Wehrdienst-Debatte: Junge Menschen wollen nicht nur betroffen sein, sondern mitreden

Die bundesweite JuWe-Studie der Universität Hildesheim zeigt: Der neue Wehrdienst ist für Jugendliche und junge Erwachsene kein Randthema. Befragt wurden 4.181 junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren; über 80 Prozent sagen, dass sie das Thema beschäftigt. Dabei geht es nicht nur um Zustimmung oder Ablehnung. Viele setzen sich ernsthaft mit Sicherheit, Verantwortung, Krieg, Gewalt und der eigenen Lebensplanung auseinander. Gleichzeitig fühlt sich ein großer Teil nicht ausreichend informiert: Nur etwa ein Drittel beschreibt sich als gut oder sehr gut informiert, 41,6 Prozent fühlen sich nicht ausreichend informiert, um sich eine Meinung zu bilden. Besonders deutlich ist das Beteiligungsproblem: Nur 13,6 Prozent glauben, dass junge Menschen bei Entscheidungen zum Wehrdienst berücksichtigt werden; 74,3 Prozent sehen vor allem ältere Generationen als prägend für die Debatte.

Ableitungen für die Jugendarbeit

Für die Jugendarbeit ist das Thema sensibel, aber wichtig. Jugendleiter*innen müssen keine sicherheitspolitischen Expert*innen sein, sollten aber Räume schaffen, in denen junge Menschen Fragen, Unsicherheiten, Wut, Angst, Zustimmung oder Ambivalenz ausdrücken können. Entscheidend ist eine Haltung, die weder moralisch drängt noch das Thema vermeidet. Gerade weil viele junge Menschen das Gefühl haben, politisch nicht gehört zu werden, können Gruppenstunden ein Ort demokratischer Selbstwirksamkeit sein: Informationen sortieren, unterschiedliche Positionen zulassen, Betroffenheit anerkennen und deutlich machen, dass politische Bildung mehr ist als Meinungsabfrage.

Diskussionsfragen für deine Gruppe

Diese Fragen helfen, das Thema offen und respektvoll ins Gespräch zu bringen:

  1. Was löst die Debatte um Wehrdienst, Sicherheit und Verantwortung bei dir aus?
  2. Welche Informationen bräuchtest du, um dir eine faire Meinung zu bilden?
  3. Wer sollte bei Entscheidungen stärker gehört werden, wenn vor allem junge Menschen betroffen sind?

Gruppenstunden-Baustein: 15-Minuten-Methode „Standpunkt & Fragezeichen“

Lege drei Bereiche im Raum fest: „Stimme zu“, „Bin unsicher“, „Stimme nicht zu“. Lies nacheinander Aussagen vor, etwa: „Junge Menschen werden in politischen Entscheidungen ernst genommen“ oder „Sicherheit ist auch Verantwortung meiner Generation“. Die Teilnehmenden stellen sich jeweils zu einem Bereich. Danach tauschen sie sich kurz mit einer Person aus einem anderen Bereich aus: Warum stehst du dort? Was müsste passieren, damit du deine Position veränderst? Zum Abschluss sammelt ihr offene Fragen auf Karten. Diese können Grundlage für eine weitere Gruppenstunde mit Recherche, Expert*innengespräch oder Jugendbeteiligungsaktion sein.

jetzt aktuell
ab 24. Juni
Saisonaler Tipp

Sommerferien-Start / Ferienprogramm

Die Sommerferien stehen vor der Tür und bieten die perfekte Gelegenheit, kreative Aktionen zu planen. Lass dich inspirieren von Spielen und Rätseln, die deine Gruppe begeistern und für unvergessliche Erlebnisse sorgen werden.

Ferienprogramm & Ferienspiele
Kommende Anlässe
Beitrag speichern
Beitrag gespeichert
Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

Ähnliche Artikel entdecken

Kommentare & Anmerkungen

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein