Vollständig ausgearbeitete Gruppenstunde

Gruppenstunden-Modul: Wie soll ich mich entscheiden?

Entscheidungen treffen

12-16 Jahre

indoor

60-90min
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Der Song „JA / NEIN“ von Wincent Weiss beschreibt Momente, in denen es schwerfällt, eigene Wünsche und Grenzen klar zu formulieren. In dieser Gruppenstunde setzen sich die Jugendlichen mit dem Thema auseinander: Wie finde ich heraus, was ich wirklich will? Wie kann ich lernen, zu meinen Bedürfnissen zu stehen?

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Aufwärm-Methode: Die Ja-Nein-Ampel

Zum Einstieg stellt ihr in die Mitte des Raumes drei farbige Karten: grün (Ja), rot (Nein), gelb (Unsicher). Nennt nacheinander verschiedene Situationen. Die Jugendlichen gehen jeweils zu der Farbe, die ihrer Reaktion entspricht. Beispiele für Situationen: Deine Freund*innen wollen in den Freizeitpark, du hast aber Höhenangst. Eine Lehrkraft fragt dich, ob du ein zusätzliches Referat übernehmen möchtest. Deine Eltern wünschen sich, dass du ein bestimmtes Hobby beginnst. Die Methode hilft, erste Denkprozesse in Gang zu setzen: Wann sage ich schnell Ja? Wann Nein? Wann bin ich unsicher? Im Anschluss führt ihr eine Reflexion durch: Fällt es leicht, sich zu entscheiden? Wann wird es schwierig?

Einführung des Themas für die Jugendlichen

Stellt den Song JA / NEIN von Wincent Weiss vor. Besprecht gemeinsam, worum es geht: um das innere Ringen zwischen Anpassung und eigenen Bedürfnissen, um das Gefühl, anderen gefallen zu wollen und gleichzeitig sich selbst treu zu bleiben. Werft Fragen ein: Kennt ihr Situationen, in denen ihr Ja sagt, obwohl ihr eigentlich Nein denkt? Warum fällt es manchmal so schwer, ehrlich die eigenen Bedürfnisse zu äußern? Betont dabei: Viele Menschen und nicht nur Jugendliche kennen diese Ambivalenz. In der heutigen Stunde geht es darum, die eigenen inneren Stimmen besser kennenzulernen.

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Arbeit am Thema

Baustein 1: Gemeinsames Hören und Textarbeit

Hört gemeinsam den Song. Jede*r erhält den Songtext ausgedruckt. Während des Hörens markieren die Jugendlichen Stellen, die sie ansprechen oder in denen sie sich selbst wiederfinden. Die Teilnehmenden werden merken, dass viele Erfahrungen geteilt werden können: Erwartungen erfüllen, gefallen wollen, Konflikte vermeiden, aber auch der Wunsch, sich selbst besser zu verstehen.

Baustein 2: Die innere Stimme sichtbar machen

Stellt den Jugendlichen folgende Idee vor: Im Inneren gibt es oft mehrere Stimmen. Eine sagt: „Ja, mach das!“ Die andere flüstert: „Nein, eigentlich nicht.“ Diese Stimmen dürfen jetzt sichtbar werden. Dafür bekommt jede*r ein Blatt Papier, das in der Mitte gefaltet wird. Auf die linke Seite schreiben sie Situationen, in denen sie in letzter Zeit „Ja“ gesagt haben, obwohl sie eigentlich „Nein“ dachten. Auf die rechte Seite notieren sie, warum sie sich trotzdem für ein Ja entschieden haben, etwa aus Angst vor Ablehnung, Gewohnheit, Harmoniebedürfnis oder Zeitdruck. Danach überlegen sie auf der Rückseite: Wie hätte ich die Situation anders gestalten können? Was hätte mir geholfen, ehrlicher zu mir selbst zu sein?

Spiel: Das Dilemma-Spiel

Zum Abschluss folgt ein leichtes, aber tiefgründiges Spiel. Die Jugendlichen stellen sich in einem großen Kreis auf. Die Gruppenleitung liest verschiedene „Dilemma-Fragen“ vor. Nach jeder Frage bewegen sich die Jugendlichen auf einer Skala zwischen zwei Punkten: völliges Ja (linke Seite des Raumes) und völliges Nein (rechte Seite des Raumes). Beispiele für Dilemma-Fragen: Du wirst zu einer Party eingeladen, auf die du eigentlich keine Lust hast. Deine Eltern möchten, dass du ein bestimmtes Hobby weiterführst, das dir aber keinen Spaß mehr macht. Deine Freund*innen planen einen Ausflug, der dich stresst. Nach jeder Positionierung dürfen einige freiwillig kurz erklären, warum sie sich so entschieden haben. Dadurch wird sichtbar: Jede*r ringt mit Entscheidungen. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ – entscheidend ist, die eigene Haltung zu kennen.

Abschlussrunde und Verabschiedung

Bittet die Jugendlichen, sich noch einmal zu überlegen, was sie aus der Stunde für sich persönlich mitnehmen. Jede*r bekommt dafür einen kleinen Erinnerungsstein, vielleicht einen bemalten Kieselstein oder ein Kärtchen mit dem Aufdruck: „Ich darf auf mich hören“. Abschließend gebt ihr den Jugendlichen mit: Es ist nicht immer leicht, auf sich selbst zu hören. Aber: Nur wer lernt, sich selbst ernst zu nehmen, kann auch langfristig ehrlich und authentisch in Beziehungen leben.

Material: Lautsprecher, Liedtext-Ausdrucke, Moderationskarten, Stifte, große Papierbögen, Karten mit Reflexionsfragen, kleine Erinnerungssteine oder -karten für den Abschluss

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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