Manchmal wächst alles über den Kopf und man fühlt sich überfordert, allein und hilflos – der Song „A Little Too Much“ von Shawn Mendes greift diese Gefühle auf. Diese Gruppenstunde gibt Jugendlichen Raum, über Belastungen zu sprechen, eigene Stärken zu erkennen und die Lichtblicke im Leben zu erkennen.
- Aufwärmspiel: Was liegt gerade auf meiner Schulter?
- Thematische Einführung: Überforderung als menschliche Erfahrung
- Arbeit am Thema
- Baustein 1: Gemeinsames Hören und Reflektieren
- Baustein 2: Das Bild des Nebels – ein Perspektivwechsel
- Baustein 3: Mein Lichtstrahl
- Spiel: Nebelweg
- Abschlussrunde und Verabschiedung
- Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Aufwärmspiel: Was liegt gerade auf meiner Schulter?
Als Einstieg bekommen alle Teilnehmenden einen Zettel und einen Stift. Sie sollen, ohne den Zettel zu zeigen, drei Dinge notieren, die sie momentan beschäftigen. Das können große oder kleine Themen sein: Schulstress, Freund*innen, Zukunftsängste, aber auch positive Dinge. Nach dem Schreiben falten alle den Zettel und legen ihn in eine Box. Die Gruppenleitung liest einige der Zettel (anonymisiert) laut vor. Die Gruppe merkt dadurch: Viele Themen ähneln sich. Alle tragen etwas mit sich herum und niemand ist allein.
Thematische Einführung: Überforderung als menschliche Erfahrung
Startet mit einer kurzen Einführung zum Lied: Shawn Mendes beschreibt in A Little Too Much Situationen, in denen Menschen sich stark zeigen, obwohl es ihnen innerlich schlecht geht. Gleichzeitig betont der Song, dass niemand mit solchen Gefühlen allein ist. Jede*r kennt Momente der Überforderung. Greift den Gedanken auf, dass alle solche Phasen erleben: Momente, in denen Schule, Familie, Freundschaften, Erwartungen und Selbstzweifel sich stapeln. Aber auch Momente, in denen man lernt, wieder aufzustehen und den Nebel zu vertreiben. Um die Jugendlichen ins Gespräch zu bringen, stellt ihr offene Fragen, zum Beispiel: Habt ihr schon einmal erlebt, dass euch alles zu viel wurde? Was hilft euch in solchen Momenten? Wer gibt euch Kraft, wenn ihr nicht weiterwisst? Wichtig ist, dass keine*r gezwungen wird, persönliche Erfahrungen zu teilen.
___STEADY_PAYWALL___
Arbeit am Thema
Baustein 1: Gemeinsames Hören und Reflektieren
Der Song wird gemeinsam angehört. Jede*r erhält den Liedtext als Ausdruck. Während des Hörens markiert jede*r Zeilen, die sie oder ihn besonders berühren. Danach tauscht ihr euch in der Gruppe aus: Welche Textstellen sprechen euch an? Warum bleiben diese Zeilen im Kopf? Gibt es Stellen, in denen ihr euch selbst erkennt? Achtet darauf, dass alle Perspektiven Raum bekommen.
Baustein 2: Das Bild des Nebels – ein Perspektivwechsel
Im Song heißt es mehrmals: „Soon the fog will clear up.“ Der Nebel steht als Bild für die Überforderung und das Gefühl, nicht klar sehen zu können. Gemeinsam entwickelt ihr das Bild weiter: Breitet ein großes Papier aus, auf dem in der Mitte das Wort „Nebel“ steht. Die Jugendlichen schreiben außenherum, was für sie „Nebel“ bedeutet: Gedanken, Sorgen, Gefühle, Unsicherheiten. Danach arbeitet ihr gemeinsam weiter: In einem anderen Bereich des Papiers sammelt ihr „Lichtstrahlen“, also Dinge, die helfen, den Nebel zu vertreiben: Freunde, Hobbys, gute Gespräche, schöne Erlebnisse, Hoffnung, Musik usw. Dieses Bild macht deutlich: Der Nebel existiert, aber es gibt Wege, ihn aufzulösen.
Baustein 3: Mein Lichtstrahl
Jede*r erhält ein kleines Notizheft oder einen vorbereiteten Kartonstreifen. Dort schreiben die Jugendlichen eine Botschaft an sich selbst auf: eine Erinnerung an ihre eigenen Stärken oder eine ermutigende Botschaft, die sie im Alltag begleiten kann, wie: „Ich habe es schon einmal geschafft“, „Nicht alles muss heute gelöst werden“ oder „Meine Freund*innen sind für mich da“. Wer möchte, kann das Kärtchen gestalten: mit Farben, Symbolen, kleinen Zeichnungen. Diese Erinnerungen dürfen mit nach Hause genommen werden als kleiner, ganz persönlicher Lichtstrahl für schwierige Tage.
Spiel: Nebelweg
Zwei Jugendliche bilden ein Team. Eine*r lässt sich die Augen verbinden (symbolisch für den Nebel), die andere Person führt vorsichtig durch einen kurzen Parcours. Dabei geht es um Vertrauen, achtsame Kommunikation und Unterstützung. Nach dem Durchlauf wechselt ihr die Rollen. Im Anschluss reflektiert ihr kurz.
Abschlussrunde und Verabschiedung
Zum Abschluss stellt ihr eine Kerze oder ein Licht in die Mitte. Jede*r darf – wer möchte – ein Wort sagen, das ihm*ihr aus der Stunde hängen geblieben ist. Das können Wörter wie „Hoffnung“, „Vertrauen“, „Gemeinschaft“, „Stärke“ oder „Mut“ sein. Damit endet die Stunde ruhig und hoffnungsvoll.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material: Lautsprecher, Ausdruck des Songtexts, Stifte, große Papierbögen oder Notizhefte, Karten mit Leitfragen, Kerze oder kleine Lichter für den Abschluss

