Das Wort “Kreativität” stammt wie so viele Wörter aus dem Lateinischen und bedeutet so etwas wie “erschaffen”. Im Vordergrund steht dabei also nicht nur, wie von so vielen falsch gedeutet ein Händchen für Kunst oder die Begabung, etwas Künstlerisches zu erschaffen. Natürlich gehört beides auch dazu, aber Kreativität als solches geht weit über diese Dinge hinaus.
Gemeint ist dabei beispielsweise die unterschiedliche Herangehensweise an Probleme, inklusive einer dazu passenden Lösung.
Innerhalb von zwei Gruppenstunden für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren beschäftigt ihr euch spielerisch, lustig und locker mit unterschiedlichen Kreativmethoden und dabei darf sich jede*r euren Fragen unterschiedlich widmen, um so ganz individuell auf eine Lösung zu kommen. Hierbei besteht der pädagogische Mehrwert also vor allem daraus, dass die Jugendlichen lernen, dass sie auf ihre ganz eigene Art und Weise kreativ sind.
In der ersten Gruppenstunde befasst ihr euch zunächst mit dem Begriff und anschließend soll in kleinen Gruppen ein Problem gelöst werden. Die zweite Stunde befasst sich dann zwar zum einen mit künstlerischer Kreativität, aber zum anderen auch mit dem Sammeln von Informationen, um so eine gute Tat zu vollbringen.
Gruppenstunde 1: Die Höhle der Jugendleiter*innen
Damit ihr den Jugendlichen einen guten Einstieg in das Thema “Kreativität” ermöglichen könnt, wollt ihr euch heute zunächst mit der Begrifflichkeit selbst auseinandersetzen. Darauf folgt dann eine kleine Aufgabe, gefolgt von einer spannenden Gruppenaufgabe, welche am Ende euch, den Jugendleiter*innen, vorgestellt werden sollen.
Was ist Kreativität für mich?
Versammelt euch in einem Stuhl- oder Sitzkreis. Ihr wollt nun folgende Frage besprechen: Was ist Kreativität für mich? Und dabei gibt es kein richtig oder falsch, denn die Intention bei diesem Wort kann sehr vielseitig sein. Gut wäre es jedoch, wenn die Teilnehmer*innen ihre Antwort begründen könnten, um so ihren Standpunkt besser vermitteln zu können.
Als Nächstes werden die Jugendlichen von euch gebeten, sich in kleinen Gruppen zusammenzutun. Sie sollen sich innerhalb von 2 Minuten etwas überlegen, wie sie Kreativität darstellen würden. Dabei sind keine Grenzen gesetzt und auch hierbei gibt es wieder kein falsches Ergebnis.
Am Ende werden dann alle Interpretationen des Wortes “Kreativität” der Gruppe vorgestellt.
Ein Problem, viele Lösungen
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Überlegt euch vorab ein Problem, welches die Jugendlichen aktuell massiv beschäftigt. Das kann die Einschränkung von Smartphones sein, die Hungersnöte in anderen Ländern oder auch ein politisches Problem in eurem Ort. Hier wird nun anhand des ersten Beispiels das Projekt erklärt.
Die Teilnehmer*innen bekommen als Problem mit anschließender Fragestellung folgende Aufgabe: Ihr dürft euer Handy von nun an nur noch 10% des Tages benutzen, sobald die 10% erreicht sind, schaltet sich das Internet eures Smartphones automatisch ab. Wie könnt ihr nun dieses Problem für euch umgehen?
Je lustiger und ausgefallener die Ideen, desto besser. So finden sich die Jugendlichen in kleinen Gruppen zusammen und knobeln an einer Lösung. Sie könnten eine Zeitmaschine bauen, mit der sie das Smartphone austricksen oder sie erstellen einen Plan (z.B. auch einem Plakat), wie sie über mehr Zeit verhandeln könnten. Hierbei sollte schon deutlich werden, in welche verschiedenen Richtungen die Kreativität Ausmaße annimmt. Stellt dabei so viele Materialien, Medien und was euch sonst noch so einfällt zur Verfügung.
Tipp: Mit der Kreativ-Methode “Diskussion 66” könnt ihr anhand des Redebedarfs der Teilnehmer*innen herausfinden, welches Thema sie gerade besonders beschäftigt. Dazu werden Sechsergruppen gebildet und ihr werft ein Thema in die Runde und innerhalb der Gruppe wird dann darüber Diskutiert, um am Ende auf ein Fazit zu kommen. Dieses wird dann den anderen Gruppen kurz vorgestellt und das nächste Thema wird diskutiert.
Hierbei könntet ihr folgende Fragen in den Raum werfen:
– Wie zufrieden seid ihr mit der Politik?
– Mögt ihr das Schulsystem in Deutschland?
– Was haltet ihr von dem Beruf “Influencer”?
