Zeitungen sind immer noch ein handfestes Mittel, um die neuesten Nachrichten und Beiträge zu vermitteln. Zwar sind die Beiträge über Smartphones durch die schnelle Datenvermittlung und die kompakte Handhabung sehr praktisch, jedoch geht nichts über das Blättern einer Zeitung und den Geruch der frisch gedruckten Tinte.
Das Aufzeigen dieser Möglichkeit, also wie man außerhalb der Welt des Sozial Media und des Internets an Informationen gelangen kann, ist für junge Menschen sehr wichtig.
In diesem Artikel geht es deswegen um ein Gruppenstunden-Konzept zum Thema „Zeitung“ für Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren.
Unter dem Titel „Zeitung“ setzen sich die Kinder und Jugendlichen eurer Gruppe mit diesem Thema in drei Gruppenstunden altersgerecht auseinander. Sie sollen herausfinden, wie eine Zeitung entsteht, was für Artikelformen es gibt, was es heißt, sorgfältig als Journalist*in zu arbeiten, um dann im Anschluss selbst eine kleine Zeitung zu erstellen. Darin sind dann verschiedene Artikel, Interviews und Kommentare mit inbegriffen. Es geht hierbei um ein medienpädagogisches Projekt, in dem die Arbeit an einer Zeitung vollständig vermittelt wird.
Gruppenstunde 1: Wie entsteht eine Zeitung und was macht diese aus?
Die erste Gruppenstunde befasst sich ganz allgemein mit dem Thema „Zeitung“. Begonnen wird diese mit einem Aufwärmspiel, um die Teilnehmer*innen an das Thema heranzuführen. Danach werden sich Zeitungen genauer angeschaut und ihr erarbeitet, welche Artikelformen es gibt.
Aufwärmspiel: Wer hat die längste Zeitung?
Dieses Spiel dient dazu, die Kinder und Jugendlichen direkt ohne große Aufklärungen in das Thema „Zeitung“ zu schupsen. Dazu werden die Spielenden in gleichstarke Vierergruppen eingeteilt. Im gesamten Raum habt ihr alte Zeitungen verteilt, die eingesammelt werden wollen, allerdings immer nur eine Seite pro Spieler*in. Sobald diese Seite dann an ihrem Platz hingelegt wurde, darf sich die nächste Zeitungsseite ergattert werden. Die Spielenden bekommen nämlich einen bestimmten Platz zugewiesen und sollen an diesem den längsten Zeitungszopf flechten. Wem das gelingt, entscheidet den Sieg für sich.
Die Teilnehmer*innen müssen sich nun also gut überlegen, wie sie ihre Gruppe koordinieren. Wer flechtet und wer beschafft die Zeitungen?
Sobald alle Zeitungen eingesammelt wurden, werden die Ergebnisse gemessen, um so die Siegergruppe zu bestimmen.
Zeitungen genauer betrachten
Ist das Spiel vorbei, setzt ihr euch in einen Stuhl- oder Sitzkreis und macht gerne erst einmal eine kleine Trinkpause. Anschließend werden die Zeitungen auseinandergefaltet und in die Mitte des Kreises gelegt. Jede*r Teilnehmer*in darf sich nun einen Artikel aussuchen, sich diesen einmal durchlesen und ihn der Gruppe im Anschluss vorstellen.
Sobald alle fertig mit der Präsentation ihres Artikels sind, besprecht ihr, worin sich die Artikel sowohl inhaltlich als auch von der Berichterstattung selbst unterscheiden. Fallen euch hierbei vielleicht schon besondere Formen auf?
Haltet die Ergebnisse des Brainstormings auf einem Plakat festhalten, um diese später mit eurem neu erworbenen Wissen erneut zu betrachten.
Welche Artikelformen gibt es?
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Bestimmte Informationen sind für das Erarbeiten einer Zeitung wichtig. Hier findet ihr zusammengefasst alles, was ihr dazu wissen müsst:
1. Zeitungen beinhalten
– Berichte
– (aktuelle) Nachrichten
– Interviews
– Leserbriefe
– Reportagen
– Werbung
– Anzeigen
– und vieles mehr
2. Diese Texte werden in
– informierende (Berichte und Nachrichten)
– und meinungsäußernde (Leserbriefe, Reportagen, Kommentare usw.)
Texte gegliedert und unterscheiden sich in verschiedenen Merkmalen.
3. Diese Dinge unterscheiden sich in folgenden Merkmalen:
– Nachrichten befassen sich mit den aktuellsten Informationen aus aller Welt und dabei werden mit den W-Fragen alle wichtigen Fragen beantwortet. Beispiele: Wer ist beteiligt? Was, wann und wo ist es passiert? Wie und warum ist es dazu gekommen?
Dabei ist diese Berichterstattung aktuell, wahr, sachlich, enthält keine Meinungen und die Quelle wird genannt.
– Berichte beantworten ebenso die W-Fragen wie Nachrichten, sind allerdings noch genauer, gehen also mehr ins Detail. Dabei besteht ein Bericht aus einer Dachzeile, einer Schlagzeile, einer Unterzeile und einem Vorspann. Berichtet wird hierbei im Präteritum.
