Vollständig ausgearbeitete Gruppenstunde

Gruppenstunden-Programm: Liebe

Liebe, verliebt sein

12-16 Jahre

indoor

3*60min
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Die Liebe ist etwas Wunderschönes und kann viele verschiedene Facetten haben und sich in vielen Formen zeigen, denn eins ist wohl klar: Sie ist eine individuelle und vielfältige Sache, auf die niemand verzichten möchte. Außerdem begegnet sich uns jeden Tag immer wieder in den unterschiedlichsten Formen, es ist nur nicht immer so leicht sie zu entdecken. Außerdem zählt sie für viele zur Selbstverständlichkeit und deswegen ist es wichtig, schon früh über die Liebe zu sprechen und dafür zu sensibilisieren, manche Dinge nicht mit den Augen, sondern dem Herzen zu sehen und genauer zu betrachten.

Hier findet ihr dazu ein thematisch passendes Gruppenstunden-Konzept für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. In drei Gruppenstunden wird dabei altersgerecht auf das Thema eingegangen und ihr klärt gemeinsam alle aufkommenden Fragen.

Unter dem Titel “Liebe” entsteht ein Programm für Jugendliche, das sich mit der Liebe in allen Formen sehr intensiv auseinandersetzt. Dabei wird der Begriff selbst genauer erklärt und individuell gedeutet. Außerdem spielt auch die Selbstliebe und die Liebe zu Freund*innen und Familie eine wichtige Rolle.
Das Thema “Verliebt sein” wird ebenso aufgegriffen. In dem Programm wird darauf geachtet, dass dieses Thema nicht zu kitschig und nach einem Klischee dargestellt wird. Zudem ist es wichtig, dass sich kein*e Jugendliche*r dabei unter Druck gesetzt fühlt. 
Wichtig ist vor allem ein offener Umgang mit dem Begriff und das ohne zu verurteilen. Denn für jede*n kann Liebe etwas anderes bedeuten und sich dementsprechend anders anfühlen. Daher wird eben auch auf die Vielfalt der Liebe eingegangen.
Um alles genau besprechen zu können, bietet das Programm sowohl Gesprächs- als auch Diskussionsrunden, also auch eine kreative und spielerische Umgangsweise mit der Liebe.

Bei der Darstellung des Gruppenstunden-Programms ist ebenfalls für ein roter Faden in Form eines Tagebuchs gesorgt, doch dazu in der ersten Gruppenstunde mehr.

Gruppenstunde 1: Erste Berührungspunkte mit dem Thema “Liebe”

In der ersten Gruppenstunde wollt ihr euch gemeinsam mit den Teilnehmer*innen um die wesentlichen Aspekte der Liebe beschäftigen. Dazu sprecht ihr zunächst über den Begriff selbst, um dann zur Aktion mit dem roten Faden der nächsten drei Stunden überzugehen. Anschließend sprecht ihr dann über Selbstliebe und wie diese gestärkt werden kann.

Der Begriff “Liebe” – Was ist Liebe für mich?

In einem Stuhl- oder Sitzkreis begrüßt ihr einander, um dann das Thema anzureißen. Dazu habt ihr in die Mitte ein Herz aus Steinen gelegt, in dessen Mitte ebenfalls mit Steinen das Wort “Liebe” gelegt ist. Eröffnet eine Gesprächsrunde, indem ihr folgende Fragen stellt:

– Was bringt ihr mit dem Wort in Verbindung?
– Was bedeutet Liebe für dich?
– Warum braucht der Mensch Liebe, um zu überleben?

Übrigens: Liebe stammt von dem mittelhochdeutschen Wort “liep” ab, welches wiederum von dem indogermanisch “leubh”. Diese Worte bezeichnen die stärkste Wertschätzung und Zuneigung, die ein Mensch überhaupt empfinden kann.

Liebe im Alltag, der rote Faden

Begebt euch an einen großen Tisch, an dem jede*r Platz findet. Verteilt nun kleine Hefte (DIN A5 oder DIN A6 reicht) sowie bunte Pappkartonbögen, Stifte, Scheren und Klebestifte. Die Hefte sollen mit einem bunten Pappkartonbogen ummantelt und passend zugeschnitten werden. Der Bogen wird dann in der Innenseite des Hefts festgeklebt, sodass ein schöner Heftumschlag entsteht.
Dieser soll nun mit folgendem Hintergrundwissen gestaltet werden: Dieses Heft soll als Liebestagebuch dienen. Dazu schreibt man jeden Tag mindestens eine Situation auf, in der einem an diesem Tag die Liebe begegnet ist.

