Alleinsein ist für viele Kinder und Jugendliche ambivalent: Manchmal tut es gut – manchmal macht es Angst. In diesem Impuls geht es darum, das Alleinsein nicht nur als Mangel zu sehen, sondern auch als Möglichkeit, sich selbst zu begegnen. Er lädt ein, die Stille zu spüren, innere Räume zu entdecken und allein zu sein, ohne sich einsam zu fühlen. Geeignet für ruhige Momente in der Gruppe – ohne Vorbereitungsaufwand, drinnen oder draußen.
Hinführung zum Thema: Wenn keiner da ist
Langsam und ruhig erzählen oder vorlesen.
Manchmal ist niemand da.
Kein Gespräch. Kein Lachen. Keine Nachricht.
Dann bist du mit dir allein.
Manchmal ist das schön.
Keiner stört. Du kannst träumen, lesen, denken.
Aber manchmal fühlt sich das Alleinsein leer an.
Still. Schwer.
Du denkst: Bin ich vergessen? Interessiert sich niemand für mich?
Doch das Alleinsein ist nicht dein Feind.
Es kann ein stiller Freund sein.
Ein Moment, in dem du nur für dich da bist.
In dem du dich selbst hörst.
Und vielleicht auch etwas – oder jemanden – Größeres, das bei dir ist, auch wenn niemand sonst da ist.
Impulsfragen zum Weiterdenken
Zur persönlichen Reflexion, als Gesprächsimpuls oder in der Gruppe.
- Wann bist du gern allein? Was tust du dann?
- Wann macht dir Alleinsein Angst oder fühlt sich schwer an?
- Was hilft dir, dich selbst nicht zu verlieren, wenn du allein bist?
- Glaubst du, man kann allein sein – und sich trotzdem verbunden fühlen?
Meditation: In meiner eigenen Mitte
Geführte Stille-Übung im Sitzen oder Liegen. Dauer ca. 2 Minuten.
Mach es dir bequem.
Schließ die Augen, wenn du magst.
Atme ein … und aus. Noch einmal.
Stell dir vor, du sitzt in einem inneren Raum.
Ganz ruhig. Ganz still. Nur du bist da.
Du hörst deinen Atem.
Du spürst deinen Körper.
Du musst nichts sagen. Nichts leisten. Einfach nur sein.
In diesem Raum bist du nicht einsam.
Denn du bist bei dir.
Und vielleicht spürst du auch: Etwas ist bei dir.
Eine Kraft. Ein Licht. Etwas Größeres, das dich kennt – und hält.
Du bist nicht vergessen.
Du bist getragen – auch im Alleinsein.
Atme noch einmal tief ein … und langsam aus.
Dann öffne die Augen.
Gebet: Wenn ich allein bin
Kann innerlich oder gemeinsam gesprochen werden.
Manchmal bin ich allein.
Still ist es dann – in mir und um mich.
Ich bitte dich:
Sei du bei mir.
In meinen Gedanken. In meinem Herzen.
Zeig mir: Ich bin genug. So wie ich bin.
Wenn ich einsam bin,
lass mich daran denken:
Ich bin gehalten.
Ich bin geliebt.
Ich bin nie ganz allein.
Amen.
Abschlusstext: Allein, aber nicht verlassen
Als ruhiger Abschluss oder Übergang.
Alleinsein ist nichts, wovor du dich fürchten musst.
Es ist ein Raum, in dem du dich selbst finden kannst.
In dem du merkst: Ich kann still werden. Ich darf fühlen. Ich darf sein.
Und manchmal ist gerade das Alleinsein der Moment,
in dem du spürst:
Ich bin verbunden – mit mir, mit dem Leben, mit etwas Größerem.