– Reportagen sind lebendig und der*die Verfasser*in gibt hierbei noch eine subjektive Note sowie die eigene Meinung mit hinzu. Eine Schlagzeile soll hierbei die Aufmerksamkeit der Leserschaft erregen und ein Vorspann dient dabei als kurze Zusammenfassung des Textes. Ein spannender Einstieg, mindestens eine Hauptperson, Zitate, eingebautes interessantes Hintergrund-Wissen, ein roter Faden innerhalb des gesamten Textes sowie ein gestalteter Schluss sind dabei ebenfalls von großem Wert. Der Schreibstil hierbei ist übrigens Präsens.
– Interviews sollten gut vorbereitet sein, beispielsweise durch gut gegliederte Fragen, welche die Leserschaft interessieren könnten. Außerdem sollte ein Termin vereinbart werden und ein Tonband für das Gespräch vorhanden sein. Stellt bei dem Interview selbst keine Fragen, die bereits Antworten vorgeben und macht euch außerdem Notizen. Das Gesagte wird anschließend abgetippt und dem*der Befragten zugesendet, damit diese*r eine Zustimmung geben kann.
– Der Leserbrief entsteht durch die Meinung der Leser*innen und bestehen aus einer Einleitung (Bezug zum Zeitungsartikel), einem Hauptteil (Formulierung und Begründung der eigenen Meinung) und einem Schlussteil (besteht aus einem Vorschlag oder einer Forderung).
– Ein Kommentar gibt die Meinung eins*einer Redakteur*in zu einem Bericht wieder und muss offensichtlich von diesem getrennt abgedruckt werden, beispielsweise durch eine klare Überschrift.
Um die Punkte des Themas zu erarbeiten, teilt ihr die gesamte Gruppe in Dreier- bis Vierergruppen auf. Eine Gruppe übernimmt den Punkt 1, eine andere Punkt 2. Der 3. Punkt wird auf die restlichen Gruppen aufgeteilt. Sie bekommen dann einige Minuten Zeit, sich Informationen über diese Punkte einzuholen. Notizen sind natürlich erlaubt. Anschließend werden diese dann der gesamten Gruppe vorgestellt, gerne auch anhand eines realen Beispiels, also einer Zeitung.
Anschließend klärt ihr noch offene Fragen und überlegt zusammen, wie es in den nächsten beiden Stunden wohl weitergehen kann, ohne zu viel zu verraten. Das weckt mit Sicherheit die Neugierde der Kinder und Jugendlichen.
Gruppenstunde 2: Thema Journalismus
Nachdem ihr euch in der letzten Gruppenstunde ausführlich mit dem Aufbau von verschiedenen Artikelformen auseinandergesetzt habt und wie eine Zeitung aufgebaut ist, werdet ihr heute die gesammelten Informationen wiederholen und dazu ein kleines Handout an die Kinder und Jugendlichen austeilen. Dies benötigen sie nämlich für die nächsten Schritte. Ihr befasst euch außerdem mit sorgfältigem Journalismus und den Vorbereitungen für die nächste Gruppenstunde.
Wiederholung der letzten Stunde
Setzt euch zusammen und wiederholt kurz mündlich, was ihr noch aus der letzten Gruppenstunde wisst. Im Anschluss verteilt ihr dann ein kleines Handout über diese Informationen, da diese im späteren Verlauf noch nützlich sein werden.
Was ist guter Journalismus und was macht diesen aus?
Um diese Frage zu beantworten, wollt ihr zunächst mit den subjektiven Meinungen der Kinder und Jugendlichen arbeiten. Dazu stellt ihr euch hin, werft jemandem einen Ball zu und stellt die Frage „Was stellst du dir unter gutem Journalismus vor?“
Ist die Frage beantwortet, wird der Ball an den*die nächste weitergeworfen und es wird erneut diese Frage gestellt. Durften dann alle einmal die Frage beantworten, wollt ihr die Fakten hierzu klären.
1. Die Fakten sollten ehrlich sein und darauf abzielen, die Leserschaft wahrheitsgemäß zu informieren.
2. Vorwürfe von Lügenpresse und Systemmedien sind ein absolutes No-Go!
3. Schlagfertigkeit und Improvisation gehören zum guten Journalismus.
4. Journalist*innen sollten auf Augenhöhe mit Menschen, Politik, der Gesellschaft und Wirtschaft diskutieren können.
5. Die erzielten Ergebnisse sollten sorgfältig erarbeitet sein, indem sie ggf. hinterfragt und noch einmal überprüft werden.
Warum ist guter Journalismus wichtig?
Eröffnet nun eine Diskussionsrunde, indem sich jede*r beteiligen darf. Stellt dazu folgende Impuls-Fragen:
– Warum ist guter Journalismus wichtig?
– Was könnten fehlerhafte Berichterstattungen (Lügenpresse) bei den Menschen auslösen?
– Wie kann dies verhindert werden?
