Teamer mit HelmEinen Einstieg zu finden ist bei dieser Angelegenheit sicher nicht einfach. Ein Thema in sich selbst verschlossen und kompliziert. Iwo! Was soll ich dazu noch sagen als: Willkommen in der Welt des RUF-Mitarbeiters zur Winterzeit. Geht mit auf eine Reise erst eineinhalb mal durch Deutschland bis in die Berge des Zillertals in Österreich in das kleine Örtchen Uderns und das Skigebiet Hochzillertal/Kaltenbach. Rauf auf’en Berg und wieder runter, rauf und wieder runter und und und. Diesen nun abgesteckten Aktionsrahmen versuchen wir nun mit Inhalt zu füllen, wir wünschen Ski heil und Servus di Wadln..


Bevor es auf den Berg ging musste natürlich eine gewisse Strecke hinter sich gebracht werden. Wo man früher einen Fußmarsch in Betracht zog und in letzter Zeit vermehrt Busse eingesetzt wurden, setzte RUF auf eine für das Unternehmen neue Art der Fortbewegung: Es wird mit dem Zug gefahren, unserm eigenen Zug mit 13 Wagons und Platz für über 850 Jugendliche, die mit uns aufbrachen die Alpen zu erobern. Für mich begann die Reise bereits am 1. Weihnachtsfeiertag, um 12 Uhr mittags mit dem Einstieg in Münster in einen leeren ‚Mountain-Express‘. Erste Station war Hamburg-Harburg. Bis dahin mussten Flyer verteilt, der Zug geschmückt und alles durchgesprochen werden. Für 16:04 Uhr war die Premierenfahrt geplant und so auch in die Tat umgesetzt, alles lief wie am Schnürchen! Auf machte sich ein 900m langer Zug von Hamburg über Münster, das Ruhrgebiet, das Rheinland runter bis Stuttgart, Ulm und München und vielen weiteren Zwischenhalten bis schließlich die Endstation Jenbach erreicht wurde.

Kleine Vorfälle gab es viele, doch nichts wirklich schwerwiegendes. Abgesehen von der langsamen Schiebelok, die ab Stuttgart nicht mehr hinterhehr kam und so eine Stunde Verspätung auf den Zeitplan zauberte ist nicht viel passiert. Die Stimmung bei den Teilnehmern war gut, im Tanzwagen wurde ausgiebig gefeiert, die Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub stand allen ins Gesicht geschrieben. Ganz ohne Disharmonien ging es natürlich auch nicht über die Bühne. Aus bahntechnischen Gründen war es leider unerlässlich größere Gruppen auseinander zu reißen (10 Leute gehen einfach nicht in ein 6er Abteil) und es ist sicherlich auch verständlich, dass die Gruppen die in Süddeutschland als letztes in den Zug stiegen kein Abteil mehr für sich bekamen. So ist das Leben eines Bahnreisenden eben…

Team ZillertalNun, mitten in Medias Res, noch ein Wort zur Überschrift. In der Tat war es bei mir „the same procedure as last year“, zwar nicht mit der Bahn aber die selbe Chefin, der selbe Ort, das selbe Haus und sogar der selber Mitteamer an meiner Seite, was soll da noch schief gehen? Vorweg, so einiges ging schief und es war ein vollkommen anderes Erlebnis als im vergangenen Jahr. Aus einer kleinen muckeligen Desti ist das größte Winterreiseziel von RUF Jugendreisen geworden. Aus 6 Teamern sind 12 geworden, aus 120 Teilnehmer, 220. Alles ein bissel größer dimensioniert. Kein Wunder, dass auch mehr vorgefallen ist.

