Spielidee: Palmsonntag erleben

Der Palmsonntag markiert in der christlichen Tradition den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem und damit den Beginn der Karwoche. Kinder erleben diesen Tag oft nur am Rande mit. Dabei verspricht der Palmsonntag viel Raum für ein lebendiges, erfahrbares Gruppenerlebnis. Das hier beschriebene Spiel ist eine Aktionsgeschichte mit mehreren Stationen, die sich in etwa 60 Minuten durchführen lässt. Die Kinder erleben in ihrer Gruppe die Atmosphäre des damaligen Geschehens und erfahren eine Mischung aus Bewegung, Kooperation und innerer Auseinandersetzung.

Vorbereitung 

Für das Spiel benötigt ihr einen größeren Raum oder einen außen liegenden Bereich mit mehreren Stationen, die sich räumlich voneinander abgrenzen lassen. Teilt die Kinder in kleine Gruppen je nach Gesamtanzahl etwa 3 bis 5 Kinder pro Gruppe. Jede Gruppe erhält ein Symbol, das sie durch das Spiel begleitet, beispielsweise einen Zweig, ein Tuch oder eine Plüschfigur. Die Kinder sammeln bei jeder Station ein Element für ihr Palmsonntags-Paket, das sie am Ende gemeinsam zusammenführen. Die Materialien sollten frühzeitig vorbereitet, Stationen klar markiert und betreut werden.

Materialliste:
– Naturmaterialien wie Zweige, Steine, Erde, Blätter
– Papier, Farben, Stifte, Tücher, Stoffreste, Tonkarton, Draht, Wolle, Kleber
– Flaschen, Kronkorken, Papprollen, Bänder
– Materialien für den Teppich (Papier, Stoffe, Mosaikteile)
– kleine Säcke, Kisten oder Kartons
– Seile, Bretter, Tücher
– Blumentöpfe, Erde, Samen oder Bastelblumen-Vorlagen
– Symbolkarten oder Erkennungszeichen für die Gruppen
– eine gestaltbare Mitte (Tuchkreis, Holzplattform, Bodenbild) für den Abschluss
– optional: Musik, Snacks, Lichtquelle für feierlichen Ausklang

Der Weg nach Jerusalem

Die Teilnehmenden hören zu Beginn eine kurze Geschichte oder Erzählung. Vor langer Zeit, als die Stadt Jerusalem voller Aufregung war, machte sich ein Mann namens Jesus mit seinen Freund*innen auf den Weg. Die Menschen freuten sich, ihn zu sehen. Sie legten ihre Mäntel auf die Straße, hielten Palmen hoch, riefen Hosianna und bereiteten einen feierlichen Empfang. Heute, viele Jahre später, sind die Teilnehmenden eingeladen, sich auf diesen Weg zu begeben. Sie folgen den Spuren von Jesus und erleben Station für Station, was das bedeutet. Die Kinder starten als Gruppe mit einem ersten Symbol, etwa einem kleinen Palmzweig oder einem bunten Tuch. Bei jeder Station lösen sie Aufgaben, die ihnen eine neue Bedeutungsebene erschließen. Am Ende fügen sie ihre gesammelten Zeichen zusammen und gestalten daraus ein gemeinsames Symbol, wie eine gestaltete Mitte mit Palmblättern, Tüchern, Mosaiken und Lichtern.

Ablauf der Stationen

Station 1: Der Weg beginnt

Die Kinder ziehen gemeinsam los, entweder in einer Reihe oder als kleine “Karawane”. Der Weg führt sie zu ihrer ersten Aufgabe. Hier gestalten sie ein Wegzeichen wie ein Fußabdruck aus Ton oder ein bemaltes Holzstück, das ihren gemeinsamen Beginn symbolisiert. Das Zeichen wird ins Gruppenpaket gelegt. Dabei sprechen alle kurz darüber, was sie sich für diesen Weg wünschen.

Station 2: Der Teppich der Ehre

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Wie die Menschen damals ihre Mäntel und Palmzweige auf die Straße legten und Jesus empfingen, gestalten die Kinder an dieser Station einen ganz eigenen Begrüßungsteppich. Der Weg soll Ausdruck ihrer Wertschätzung, Freude und Offenheit sein und wird zugleich zum Gemeinschaftswerk aller beteiligten Gruppen. Die Teilnehmenden erhalten verschiedene Materialien wie Stoffreste, alte Tücher, farbiges Papier, Zeitungsschnipsel, Naturmaterialien, bemalte Pappteller oder Kreppband und beginnen, daraus einzelne Teppichstücke zu gestalten. Jede Gruppe übernimmt ein eigenes Segment des Weges. Ob mit Mustern, Handabdrücken, Symbolen oder kleinen Zeichnungen – alles ist erlaubt, solange es Teil des gemeinsamen Teppichs wird. Am Ende werden die einzelnen Teile verbunden und zu einem langen Weg zusammengefügt, der sich durch den Raum oder das Gelände zieht. 

