Wie viel wäre dir ein monatliches Abo für unbegrenzt Currywurst, spontane Fußmassagen oder jederzeit frische Bettwäsche wert? Auf TikTok und Instagram kursiert ein einfaches Gedankenspiel: Nutzer*innen erfinden Dienstleistungen, die es so meist gar nicht gibt, legen einen monatlichen Preis fest – und fragen andere: Würdest du dieses Abo abschließen?
Der Reiz liegt weniger im Konsum als im Vergleichen. Während eine Person für tägliches Lieblingsessen sofort 50 Euro zahlen würde, ist einer anderen genau das keinen Cent wert. So entstehen Diskussionen über Vorlieben, Bequemlichkeit, Luxus und darüber, was Menschen eigentlich wichtig ist. Gleichzeitig greift der Trend eine Alltagserfahrung vieler Jugendlicher auf: Streaming, Musik, Games, Apps und andere Angebote werden längst selbstverständlich im Abo bezahlt.
Das Format verbindet deshalb Humor mit einer überraschend interessanten Frage: Welchen Wert geben wir Dingen – und warum? Gerade die völlig übertriebenen Angebote machen das Spiel unterhaltsam.
Ableitungen für die Jugendarbeit
Für Gruppenstunden eignet sich der Trend hervorragend, weil Jugendleiter*innen dafür weder Smartphone noch TikTok benötigen. Aus dem Social-Media-Spiel kann schnell ein Gespräch über Geld, Bedürfnisse, Konsum und unterschiedliche Lebensrealitäten entstehen. Wichtig ist dabei, Preise nicht zum Wettbewerb zu machen: Wie viel Taschengeld oder finanziellen Spielraum Jugendliche haben, unterscheidet sich stark. Interessanter als „Wer könnte sich das leisten?“ ist deshalb die Frage: Warum wäre mir etwas wertvoll? Gruppen können zudem eigene gemeinnützige Abos erfinden: unbegrenzt Hilfe bei Hausaufgaben, jeden Tag jemanden zum Reden oder monatlich einen gemeinsamen Ausflug. So verschiebt sich der Blick vom Kaufen zu Bedürfnissen, Gemeinschaft und Lebensqualität.
Diskussionsfragen für deine Gruppe
Die skurrilen Abos können zum Einstieg dienen – anschließend darf es etwas grundsätzlicher werden:
- Für welches erfundene Abo würdest du sofort Geld bezahlen – und welches wäre dir keinen Euro wert?
- Welche Dinge bezahlen Menschen regelmäßig, obwohl sie sie eigentlich kaum nutzen?
- Was würdest du gerne als „Flatrate“ haben, das man mit Geld überhaupt nicht kaufen kann?
15-Minuten-Methode: „Investierst du?“
Alle bekommen zunächst drei Minuten Zeit und erfinden zwei möglichst kreative Abos samt Monatspreis: etwa „Pommes, wann immer du willst – 29 €“, „Nie wieder Zimmer aufräumen – 80 €“ oder „Jeden Tag ein Kompliment – 2 €“. Danach werden die Angebote nacheinander vorgestellt. Die anderen positionieren sich im Raum: eine Seite bedeutet „Sofort abonnieren“, die andere „Niemals“. Dazwischen sind alle Abstufungen erlaubt. Nach jedem Angebot erzählen zwei oder drei Personen kurz, warum sie dort stehen.
Zum Abschluss folgt eine letzte Runde ohne Preis: „Welches Abo würde dein Leben wirklich besser machen?“ Aus den Antworten lässt sich gemeinsam herausarbeiten, welche Wünsche hinter den lustigen Angeboten stecken – von Entspannung und Anerkennung bis zu Gemeinschaft, Zeit oder Selbstbestimmung.






