Der Song „Komm wie du bist“ von Wilhelmine lädt ein, Erwartungen von Schule, Eltern, Freund*innen oder Social Media loszulassen. In dieser Gruppenstunde dürfen die Jugendlichen in einem geschützten Raum reflektieren, was es bedeutet, zu sich selbst zu stehen und wie sie mehr Mut zu ihrer eigenen Persönlichkeit entwickeln.
- Aufwärm-Methode: Wer bin ich eigentlich?
- Einführung des Themas für die Jugendlichen
- Arbeit am Thema: Song hören und erste Reflexion
- Arbeit am Thema: Die Last der Erwartungen
- Arbeit am Thema: Mut zur eigenen Persönlichkeit
- Rollenspiel „Grenzen setzen“
- Spiel: Wer bin ich, wenn niemand zuschaut?
- Abschlussrunde und Verabschiedung
- Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Aufwärm-Methode: Wer bin ich eigentlich?
Jede*r erhält ein kleines Blatt Papier und schreibt darauf drei Eigenschaften, die ihn*sie ausmachen. Diese dürfen sowohl äußere Merkmale als auch Charaktereigenschaften sein, zum Beispiel: „manchmal schüchtern“, „mag Sport“, „gute*r Zuhörer*in“, „träumt viel“, „liebt Tiere“. Die Zettel werden eingesammelt, durchmischt und anonym vorgelesen. Die Gruppe darf raten, um wen es sich jeweils handeln könnte. Schnell wird deutlich, wie unterschiedlich die Jugendlichen sich selbst sehen und wie vielschichtig jede Persönlichkeit ist.
Einführung des Themas für die Jugendlichen
Nach dem Warm-up wird der Song „Komm wie du bist“ vorgestellt. Erklärt den Jugendlichen, dass der Song von dem Gefühl handelt, sich in der eigenen Haut manchmal unwohl zu fühlen. Viele Menschen machen sich über Jahre hinweg klein, zweifeln an sich selbst und glauben, nicht gut genug zu sein. Wilhelmine ermutigt mit ihrem Lied genau dazu, aus diesem Schatten herauszutreten. Die Jugendlichen werden eingeladen, kurz zu überlegen, in welchen Situationen sie selbst schon das Gefühl hatten, nicht richtig dazuzugehören, unsicher zu sein oder sich lieber zurückzuziehen.
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Arbeit am Thema: Song hören und erste Reflexion
Nun wird der Song gemeinsam angehört. Jede*r erhält den Liedtext. Beim Hören markieren die Jugendlichen Zeilen. Viele werden sich bei Passagen wie „Du sagst: Dir hört keiner zu“ oder „Hast dich in all diesen Jahren immer kleiner gemacht“ wiedererkennen. Diese ehrlichen Formulierungen öffnen bei den Jugendlichen meist Türen zu eigenen Gedanken und Gefühlen. Wichtig ist, dass kein Druck entsteht, persönliche Geschichten erzählen zu müssen.
Arbeit am Thema: Die Last der Erwartungen
Auf einem großen Plakat wird das Wort „Erwartungen“ geschrieben. Bittet die Jugendlichen, auf vorbereiteten Klebezetteln Erwartungen zu notieren, die sie selbst häufig spüren. Dies können Sätze sein wie: „Sei immer gut in der Schule“, „Hab viele Freund*innen“, „Sieh gut aus“, „Mach deine Familie stolz“, „Sei immer fröhlich“, „Mach keine Fehler“. Nach und nach wird das Plakat gefüllt. Oft wird schon hier sichtbar, wie viele unterschiedliche und widersprüchliche Anforderungen Jugendliche erleben. Von wem kommen diese Erwartungen? Welche spüren die Jugendlichen besonders stark? Und welche Erwartungen haben sie eigentlich an sich selbst? Durch diese Übung erkennen viele, dass sie sich oft selbst zusätzlich unter Druck setzen.
Arbeit am Thema: Mut zur eigenen Persönlichkeit
Jede*r Jugendliche bekommt ein neues Blatt, auf das sie notieren dürfen, was sie an sich mögen. Wer möchte, darf kleine Symbole oder Zeichnungen ergänzen. Unterstützt bei Bedarf durch kleine Impulse: Gibt es etwas, worauf du stolz bist? Etwas, das dir gut gelingt? Etwas, was andere an dir schätzen? Durch diese Übung wird der Fokus bewusst auf die positiven Seiten der eigenen Persönlichkeit gelegt.
Rollenspiel „Grenzen setzen“
In kleinen Rollenspielen üben die Jugendlichen, wie sie in typischen Alltagssituationen zu sich selbst stehen können. Bereitet kurze Szenen vor, in denen von außen Erwartungen oder Urteile geäußert werden. Die Jugendlichen spielen die Szenen durch und dürfen anschließend gemeinsam überlegen, wie man in solchen Momenten selbstbewusst reagieren könnte. Es werden Formulierungen gesammelt, die helfen, Grenzen zu setzen, ohne aggressiv zu werden. Zum Beispiel: „Danke, dass du dir Gedanken machst. Aber ich entscheide das für mich.“ oder „Ich fühle mich wohl so, wie ich bin.“
Spiel: Wer bin ich, wenn niemand zuschaut?
Stellt Fragen in den Raum, auf die die Jugendlichen sich im Raum positionieren sollen. Wer sich angesprochen fühlt, geht nach vorne, wer nicht, bleibt stehen. Fragen könnten sein: „Ich mache mir manchmal Gedanken, ob ich gut genug bin“, „Ich habe schon mal etwas nur gemacht, um anderen zu gefallen“, „Ich wünsche mir manchmal, mutiger zu sein“. Durch die Bewegung im Raum entsteht ein lebendiger Austausch und den Jugendlichen wird nochmals bewusst, dass sie mit vielen ihrer Gedanken und Gefühle nicht alleine sind.
Abschlussrunde und Verabschiedung
Zum Abschluss der Stunde erhalten die Jugendlichen kleine Erinnerungskarten. Darauf stehen Affirmationen wie: „Ich bin gut, so wie ich bin.“, „Meine Schwächen gehören zu mir.“, „Ich muss mich nicht verstellen.“ Jede*r darf sich eine Karte auswählen und mitnehmen. Bittet die Jugendlichen, in wenigen Worten zu sagen, was sie aus der Stunde mitnehmen. Dies kann ein Gedanke, ein Satz, eine neue Erkenntnis oder einfach ein gutes Gefühl sein. Die Gruppe verabschiedet sich mit dem Wissen: Jeder Mensch darf genau so sein, wie er*sie ist.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material: Lautsprecher, Ausdrucke des Songtexts, Stifte, große Papierbögen, Moderationskarten, Kärtchen, Affirmationskarten, Erinnerungssymbole