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Das kann eine Umarmung sein, zwei Tauben, die ihre Schnäbel aneinanderschmiegen, eine nette Geste oder was die Jugendlichen eben sonst noch so mit der Liebe im Alltag in Verbindung bringen. In jeder fortlaufenden Gruppenstunde sprecht ihr dann zu Beginn über diese Dinge und wo euch im Alltag eben die Liebe begegnet ist.
Ziel dieser Übung ist es, sich mehr auf die Liebe und somit das Positive im Leben zu konzentrieren und diese bewusster wahrzunehmen.

Tipp: Fotos, Erinnerungsstücke wie Tickets und Zeichnungen werten das Tagebuch auf, diese sind also durchaus erlaubt.

Selbstliebe

Setzt euch wieder in einen Stuhl- oder Sitzkreis und verteilt in die Mitte Postkarten, Fotos und verschiedene Dinge. Nun sollen sich die Jugendlichen eines dieser Dinge aussuchen, welches sie mit dem Wort “Selbstliebe” in Verbindung bringen. Das kann eine Postkarte oder Foto mit Urlaubsstimmung oder dem Meer sein, sowie eine Tafel Schokolade, eine Gesichtsmaske, ein Gaming-Controller, Geld und was euch sonst noch so einfällt.
Nun setzt sich jede*r wieder auf seinen*ihren Platz und reih um darf nun jede*r vorstellen, was er genommen hat und die Frage beantworten, warum gerade dieses Objekt ausgesucht wurde.
Stellt anschließend außerdem in einer Diskussionsrunde die Frage, wie man Selbstliebe stärken kann und warum es vielen Jugendlichen und auch Erwachsenen immer mehr schwerfällt, sich selbst zu lieben.

Gruppenstunde 2: Die Liebe zu Freunden, Familie, Gegenständen und einer ganz besonderen Person

Die heutige Gruppenstunde wird damit eröffnet, dass ihr euch die ersten Einträge eures Liebes-Tagebuchs vorstellt. Anschließend sprecht ihr über die Liebe zu Freunden und Familie und was es mit dem Verliebtsein auf sich hat. Dabei werden auch die Darstellungen in Filmen und Serien kritisch unter die Lupe genommen. Anschließend soll ein kleines Spiel die Gruppenstunde beenden.

Liebe im Alltag, der rote Faden

Kommt in einem Stuhl- oder Sitzkreis zusammen und nehmt eure Tagebücher aus der letzten Stunde zu euch. Auf freiwilliger Basis geht darf nun jede*r Teilnehmer*in über die Dinge berichten, die ihm*ihr aufgefallen sind, wie in der letzten Stunde besprochen. Dabei geht es im Wesentlichen eben darum, wo den Jugendlichen im Alltag die Liebe begegnet.
Sprecht dabei gerne auch über die Gefühle, die in den Jugendlichen aufkommen, wenn sie diese vielen verschiedenen Formen der Liebe mitbekommen, sehen oder selbst zu spüren bekommen.

Wichtig: All das sollte, wie im gesamten Projekt, nur freiwillig geschehen. Niemand soll sich hier unter Druck gesetzt fühlen, über die eigenen Gefühle zu sprechen.

Liebe zu Freunden und Familie

Doch nicht nur die Selbstliebe ist eine starke Form der Liebe. Auch die Liebe zu den Freunden und der Familie ist sehr wichtig und verleiht und Kraft und Stärke. Dadurch entscheiden wir beispielsweise, wer uns wichtig ist und am Herzen liegt.
Um diesen Menschen zu zeigen, wie sehr man sie liebt, wollt ihr nun auf kleinen Zetteln etwas Nettes schreiben, beispielsweise was man an dem Familienmitglied oder dem*der Freund*in wertschätzt oder dass man diese*n liebt. Anschließend wird der Zettel wie im folgenden Video zusammengefaltet:

https://www.youtube.com/watch?v=-0MHFqsPVBM&ab_channel=Origami-Instructions

Gerne dürfen auch mehrere Herzen gebastelt werden. Diese sollten dann in naher Zukunft auch ihre*n Besitzer*in erreichen.

Verliebtsein und worin sich Liebe unterscheiden

Hierbei handelt es sich gerade für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren um ein sehr sensibles Thema. Deswegen ist es besonders hier wichtig, keinen Druck zu machen und diesen Teil des Projekts nicht überheblich oder kitschig zu gestalten.
Eröffnet deswegen eine Gesprächsrunde, in der ihr Bilder von Pärchen aller Art zeigt und fragt die Teilnehmer*innen, was sie darauf erkennen und ob sie diese Form des Verliebtseins kennen.
Das könnten Bilder mit folgenden Themen sein:

– Heterosexuell
– Homosexuell
– Pansexuell
– Transsexuell
– Polyamory
– Binär
– und viele mehr

Gerne können auch die Flaggen und Zeichen der unterschiedlichen Sexualitäten, Geschlechtsidentitäten und Neigungsinteressen mit einbezogen werden. Dabei sollte noch einmal verdeutlicht werden, wie unterschiedlich nicht nur Liebe, sondern auch Verliebtsein aussehen und sich äußern kann.

