Kennenlern-Quiz: Wer in der Gruppe …?

Eine neue Gruppe trifft sich zum ersten Mal, ein Ferienlager beginnt oder es sind ein paar neue Gesichter dazugekommen – und alle stehen erstmal etwas verlegen im Kreis. Genau für solche Momente ist dieses Kennenlern-Quiz gemacht. „Wer in der Gruppe …?“ bringt Kinder und Jugendliche schnell und ohne Druck miteinander ins Gespräch, sorgt für viele kleine Aha-Momente und für jede Menge Gelächter.

Das Tolle daran: Ihr braucht so gut wie kein Material, könnt die Methode in fast jeder Gruppengröße einsetzen und sie kommt fast von alleine ins Rollen. Ich zeige euch hier, wie es funktioniert, worauf ihr achten solltet und wie ihr das Spiel an eure Gruppe anpasst.

Worum geht es?

Beim Kennenlern-Quiz steht jeweils eine Frage im Raum, die mit „Wer in der Gruppe …?“ beginnt. Zum Beispiel: „Wer in der Gruppe war schon mal am Meer?“ oder „Wer in der Gruppe spielt ein Instrument?“

Wer die Frage mit Ja beantworten kann, reagiert darauf – aufstehen, sich melden, in die Mitte gehen oder die Seite wechseln, je nach Variante.

So entsteht nach und nach ein Bild davon, was die einzelnen Personen ausmacht: Wer teilt welche Erfahrung, wer hat ein überraschendes Hobby, wer hat schon dasselbe erlebt wie ich? Die Methode lebt von dem Moment, in dem die Gruppe merkt: „Oh, da gibt es viel mehr Gemeinsamkeiten und spannende Unterschiede, als ich gedacht hätte.“

Auf einen Blick

Gruppengröße: ca. 6 bis 30 Personen (mit Anpassungen auch mehr)
Alter: ab etwa 6 Jahren, mit angepassten Fragen bis ins Jugend- und junge Erwachsenenalter
Dauer: 10 bis 25 Minuten
Material: keines zwingend nötig – optional eine Fragenliste, Stühle oder Bodenmarkierungen
Ort: drinnen wie draußen, es braucht etwas Bewegungsfreiheit

Das braucht ihr zur Vorbereitung

Im Kern braucht ihr nur eine gute Sammlung an Fragen. Überlegt euch vorab 15 bis 25 Fragen nach dem Muster „Wer in der Gruppe …?“. Mischt dabei bewusst verschiedene Ebenen:

  • Leichte Einstiegsfragen, bei denen viele mitmachen können: „Wer in der Gruppe mag Pizza?“
  • Fragen zu Hobbys und Alltag: „Wer in der Gruppe hat ein Haustier?“
  • Fragen, die etwas mehr verraten: „Wer in der Gruppe spricht zu Hause mehr als eine Sprache?“
  • Lustige oder überraschende Fragen: „Wer in der Gruppe hat schon mal verschlafen und einen Bus oder Zug verpasst?“

Wenn ihr mögt, schreibt ihr die Fragen auf eine Karteikarten oder ein Blatt. Ihr könnt die Gruppe später auch eigene Fragen ergänzen lassen – dazu unten mehr.

So läuft das Spiel ab

  1. Aufstellung wählen: Bittet die Gruppe, sich locker im Kreis oder in einer Reihe aufzustellen. Bei der Stuhl-Variante stellt ihr einen Stuhl weniger auf, als Personen da sind (siehe Variante 2).
  2. Erklären: Macht deutlich, dass es kein Wettbewerb ist und es keine falschen Antworten gibt. Jede*r entscheidet selbst, ob und wie sie oder er reagiert.
  3. Erste Frage stellen: Lest eine Frage vor: „Wer in der Gruppe …?“ Wer zustimmt, reagiert auf die vereinbarte Weise – zum Beispiel einen Schritt nach vorne machen, aufstehen oder die Hand heben.
  4. Kurz innehalten: Lasst der Gruppe einen Moment, um sich umzuschauen: Wer ist mit dabei? Manchmal entstehen hier schon erste kleine Gespräche. Ihr könnt einzelne Personen kurz etwas erzählen lassen – freiwillig, nicht abfragend.
  5. Weiter geht’s: Nächste Frage, gleiches Prinzip. Steigert das Tempo nach Bedarf und mischt ruhige und schwungvolle Fragen.
  6. Abschluss: Beendet das Spiel mit einer schönen, verbindenden Frage, etwa „Wer in der Gruppe freut sich auf die nächsten Tage / Wochen mit dieser Gruppe?“

Drei Varianten

Variante 1 – Aufstehen und Hinsetzen: Die einfachste Form. Alle sitzen im Kreis. Wer einer Frage zustimmt, steht kurz auf und setzt sich wieder. Ideal für jüngere Kinder und für ruhigere Gruppen.