Am Interessantesten ist im Winter sicherlich die Verletzten-Statistik. Sie spricht Bände! An sechseinhalb Skitagen schafften es 20 Teilnehmer sich durchaus schwerer zu verletzten. Darunter zwei Gehirnerschütterungen (eine schwere, eine leichte), ein Schlüsselbeinbruch (wohl gemerkt passiert auf der „Hoberg Baby Route“), ein Handgelenksbruch, einen gebrochenen Daumen und viele weitere skirogische Themenfelder (dem geschulten Auge ist an dieser Stelle ein Wortwitz aufgefallen). Einen Zündstoff liefert unsere Statistik im ewigen Streit zwischen Skifahrern und Snowboardern. Von den 20 Verletzten waren 18 Boarder und nur ein Unfall ist in einer geguideten Gruppe passiert. Dazu muss man wissen, dass wir Snowguides (wie die Teamer im Winter genannt werden) den Teilnehmern Gruppen nach verschiedenen Könnensstufen anbieten. So hatte ich am häufigsten das Vergnügen mit der langsamen Gruppe, während sich manch‘ anderer gerne bei den Schnellen austobte.

Meine Liebe gehörte exklusive den Langsamen, die sich mit Namen wie die „Ahornschnecken“ oder die „Chillkröten“ selbst nicht so ernst nahmen und aus ihrem noch nicht so guten Fahrkönnen keinen Hehl machten. So soll es doch sein! So wurde nicht nur gefahren sondern auch Gefahren dadurch vorgebeugt, dass man vorausschauend und defensiv hinab ins Tal glitt und immer Zeit für den ein oder andern Scherz blieb. Dies jedoch schienen einige Teilnehmer nicht verstanden zu haben. Zugegeben habe ich den ein oder anderen Scherz gemacht, das ein oder anderen vielseitig auslegbare Wort ist auch gefallen, aber mich deswegen während des Mittagsessen auf der Hütte von Oben bis Unten einzuseifen, ist das die richtig Reaktion? Ja, eigentlich schon! „Das war dafür, dass du uns die ganze Woche so verarscht hast!“ Danke, bitte, gern geschehen!

Dieses kleine Duell spitze sich bis zum letzten Abend zu als es hieß „Schlag den Teamer!“. In sieben verschiedenen Disziplinen konnten die Teilnehmer gegen uns antreten und uns die eigenen Arroganz zurückzahlen. Das Ergebnis zuerst: sie haben uns vernichtend geschlagen. Nicht nur das Toastwettessen, den Jenga-Turm, das Tauchen, das Autoquartett, das Flaschen-Exen sondern auch das Listenabkarken und die finale Schneeballschlacht gingen auf das Konto der Kleinen, sie waren uns einfach in allen überlegen, traurig aber wahr!

Dies sind auch die Stichwörter, die den Abreisetag am 2. Januar am Besten beschreiben. Mit dem Bus ging es wieder nach Jenbach und von dort in den halben Mountain-Express. Ich vergaß zu erwähnen, dass der Zug jeweils ab/bis Wörgl ein Doppelleben führte, 1-5 Zillertal, 6-13 der Rest. Was bleibt nun vom Rest? Die Rückfahrt? Anekdoten, Vorfälle, Unfälle? Nada! Entspannt im Schlafwagen Richtung Heimat, so sollte die Heimreise immer von Statten gehen. Um 4:32Uhr in aller herrgottsfrüh wieder in Münster, den letzten Teilnehmern Tschüss gesagt und totmüde, aber zufrieden auf ins Bett. Schön war’s, der Winter bei RUF Jugendreisen…bis nächstes Jahr, denn erinnere dich: the same procedure as last year….the same procedure as every year….

3 KOMMENTARE

  1. War schon ein aufregendes Novum bei RUF und ganz ehrlich, es hat sich voll bewert, trotz der kleineren Probleme, die bei der Premiere unumgänglich sind. Die zweite Tour der 13 bis 21jährigen (womit wir die Frage nach dem Alter elegant bedient hätten) wurde zum Beispiel absolut pünktlich gefahren. Freue mich schon auf die Bahnfahrt nach Lloret 😉

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