Vorstellung der Lösungen: Die Höhle der Jugendleiter*innen
Wie bei der bekannten Serie “Die Höhle der Löwen” setzt ihr euch nun als Jugendleiter*innen auf entsprechend viele Stühle. Ihr seid nun Investoren und die Jugendlichen sollen nun ihre Problemlösungen vorstellen und Präsentieren. Auch die anderen Bewerber dürfen gerne zuschauen.
Wer bekommt von euch eine Investition und welche Idee findet ihr besonders lustig? Was ihr jeder Gruppe mitgeben solltet: Die Herangehensweise an das Problem ist sehr kreativ gelöst.
Am Ende könnt ihr dann, solltet ihr noch etwas Zeit übrighaben, gemeinsam mit der Gruppe besprechen, wer welches Projekt (außer das eigene) besonders wirkungsvoll und toll findet, gerne auch hier wieder mit Erklärungen.
Gruppenstunde 2: Mit Kreativität eine gute Tat vollbringen
Mit einer guten Tat wollt ihr heute eure Kreativität unter Beweis stellen. Dazu müsst ihr jedoch vorab bereits Informationen einholen und entsprechend Materialien zur Verfügung stellen, die für die Jugendlichen noch von Nutzen sein könnten. Lasst den Teilnehmer*innen dabei so viel Zeit wie möglich.
Wir wollen etwas verschönern
Ihr habt bereits im Vorfeld recherchiert, welche Einrichtung etwas Farbe und neue Gestaltung eurerseits gebrauchen könnte. Das kann eine Kita, eine Schule, ein Pflegeheim oder eine andere soziale Einrichtung sein, die ihr gerne unterstützen würdet.
Setzt euch auch hier zu Beginn wieder in einen Stuhl- oder Sitzkreis.
Wiederholt kurz, was ihr in der letzten Stunde gemacht und besprochen habt, um einen thematisch passenden Einstieg in die heutige Gruppenstunde anzubieten. Dann erzählt ihr, dass eine bestimmte Einrichtung eure Hilfe benötigt, denn diese soll verschönert werden.
Umfrage starten und die Planung beginnen
Falls ihr genügend Zeit habt, dürfen die Teilnehmer*innen gemeinsam mit euch zu dieser Einrichtung gehen und sich hier schlau machen, welche Möglichkeiten es zur Verschönerung gibt und auch, was sich die Betroffenen wünschen würden, beispielsweise in Form einer kleinen Umfrage.
Wichtig ist dabei, dass die Jugendlichen sich vorstellen und erzählen, dass sie unter dem Projekt “Kreativität” heute etwas Gutes vollbringen wollen.
Wieder im Gruppenraum angekommen soll es zur Ideensammlung kommen, die Aktion “Anonymes Brainstorming” steht nun auf dem Programm, bei dem es sich um eine beliebte Kreativmethode handelt.
Jede*r erhält fünf Zettel und einen Stift und darf dann aufschreiben, wie er*sie die Einrichtung gerne verschönern würde und welche Ideen er*sie hat. Dann nehmt ihr euch ein großes Plakat oder eine Tafel, sammelt die Zettel ein und tragt so anonym die Ergebnisse zusammen.
Am Ende darf dann jede*r selbst entscheiden, was er*sie für die Einrichtung tun möchte.
Umsetzung der Ideen
Stellt alles Mögliche an Materialien zusammen und zur Verfügung. Die Jugendlichen dürfen nun viel basteln, malen oder auch leckere und hübsch verzierte Kekse backen. Der Kreativität sollen hierbei keine Grenzen gesetzt werden.
Ein paar Ideen, die ihr umsetzen oder ggf. vorschlagen könntet, findet ihr hier:
– https://www.jugendleiter-blog.de/2021/04/29/video-blumen-mit-kindern-basteln/
– https://www.jugendleiter-blog.de/2020/08/25/video-bunte-blumentoepfe-aus-leeren-flaschen/
– https://www.jugendleiter-blog.de/2021/05/20/video-vogel-fensterbild-basteln/
– https://www.jugendleiter-blog.de/2021/03/06/video-ein-oster-fensterbild-basteln/
Allgemeine Bastelideen sind hier zu finden.
Die Ergebnisse werden dann natürlich präsentiert und gemeinsam zur Einrichtung gebracht. Kreativität bringt nämlich in jeglicher Art Freude und das wollt ihr den Jugendlichen auf diesem Weg vermitteln.
Reflexion
Die Teilnehmer*innen dürfen ein letztes Mal innerhalb dieses Projektes kreativ werden: Sie sollen sich als ganze Gruppe eine Reflexionsmethode überlegen, bei der jede*r seine eigene Meinung sagen und sich darüber austauschen kann, was er*sie aktuell empfindet und wie er*sie die letzten zwei Gruppenstunden bewerten würde.
Es sollte also genug Zeit für jede*n einzelne*n Teilnehmer*in sein, damit auch wirklich jede*r etwas dazu sagen kann.

