Ihr erklärt gerade ein Spiel – und trotzdem wandert der Blick immer wieder aufs Display. Eine Nachricht kommt rein, jemand zeigt ein Video herum, plötzlich hängen drei andere mit am Smartphone. Gerade bei Jugendlichen kann Handynutzung die Aufmerksamkeit in der Gruppenstunde ziemlich schnell zerstreuen.
Der erste Impuls ist oft: Handys weg!
Ein klares Verbot kann kurzfristig funktionieren. Nachhaltiger ist es aber, Kinder und Jugendliche an den Regeln zu beteiligen. Denn Smartphones gehören zu ihrem Alltag – und deshalb lohnt es sich, gemeinsam darüber zu sprechen, wann sie in eurer Gruppe okay sind und wann sie stören.
Fragt eure Gruppe zum Beispiel: Wann brauchen wir wirklich handyfreie Zeiten? Wann darf ein Smartphone bewusst genutzt werden? Was machen wir, wenn jemand dringend erreichbar sein muss? Und welche Regel wäre für alle fair?
Aus den Antworten könnt ihr zwei oder drei einfache Gruppenregeln entwickeln. Vielleicht landen die Handys während Spielen und Gesprächsrunden in den Taschen, in Pausen dürfen sie genutzt werden. Oder ihr vereinbart bewusst einzelne „Handy-Inseln“.
Wichtig ist dabei auch eure eigene Rolle: Wenn ihr als Jugendleiter*innen ständig aufs Display schaut, wird eine handyfreie Gruppenstunde schwer glaubwürdig.
Direkt ausprobieren:
Nehmt euch fünf Minuten und beendet gemeinsam den Satz: „Handys sind in unserer Gruppenstunde okay, wenn …“
Sammelt die Antworten und formuliert daraus maximal drei gemeinsame Regeln.
Fürs Leitungsteam:
Sprecht darüber, wie ihr selbst Smartphones während der Gruppenstunde nutzt. Was ist organisatorisch notwendig – und was könnte ebenfalls warten? Einheitliche Regeln im Leitungsteam verhindern, dass Kinder und Jugendliche widersprüchliche Signale bekommen.
Das Ziel ist nicht eine Gruppe ohne Smartphones. Sondern eine Gruppe, die gemeinsam entscheidet, wann das Smartphone Platz hat – und wann die Menschen im Raum wichtiger sind.