Variante 2 – Plätzewechsel (wie „Obstsalat“): Es gibt einen Stuhl weniger als Personen, eine Person steht in der Mitte und stellt die Frage. Alle, die zustimmen, müssen den Platz wechseln – auch die Person in der Mitte versucht, einen Stuhl zu ergattern. Wer übrig bleibt, stellt die nächste Frage. Diese Variante bringt viel Bewegung und Tempo, eignet sich aber eher für etwas ältere Kinder und Jugendliche.

Variante 3 – Linie überqueren: Ihr markiert mit einem Seil oder Klebeband eine Linie am Boden. Wer einer Frage zustimmt, tritt über die Linie. Diese Variante eignet sich gut, um auch ernstere oder nachdenklichere Fragen einzubauen, weil sie ruhiger ist.

66 Fragen für euer Kennenlern-Quiz

Hier eine Sammlung zum Loslegen. Sucht euch heraus, was zu eurer Gruppe passt, und mischt am besten leichte und nachdenkliche Fragen. Alle Fragen beginnen mit „Wer in der Gruppe …?“

Einstieg & Alltag

  1. … ist heute mit guter Laune aufgestanden?
  2. … hat heute schon etwas getrunken?
  3. … schläft gern lange aus?
  4. … ist eher eine Morgen- als eine Abendperson?
  5. … trägt heute etwas Blaues?
  6. … hat heute schon gelacht?
  7. … kommt mit dem Fahrrad oder zu Fuß hierher?
  8. … hat einen Lieblings-Wochentag?

Hobbys, Sport & Freizeit

  1. … treibt regelmäßig Sport?
  2. … spielt ein Instrument?
  3. … liest gern Bücher oder Comics?
  4. … malt, bastelt oder gestaltet gern?
  5. … spielt gern Gesellschafts- oder Kartenspiele?
  6. … schaut gern Serien oder Filme?
  7. … war schon mal auf einem Konzert oder einer Aufführung?
  8. … tanzt gern – egal ob im Verein oder im Zimmer?
  9. … sammelt etwas?

Essen & Trinken

  1. … mag Pizza?
  2. … isst gern scharf?
  3. … kocht oder backt gern selbst?
  4. … mag Gemüse lieber als Süßigkeiten?
  5. … hat schon mal etwas selbst angebaut, zum Beispiel Kräuter oder Tomaten?
  6. … probiert gern neues Essen aus?
  7. … mag Schokolade?
  8. … hat ein absolutes Lieblingsgericht?

Reisen, Natur & Tiere

  1. … war schon mal am Meer?
  2. … war schon mal in den Bergen?
  3. … hat ein Haustier?
  4. … übernachtet gern im Zelt?
  5. … war schon mal in einem anderen Land?
  6. … ist gern draußen in der Natur?
  7. … hat schon mal einen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang bewusst angeschaut?
  8. … kann mindestens drei Tiere am Geräusch erkennen?

Lustig & überraschend

  1. … hat schon mal verschlafen und einen Bus oder Zug verpasst?
  2. … hat schon mal laut im Bad gesungen?
  3. … hat schon mal etwas verlegt und es später an einem verrückten Ort wiedergefunden?
  4. … kann ein lustiges Geräusch machen?
  5. … hat schon mal jemanden mit einer anderen Person verwechselt?
  6. … hat ein heimliches, verstecktes Talent?
  7. … hat schon mal über den eigenen Witz mehr gelacht als alle anderen?
  8. … kann eine Augenbraue einzeln hochziehen?
  9. … hat schon mal etwas gegessen, ohne zu wissen, was es war?