Nehmt nun Bezug auf Filme und Serien. Fallen euch bestimmte Titel ein, in denen die Liebe überspitzt oder übertrieben dargestellt wurden? Vergleicht mit einem kritischen Blick die Liebe aus diesen Titeln mit denen der Realität. Findet ihr Unterschiede?

Ich liebe Schokolade!

Um die heutige Gruppenstunde abzuschließen, wollt ihr am Ende noch ein kleines Spiel spielen. Dazu darf reih um jede*r sagen, was er*sie besonders liebt und stellt sich dabei hin.

Beispiele:
– Schokolade
– Pizza
– Sommernächte
– gute Gespräche
– Hunde
– das Freibad
– meine Familie
– alles was pink ist

Wer sich damit aus der Gruppe ebenfalls identifizieren kann, stellt sich ebenfalls hin.

Gruppenstunde 3: Die Vielfallt der Liebe

Heute ist schon die letzte Gruppenstunde zum Thema Liebe und die soll damit beginnen, dass ihr euch wieder mit dem Tagebuch auseinandersetzt. Außerdem geht es heute um eine Gruppenarbeit zum Thema Vielfalt der Liebe mit einer anschließenden kreativen Einheit, in der die Liebe einmal bildlich festgehalten werden kann. Ihr sprecht zudem über eine Welt ohne Hass und bietet eine kleine Reflexionsrunde an, in der die Jugendlichen darüber sprechen können, wie sie die letzten Stunden wahrgenommen haben und wie sie sich gefühlt haben.

Liebe im Alltag, der rote Faden

Wie auch schon in der letzten Gruppenstunde befasst ihr euch zu Beginn der Stunde wieder in einem Stuhl- oder Sitzkreis mit dem Liebestagebuch. Präsentiert eure Ergebnisse und motiviert die Teilnehmer*innen auch in den folgenden Wochen und Monaten ihr Tagebuch weiterzuführen.
In schlechten Zeiten hat man so dennoch immer ein Stückchen Liebe bei sich.

Die Vielfalt der Liebe

Die Jugendlichen teilen sich selbst in Vierergruppen auf und sollen auf einem Plakat die verschiedenen Arten der Liebe zusammenfassen. Dazu haben sie in den letzten Stunden einiges gelernt und sollen diese nun selbst darstellen.
Im Anschluss werden die Ergebnisse der Gruppenarbeit vorgestellt und erklärt.
Ihr werdet merken, dass es trotz Übereinstimmungen dennoch unterschiedliche Darstellung gibt und sich auch so wieder die Vielfalt der Liebe zeigt.

Wie sieht liebe für mich bildlich aus?

Jede*r bekommt nun eine kleine Leinwand sowie Acrylfarbe und dafür alle notwendigen Requisiten. Sie bekommen es nun in einer Einzelarbeit zur Aufgabe, die Liebe für sich persönlich zu verbildlichen. Das kann ein bestimmter Mensch aber auch einfach ein hübsches Herz sein, die Umsetzung ist hier ganz individuell und frei wählbar.
Im Anschluss werden die Ergebnisse für einen kleinen Museumsrundgang hingelegt und die Künstler*innen dürfen (aber müssen nicht) etwas zu dem Bild sagen.

Alternative: Solltet ihr nicht genug Zeit haben, um mit Acrylfarben zu malen, könnt ihr auch aus Zeitungen, Bildern und Postkarten Collagen anfertigen lassen.

(M)eine Welt ohne Hass

Final wollt ihr euch nun noch einmal zusammensetzen und darüber sprechen, wie eine Welt ohne Hass aussehen würde. Meint ihr, dass es dann auch keine Liebe geben kann? Wie würde eure persönliche Welt ohne Hass aussehen?
Eröffnet eine kurze Diskussionsrunde, um den Sinn von Hass besser nachvollziehen zu können und dass dieser Teil des Lebens ist, damit auch Liebe existieren kann.

Reflexionsrunde

Da das Thema für viele sehr emotional und wichtig ist, solltet ihr im Anschluss dieses Projekts miteinander über die letzten Stunden sprechen. Wie habt ihr euch gefühlt und wie ist es euch ergangen? Fandet ihr etwas nicht so gut und hättet ihr euch noch etwas anderes gewünscht? Für verschiedene Reflexionsmethoden schaut gerne hier vorbei.

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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