet.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material:
– Brot, verschiedene Aufstriche
– Obst und Gemüse (mundgerecht geschnitten)
– Messer, Schalen, Teller, Becher, Servietten
– Dekorationsmaterial (Blätter, Blüten, Kastanien)
– Dankbarkeitskerze
– Kissen oder andere Sitzoptionen

