Märchen im Ferienlager und in Gruppenstunden

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Märchen sind seit jeher ein faszinierender Teil unserer Kultur. Sie entführen uns in eine Welt voller Phantasie, Magie und Abenteuer. Aber auch in der heutigen Zeit können Märchen eine wichtige Rolle in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spielen. In diesem Leitfaden möchte ich zeigen, wie man Märchen in einem Ferienlager oder einer Gruppenstunde einsetzen kann und wie diese Geschichten auch heute noch relevant sind.

Warum Märchen?

Märchen sind nicht nur unterhaltsam, sondern können auch wertvolle Lektionen vermitteln. Sie bieten Möglichkeiten, Themen wie Freundschaft, Mut, Verantwortung und Zusammenarbeit anzusprechen. Durch ihre zeitlose Natur sprechen sie Kinder und Jugendliche gleichermaßen an, und indem du sie in deine Gruppenarbeit integrierst, kannst du den Teilnehmer*innen helfen, wichtige Lebenskompetenzen zu entwickeln.

Die Relevanz von Märchen heute

Märchen sind auch heute noch relevant, weil sie grundlegende menschliche Erfahrungen und Emotionen ansprechen. Sie vermitteln universelle Botschaften, die Kindern und Jugendlichen helfen können, sich selbst und die Welt besser zu verstehen. Darüber hinaus bieten Märchen vielfältige Anknüpfungspunkte für kreatives Arbeiten, Diskussionen und Rollenspiele.

Märchen in der Gruppenarbeit nutzen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Märchen in deine Gruppenarbeit zu integrieren. Hier sind einige Ideen, die du ausprobieren kannst:

1. Vorlesen und Erzählen

Eine einfache Möglichkeit, Märchen einzubringen, ist das Vorlesen oder Erzählen. Du kannst aus einem Märchenbuch vorlesen oder die Geschichte frei erzählen, um die Fantasie der Teilnehmer*innen anzuregen. Achte darauf, dass du Geschichten auswählst, die dem Alter der Kinder oder Jugendlichen entsprechen und sie ansprechen.

2. Kreatives Schreiben

Lasse die Teilnehmer*innen ihre eigenen Märchen schreiben oder bestehende Märchen umschreiben. Sie können zum Beispiel alternative Enden erfinden, die Geschlechterrollen der Figuren vertauschen oder die Handlung in die Gegenwart verlegen. So lernen sie, kreativ mit Texten umzugehen und eigene Ideen einzubringen.

3. Rollenspiele

Märchen eignen sich hervorragend für Rollenspiele. Die Teilnehmer*innen können in die Rollen der Figuren schlüpfen und die Geschichten nachspielen oder improvisieren. Dabei können sie auch kritisch mit den Geschlechterrollen und Stereotypen umgehen, die in den Märchen vorkommen.

4. Diskussionen

Nutze Märchen als Ausgangspunkt für Diskussionen und Reflexionen. Du kannst zum Beispiel Fragen stellen wie: “Was wäre, wenn die Prinzessin den Prinzen retten müsste?”, “Wie könnten die Figuren anders handeln, um das Problem zu lösen?” oder “Welche Werte und Normen werden in diesem Märchen vermittelt?”.

5. Bastelarbeiten und Kunst

Märchen bieten viele Anregungen für künstlerisches Gestalten. Die Teilnehmer*innen können zum Beispiel Figuren aus Märchen zeichnen, Collagen erstellen oder kleine Bühnenbilder gestalten. So können sie ihre Kreativität ausleben und sich intensiver mit den Geschichten auseinandersetzen.

Märchen-Ideen für deine Jugendarbeit:
Gruppenstunden-Modul: Märchen-Wissen
Märchen-Spiel: Die Reise der Bremer Stadtmusikanten
Märchen: Programm für 7 Ferienlager-Tage
Schnitzeljagd-Ideen: Märchen
Gruppenstunden-Programm: Unruhe im Märchenwald
7 Märchen-Spiele für Kinder

Kritisch mit Geschlechterrollen in Märchen umgehen

Märchen können auch problematische Geschlechterrollen und Stereotype enthalten. Oft werden Frauen als passiv, hilfsbedürftig oder als Belohnung für den männlichen Helden dargestellt, während Männer als stark, mutig und als Retter agieren. Es ist wichtig, diese Stereotypen kritisch zu hinterfragen und den Teilnehmer*innen alternative Perspektiven aufzuzeigen.

Hier sind einige Ansätze, wie du mit Geschlechterrollen in Märchen kritisch umgehen kannst:

1. Geschlechterrollen hinterfragen

Stelle den Teilnehmer*innen Fragen, diesie dazu bringen, über die Geschlechterrollen in den Märchen nachzudenken: “Warum ist es immer der Prinz, der die Prinzessin rettet?”, “Könnte die Heldin auch männlich sein?” oder “Wie würden sich die Geschichten ändern, wenn die Geschlechter der Figuren vertauscht würden?”. Fördere so eine kritische Auseinandersetzung mit den Stereotypen.

2. Alternativen anbieten

Nutze Märchen, die traditionelle Geschlechterrollen in Frage stellen oder umkehren. Es gibt viele solcher Geschichten, in denen beispielsweise weibliche Figuren mutig und selbstständig handeln oder männliche Figuren empathisch und einfühlsam sind. Solche Geschichten zeigen den Teilnehmer*innen, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, Geschlechterrollen darzustellen.

3. Märchen adaptieren

Ermutige die Teilnehmer*innen, traditionelle Märchen so umzuschreiben oder neu zu interpretieren, dass sie problematische Geschlechterrollen hinterfragen oder aufbrechen. So können sie beispielsweise eine Geschichte schreiben, in der die Prinzessin den Prinzen rettet, oder in der der Held seine Ziele durch Zusammenarbeit und Verständigung erreicht, statt durch Gewalt und Dominanz.

4. Die Bedeutung von Geschlechterrollen diskutieren

Nutze die Märchen als Anlass, um mit den Teilnehmer*innen über die Bedeutung von Geschlechterrollen und Stereotypen in unserer Gesellschaft zu sprechen. Führe Diskussionen darüber, wie solche Rollenbilder entstehen, welche Auswirkungen sie haben und wie sie verändert werden können. Mache den Teilnehmer*innen bewusst, dass auch sie die Macht haben, Geschlechterrollen zu hinterfragen und zu verändern.

Fazit

Märchen sind ein wertvolles Werkzeug in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten für kreatives und kritisches Arbeiten und können dabei helfen, wichtige Lebenskompetenzen zu vermitteln. Indem du in deinem Ferienlager oder deiner Gruppenstunde Märchen einsetzt und dabei kritisch mit Geschlechterrollen umgehst, kannst du den Teilnehmer*innen zeigen, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, sich selbst und die Welt zu verstehen.

Mit diesen Tipps und Anregungen bist du nun bestens gerüstet, um Märchen in deinem Ferienlager oder deiner Gruppenstunde einzusetzen. Lass die Geschichten lebendig werden, fördere die Kreativität und das kritische Denken der Teilnehmer*innen und zeige ihnen, dass Märchen auch heute noch eine Relevanz haben. Viel Spaß und Erfolg bei der Umsetzung!

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Daniel
Daniel
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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