Talente & Können

  1. … kann jonglieren oder will es lernen?
  2. … kann pfeifen?
  3. … spricht mehr als eine Sprache?
  4. … kann gut zuhören, sagen die anderen?
  5. … kann schnell verschiedene Knoten binden?
  6. … kann etwas zeichnen, das man auch erkennt?
  7. … kann ein paar Wörter in einer Sprache, die hier kaum jemand spricht?
  8. … kann gut Dinge reparieren oder basteln?

Persönlich & nachdenklich

  1. … fühlt sich in neuen Gruppen erst mal etwas schüchtern?
  2. … ist lieber in einer kleinen als in einer großen Runde?
  3. … freut sich, wenn jemand zuerst auf sie oder ihn zugeht?
  4. … hat schon mal jemandem geholfen und sich danach richtig gut gefühlt?
  5. … hat einen Menschen, zu dem es immer gehen kann?
  6. … wünscht sich manchmal, mutiger zu sein?
  7. … hat heute schon an etwas Schönes gedacht?
  8. … hat ein Ziel, das es dieses Jahr erreichen möchte?

Vielfalt, Engagement & Miteinander

  1. … engagiert sich noch woanders ehrenamtlich?
  2. … achtet im Alltag bewusst auf die Umwelt, etwa beim Müll oder beim Einkaufen?
  3. … findet, dass alle in einer Gruppe mitreden sollten?
  4. … ist schon mal für etwas eingestanden, das ihm oder ihr wichtig war?
  5. … lernt gern Menschen kennen, die anders sind als es selbst?
  6. … hat heute jemand Neues kennengelernt?
  7. … freut sich auf die nächste Zeit mit dieser Gruppe?
  8. … hat Lust, gleich selbst eine eigene Frage zu stellen?

Tipp: Frage 66 ist der perfekte Übergang zur Mitbestimmung – lasst die Gruppe ab hier eigene Fragen einbringen.

Tipps aus der Praxis

  • Fragen passend zur Gruppe wählen: Für jüngere Kinder eignen sich konkrete, alltagsnahe Fragen. Mit Jugendlichen könnt ihr auch tiefer gehen, solange es freiwillig bleibt.
  • Freiwilligkeit groß schreiben: Niemand muss bei einer Frage reagieren. Macht von Anfang an klar, dass Wegbleiben völlig in Ordnung ist – gerade bei persönlicheren Fragen.
  • Niemanden bloßstellen: Vermeidet Fragen, die jemanden ungewollt in den Fokus rücken oder ausgrenzen könnten (zum Beispiel zu Aussehen, Herkunft auf abwertende Weise, Familienverhältnissen oder finanziellen Dingen).
  • Beobachten statt durchhetzen: Manchmal entstehen die schönsten Momente in der kurzen Pause nach einer Frage. Gebt der Gruppe Zeit zum Umschauen.
  • Selbst mitmachen: Wenn ihr als Leitung mitspielt, signalisiert ihr, dass es ums gemeinsame Kennenlernen geht – auf Augenhöhe.

So bringt ihr eure Werte ein

Dieses Spiel ist eine gute Gelegenheit, Vielfalt sichtbar und selbstverständlich zu machen. Wählt eure Fragen so, dass unterschiedliche Lebensrealitäten Platz finden, ohne jemanden auszustellen. Fragen wie „Wer in der Gruppe spricht mehr als eine Sprache?“ oder „Wer in der Gruppe engagiert sich noch woanders ehrenamtlich?“ würdigen Unterschiede als etwas Bereicherndes.

Und ihr könnt Mitbestimmung ganz praktisch leben: Lasst die Gruppe nach den ersten Runden selbst Fragen einbringen. So gestalten Kinder und Jugendliche das Spiel mit, und ihr erfahrt nebenbei, was sie gerade beschäftigt. Das ist oft der spannendste Teil – und ein schöner Übergang zu allem, was danach in eurer Gruppenstunde, eurem Lager oder eurem Projekt kommt.

„Wer in der Gruppe …?“ ist ein Klassiker, der mit minimalem Aufwand Großes leistet: Er baut Hemmungen ab, schafft Gemeinsamkeit und sorgt für gute Laune. Mit der richtigen Mischung aus leichten und nachdenklichen Fragen passt das Spiel zu fast jeder Gruppe – von der jungen Kindergruppe bis zur Jugendrunde. Probiert es aus, ergänzt eigene Fragen und lasst eure Gruppe mitgestalten. Viel Freude beim Kennenlernen!

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Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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