Advent in der Jugendarbeit

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Trend-Kolumne 8/2022: Was bewegt Kinder & Jugendliche?

Jugendliche in Deutschland und Europa haben derzeit nicht das sorglose Leben wie noch vor einigen Jahren. Immer noch wütet in der Ukraine der Krieg, der hierzulande Lebensmittelknappheit und steigende Preise für Gas, Öl und Holz verursacht. Und auch die Politik unternimmt nach Meinung vieler zu wenig, um der anhaltenden Inflation entgegenzuwirken. Die Lebenshaltungskosten klettern munter empor und in vielen Familien und Haushalten herrscht die Angst, das Geld könnte nicht mehr ausreichen. Kein Wunder also, dass die junge Generation nicht tatenlos bei dieser Entwicklung zuschaut.

Von wegen null Bock auf Politik: Jugendliche wollen mitreden

Die Helmut Schmidt Stiftung hat in Zusammenarbeit mit einem Think Tank eine neue Studie veröffentlicht, wie es um das politische Wesen der jungen Generation geht. Neben klassischen Umfragen wurde auch ein Blick auf das Verhalten in Sozialen Medien geworfen. Und die Ergebnisse sind überraschend. Vorbei sind die Zeiten der Generation “Null Bock”. Jugendliche interessieren sich heute mehr denn je für die politische Situation in Deutschland, der EU und im Rest der Welt. Die Studie konnte ebenfalls zeigen, dass das politische Interesse weit über die klassischen Jugendthemen Bildung, Digitalisierung und Umweltschutz hinausgeht. Heute liegt der Fokus breit gefächert, Außenpolitik und Wirtschaft sind ebenso von Interesse wie die Entwicklungen im Inland. 
Doch die Studie konnte auch zeigen, dass sich 3 von 4 Jugendlichen unter 25 Jahren von den Politikern nicht wahrgenommen fühlen. In wichtigen Fragestellungen wird ihre Meinung nicht beachtet oder nur mangelhaft berücksichtigt. Dabei informieren sich Jugendliche durchaus seriös zu aktuellen Themen. Wer denk, das Leben der 14- bis 25-jährigen spielt sich nur auf TikTok, Instagram und Snapchat ab, liegt falsch. Die Tagesschau im Online-Format ist immer noch die Informationsquelle, der die junge Generation am meisten vertraut, gerade in Zeiten von Fake News und Deep Fakes. Und auch Tageszeitungen sind noch lange nicht ad acta gelegt.

Digitaler Ausstieg – Ist der Zenit der sozialen Medien erreicht?

Noch so eine Sache, die manch ältere Person nur ungläubig wahrnehmen dürfte. Soziale Medien sind nicht mehr alles im Leben der jungen Generation, wie eine neue Studie des VOCER-Instituts herausgefunden hat. Die Plattformen zum Bild- und Videoaustausch sind ohnehin sehr wandelbar. Facebook nutzt schon lange keiner mehr, das Netzwerk ist zu einer “Eltern-Plattform” verkommen, um es etwas plakativ auszudrücken. An dieser Stelle haben sich andere Platzhirsche breit gemacht. Am Anfang Instagram, schließlich kamen Snapchat und TikTok. Sie sorgen für Unterhaltung, geben aber auch Informatives weiter. Denn längst sind diese Plattformen schon von den großen Medienagenturen entdeckt worden. Bekannte Fernsehsender, Tageszeitungen, Magazine, Radiosender und natürlich Politiker haben dort ihren eigenen Account und versuchen, ihre Sicht der Dinge zu verbreiten. Gerade in Zeiten des Ukraine-Kriegs, einer instabilen Wirtschaft mit rekordverdächtiger Inflation und Lebensmitteln, die gehamstert werden, macht es aber weniger Spaß, durch die Netzwerke zu scrollen. Wer will sich auch schon den Tag durch schlechte Nachrichten vermiesen lassen. Daher steigen immer mehr Jugendliche aus der digitalen Welt aus. 

Hasskommentare und psychische Belastungen

Auch ein Grund für den Verzicht auf soziale Medien sind die häufigen Hasskommentare und Beleidigungen. Für manche folgen daraus sogar psychische Probleme oder eine Depression.

Ein Problem, nicht nur von Onlinemedien, ist Rassismus. Diesen begegnen auch Kinder häufig; 7 von 10 Kindern mit Zuwanderungsgeschichte haben rassistische Beleidigungen erlebt – und wie eine Studie des IZI zeigt, können sie damit auch nur schwer umgehen. “Je dunkler die Hautfarbe, desto höher die Wahrscheinlichkeit, von Alltagsrassismus betroffen zu sein”, hieß es. Der verlinkte Artikel stellt die Forderung auf, dass Kinder und Jugendliche den Raum brauchen, um über Rassismuserfahrungen zu sprechen. Sicher auch ein Handlungsfeld für die Jugendarbeit!

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Daniel
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Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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