Station 3: Hosianna! 

An dieser Station wird es laut, lebendig und ausdrucksstark: Die Kinder gestalten ihren eigenen Jubelruf zur Erinnerung an das, was am Palmsonntag geschah. In der biblischen Geschichte riefen die Menschen “Hosianna!”, als sie Jesus auf seinem Weg in die Stadt feierlich begrüßten als Ausdruck von Hoffnung, Freude und Achtung. Die Gruppen üben gemeinsam einen Rhythmus oder eine kleine Abfolge von Bewegungen, mit der sie ihren “Hosianna-Moment” feiern. Ob durch Klatschen, Stampfen, Rufen oder Tanzen – alles ist erlaubt, solange es gemeinsam geschieht und den Charakter eines freudigen Empfangs hat. 

Station 4: Die Palme des Friedens

An dieser Station gestalten die Kinder Palmwedel aus Papier, Stoff oder echten Zweigen. Auf jeden Wedel schreiben oder malen sie ein Friedenssymbol oder einen Wunsch für die Welt. Die Palme steht für den friedlichen Einzug und für die Kraft, mit offenen Händen zu empfangen statt zu schlagen. Die gestalteten Palmwedel werden in einem Korb gesammelt und später zur Mitte gelegt.

Station 5: Lasten teilen

An dieser Station dreht sich alles um das Thema Mitgefühl, Verantwortung und das geteilte Tragen von Belastung. Die Kinder begegnen hier symbolischen “Lasten”, die sie körperlich spüren und zugleich emotional einordnen lernen. In kleinen Gruppen erhalten sie Säckchen, Kartons oder Taschen. Jedes dieser Objekte steht sinnbildlich für etwas, das im Leben schwer sein kann – Druck in der Schule, Streit mit Freund*innen, Sorgen um die Familie, Traurigkeit, Überforderung oder auch das Gefühl, nicht gesehen zu werden. Zunächst müssen die Gruppen die Lasten über eine kurze Strecke transportieren. Ziel ist es, gemeinsam zu überlegen, wie sich das Gewicht besser verteilen lässt: auf mehrere Schultern, mit Hilfsmitteln oder durch Rollen und Abstützen. Danach wechseln die Lasten. So bekommt jedes Kind eine neue Aufgabe, einmal tragend, einmal unterstützend, einmal entlastend.

Station 6: Der Weg wird eng

Die Kinder erleben symbolisch, dass der Weg – so wie der Weg nach Jerusalem – nicht immer breit, bequem oder gerade ist. Es braucht Vertrauen, Achtsamkeit und gegenseitige Hilfe, um auch enge oder schwierige Passagen zu meistern. Aufgebaut wird ein schmaler Parcours, der sich je nach Platz und Wetter entweder im Raum oder draußen gestalten lässt. Der Weg kann aus Seilen, Brettern, Kartonplatten oder einer schmalen Teppichbahn bestehen und darf auch kleine Hindernisse enthalten, etwa niedrige Seile zum Drunterkriechen oder hohe Gegenstände zum Umrunden. Manche Abschnitte sind so schmal, dass nur eine Person nach der anderen gehen kann. Andere Teile müssen mit verbundenen Augen überwunden werden, geführt von den Teammitgliedern mit leisen Worten oder sanften Berührungen. Die Gruppen gehen nacheinander oder in Etappen durch den Parcours. Wichtig ist, dass kein Kind allein gelassen wird. Wer zögert oder sich unsicher fühlt, bekommt Unterstützung. 

Station 7: Die Hoffnungspflanze

Zum Abschluss pflanzen oder basteln die Kinder eine “Pflanze der Hoffnung”: aus Töpfen, Erde und Samen wie Kresse oder Sonnenblumen oder aus Papier, Wolle und Draht eine symbolische Blume. Jede Gruppe überlegt gemeinsam, was sie fürs “Wachsen” brauchen: Sonne, Wasser, Geduld, Vertrauen. Die Pflanze wird mit einem Schild versehen und symbolisch in die Mitte gestellt – als Zeichen für das, was bleibt, wenn der Weg geschafft ist.

Am Ende kommen alle Gruppen zusammen, legen ihre Wegzeichen, Palmwedel und Hoffnungszeichen in eine gestaltete Mitte. Der gemeinsame Abschluss erfolgt mit Musik, einer kleinen Erzählung oder einem symbolischen Einzug, bei dem die Kinder ihren Teppich noch einmal abschreiten oder ihre Rufe gemeinsam rufen. Das Erlebte würdigt ihr mit einem kleinen Imbiss, Gebet oder Ausklang.

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Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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