Kennt ihr das? Die Gruppenstunde hat noch gar nicht richtig begonnen, aber im Raum ist schon jede Menge los. Kinder und Jugendliche kommen nach und nach an, Jacken fliegen irgendwohin, die ersten rennen durch den Raum, andere stehen unsicher herum, manche reden laut durcheinander – und ihr versucht parallel noch Material vorzubereiten, letzte Absprachen zu treffen oder die Anwesenheit im Blick zu behalten.
Diese ersten Minuten entscheiden oft darüber, wie gut der Start in die Gruppenstunde gelingt. Denn Ankommen ist mehr als nur „da sein“. Kinder und Jugendliche bringen den Tag mit: Schule, Stress, Müdigkeit, Vorfreude, Bewegungsdrang oder auch Unsicherheit. Wenn es in dieser Phase keine klare Orientierung gibt, entsteht schnell Unruhe.
Hilfreich ist deshalb ein fester Ankommensrahmen. Das muss nichts Großes sein. Schon eine kleine, offene Aufgabe kann reichen, die sofort funktioniert – ohne lange Erklärung und ohne dass alle gleichzeitig starten müssen. Zum Beispiel: eine Frage des Tages beantworten, ein kleines Rätsel lösen, eine Karte gestalten, einen Bauauftrag mit Klötzen beginnen, ein leises Tischspiel spielen oder auf einem Plakat abstimmen.
Wichtig ist: Die Aufgabe sollte freiwillig niedrigschwellig sein, aber trotzdem einladen. Wer Energie loswerden muss, bekommt etwas zu tun. Wer erst einmal beobachten möchte, darf langsam ankommen. Wer neu ist, findet leichter einen Einstieg. Und ihr als Leitung habt ein paar Minuten Luft, ohne ständig „Nicht rennen!“, „Warte noch!“ oder „Wir fangen gleich an!“ rufen zu müssen.
Noch besser wirkt das Ganze, wenn daraus ein Ritual wird. Zum Beispiel beginnt jede Gruppenstunde mit einer kleinen „Ankommensstation“: Auf einem Tisch liegt immer eine kurze Aufgabe bereit, an der alle mitmachen können, sobald sie da sind. Nach fünf bis zehn Minuten gibt es dann ein klares Startsignal – etwa ein Lied, ein Gong, ein gemeinsamer Kreis oder eine feste Begrüßungsfrage.
So wird aus einer chaotischen Übergangszeit ein bewusster Einstieg. Kinder und Jugendliche erleben: Ich bin willkommen, ich weiß, was ich tun kann, und gleich geht es gemeinsam los.
Direkt ausprobieren:
Legt für die nächste Gruppenstunde schon vor Beginn eine einfache Aufgabe bereit, die ohne Erklärung funktioniert. Zum Beispiel: „Male auf einen Zettel, wie dein Tag heute war“, „Baue gemeinsam mit anderen den höchsten Turm aus 20 Bausteinen“ oder „Klebe einen Punkt zu der Frage: Worauf hast du heute Lust – Spiel, Kreativität, Bewegung oder Gespräch?“
Fürs Leitungsteam:
Vereinbart vorher, wer in den ersten Minuten die Kinder und Jugendlichen begrüßt, wer den Raum im Blick behält und wer letzte Vorbereitungen übernimmt. Gerade beim Ankommen hilft eine klare Rollenverteilung enorm.






