Trend-Kolumne 12/2021: Was bewegt Jugendliche?

Was genau beschäftigt Menschen zwischen 12 und 26 in einem Jahr, in dem die Corona-Pandemie leider immer noch nicht überwunden scheint, kurz nach einer Bundestagswahl, die vor allem für die jüngeren Generationen richtungsweisend sein könnte?

Zukunftsfragen und -sorgen

Seit geraumer Zeit ist die Klimaschutzbewegung Fridays for Future in aller Munde, aber nicht nur für diejenigen, die sich dort politisch engagieren spielt das Thema “Klimawandel” in ihrem Leben eine große Rolle. Laut der Studie “Jugend in Deutschland” geben 56% aller befragten Kinder und Jugendlichen an, dass ihnen der Klimawandel in Sachen Zukunftsfragen die größte Sorge bereitet. Damit nimmt die Beschäftigung mit der Zukunft des Klima im Leben der 14- bis 29-jährigen eine deutlich größere Rolle ein als etwa die Frage nach der Zukunft des Rentensystems (48%), die Folgen der Inflation (46%) oder das Erleben, ob eine Gesellschaft gespalten ist (44%).

Wenig Wille zur Änderung des eigenen Konsumverhaltens

Obschon die Probleme, die der Klimawandel mit sich bringen wird bzw. schon bringt, im Lebensalltag von Jugendlichen eine Rolle spielen, scheinen jedoch nur die wenigsten auch bereit ihren Lebenswandel konsequent klimafreundlicher und nachhaltiger zu gestalten. Uneingeschränkte Mobilität scheint den meisten ein besonders wichtiges Anliegen zu sein. 80% aller befragten Jugendlichen gaben an, dass sie in Zukunft nicht auf ein eigenes Auto verzichten wollen. In Sachen Konsum und Ernährung sind Kinder und Jugendliche laut Studie eher bereit die Komfortzone zu verlassen. 65% begrüßen nachhaltigeren Konsum und die Vermeidung von Plastik. 44% versuchen sich an Alternativen Ernährungsformen. Auch, was die finanzielle Vorsorge betrifft, sind junge Menschen heutzutage eher daran interessiert grüne und nachhaltige Investments zu tätigen als noch ihre Vorgängergenerationen, stellt eine Studie von Swiss Life Deutschland fest.

Politikverdrossenheit? Von wegen!

Studien zeichnen also Bilder von wachen, aktiven jungen Menschen, die sich Gedanken um ihre Zukunft und ihren Einfluss auf die Gesellschaft, in der sie leben, machen. Die oft beschworene sogenannte “Politikverdrossenheit” scheint ein Phänomen zu sein, das der Generation Z zu Unrecht zugeschrieben wird, denn nicht nur ihre unmittelbare eigene Zukunft beschäftigt Heranwachsende. Tagespolitische Ereignisse finden ebenso den Eingang in die Lebensrealität junger Menschen und zwar nicht allein über die sogenannten “Neuen Medien” wie Instagram, TikTok, Twitter und Co., sondern auch nach wie vor über klassische Medien, wie regionale und überregionale Tages- und Wochenzeitungen oder auch Berichterstattung im linearen Fernsehen. Studien, wie die der Vodafone-Stiftung, die Shell-Jugendstudie sowie die JIM-Studie stellen übereinstimmend fest, dass Jugendliche zwar soziale Netzwerke deutlich häufiger frequentieren, jedoch “klassischen” Medienformaten in Sachen Berichterstattung mehr Vertrauen schenken.

Trends gone wrong

Wird die Generation Z allgemein als aufgeweckt und in weiten Teilen aufgeklärt wahrgenommen, so ist auch sie jedoch nicht frei von Fehlverhalten. Auch die anhaltende Pandemie spielt bei diesen Entwicklungen eine tragende Rolle, trifft sie junge Menschen doch besonders stark. Im Lockdown verbrachten Kinder und Jugendliche zunehmend mehr Zeit auf sozialen Medien oder mit dem Zocken am Pc. 4,1 Prozent aller 10- bis 17-jährigen konsumieren Medien sogar in einem Maß, dass als krankhaft einzustufen ist. Mangelnde Beschäftigungs-Alternativen führten durch die Pandemie zu einem Anstieg in diesem Bereich.

Doch nicht nur Facebook, Instagram und Co. Können einen schlechten Einfluss auf junge Menschen haben. Ein schauriger Trend auf den Schulhöfen der Republik war jüngst das Nachstellen von Szenen aus dem Netflix-Erfolg “Squid Game“. Schüler*innen spielten Erschießungen nach oder bestraften sich gegenseitig mit Ohrfeigen. Was Erwachsene in seinen Bann zieht, ist für junge Menschen oft nicht weniger reizvoll. Eltern sind hier angehalten besonnen zu handeln. Verbote führten eventuell zu weniger Einblick und Möglichkeiten zur Intervention, meint die Medienpädagogin Beate Kremser. Besser sei es, das Gespräch zu suchen und auf die ethischen und gesellschaftlichen Themen der Serie einzugehen.

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