Sprecht im Anschluss auch darüber, dass Informationen in Artikeln immer kritisch hinterfragt werden sollten, um sich so vor falschen Medien zu schützen. Das fördert die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen, indem sie lernen, dass es nur von Vorteil sein kann, diese Dinge genauer zu beleuchten und zu hinterfragen.
Vorbereitungen für die nächste Gruppenstunde
Ihr erzählt den Teilnehmer*innen nun, dass ihr in der nächsten Stunde selbst eine kleine Zeitung erstellen wollt. Dazu teilen sich die Kinder und Jugendlichen nun in Gruppen auf, um folgende Bereiche abzudecken:
– Berichte
– (aktuelle) Nachrichten
– Interviews
– Leserbriefe
– Reportagen
In jeder dieser Gruppe sollten mindestens zwei bis drei Teilnehmer*innen mitmachen, zudem dürfen beispielsweise Reportagen zusammen mit den Interviews gekoppelt werden. Es darf außerdem auch gerne eine Gruppe von Informatiker*innen geben, welche die Berichte im Anschluss abtippen und die Zeitung gestalten, aufbauen und drucken.
Sind die Gruppen eingeteilt, planen sie die Themen, Interview-Termine usw.
Gruppenstunde 3: Unsere eigene Zeitung
Heute ist es endlich so weit, ihr wollt eure eigene kleine Zeitung zusammenstellen, abdrucken und anschließend in den Händen halten. Dazu wiederholt ihr zunächst die letzte Gruppenstunde, um dann mit der Umsetzung der Vorbereitungen loszulegen. Die Zeitung wird entwickelt und alle nötigen Dinge werden dafür zusammengetragen und in einem Computer abgetippt, um diese im Anschluss zu gestalten und zu drucken.
Wiederholung der letzten Stunde
Heißt die Kinder und Jugendlichen in einem Stuhl- oder Sitzkreis herzlich willkommen und wiederholt kurz und bündig, worum es in der letzten Gruppenstunde ging und mit welchen Themen ihr euch beschäftigt habt. Dann soll es auch schon gleich zum wichtigsten Teil des Tages übergehen.
Umsetzung der Vorbereitungen: Eine Zeitung entsteht
Die Teilnehmenden werden mit Notizblöcken, Stiften und ggf. Smartphones und/oder Kameras und Diktiergeräten ausgestattet, um so den Plan der Gruppe umzusetzen. Hört euch dazu unbedingt vorher an, wie der Ablauf in den einzelnen Gruppen aussieht und für welches Thema sie sich entschieden haben. Gebt Tipps, aber greift nicht zu sehr in die Arbeit der jungen Zeitungsredakteur*innen ein, sie sollen sich in der Zeitung schließlich selbst entfalten und Inhalte erarbeiten dürfen.
Eine Zeitung entsteht
Sind die Informationen und ggf. auch Fotos sowie Tonaufnahmen beschafft, werden die Artikel handschriftlich auf Papier festgehalten, indem die Informationen und Aspekte der Arbeit gut gegliedert und überarbeitet werden. Wichtige Informationen werden einbezogen und es werden rote Fäden aufgebaut. Die Tonaufnahmen der Interviews werden zudem ausgewertet und aufgeschrieben. Da es sich bei dem Projekt um eine private Zeitung handelt, also bei dem die Zeitung nicht veröffentlicht wird, muss das Interview nicht abgesegnet werden, aber der*die Interviewte freut sich dennoch bestimmt über eine Ausgabe.
Sobald dann die Artikel stehen, werden sie von den Teams oder den Informatiker*innen in PCs oder Laptops abgetippt. Das geht beispielsweise mit Word. Achtet hier noch mal auf Rechtschreibfehler und das alles wahrheitsgemäß wiedergegeben wurde.
Dann werden die Dokumente an einen einzelnen Computer gesendet, an dem dann zwei bis drei Teilnehmende die Ergebnisse als Zeitung zusammenbasteln. Das geht ebenfalls mit Word.
Auf der Vorderseite der Zeitung darf dann der Name der Zeitung nicht fehlen (stimmt hierüber zwischendurch gerne ab) sowie das Datum. Stellt dazu gerne verschiedene Zeitungen zur Verfügung, damit das Informatikteam sich die verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten anschauen kann.
Besonders bei den technischen Programmpunkten ist es wichtig, dass ihr Hilfestellung anbietet und gemeinsam an der Zeitung arbeitet. Achtet außerdem darauf, dass sich alle Teilnehmenden an der Zeitung beteiligen und mit einbringen können.
Sichtung des Ergebnisses
Druckt nun die erste Ausgabe eurer Zeitung, begutachtet sie gemeinsam als Gruppe und entscheidet, ob die Zeitung so gedruckt werden kann. Nehmt nun ggf. noch einige Änderungen vor und druckt im Anschluss für jede*n eine Ausgabe aus, um sie zu Hause zu präsentieren und damit die Kinder und Jugendlichen eine handfeste Erinnerung an die letzten Gruppenstunden haben.

