Gruppenstunden-Modul: Geschlechterrollen

Was macht einen Mann zum Mann, was macht eine Frau zur Frau - und dabei über Klischees hinwegschauen.

indoor

60-90 Minuten

12-16 Jahre

Geschlechterrollen spielen zunehmend eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft, ganz besonders weil in den letzten Jahrzehnten immer mehr Geschlechtsidentitäten dazu kamen. Es ist wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass es mehr als nur männlich und weiblich gibt und das es okay ist, wie sich andere fühlen, denn eines ist klar: Egal welches Geschlecht eine Person hat, Mensch ist Mensch!

Ablauf für die Gruppenstunde

Ein Aufwärm-Spiel – Ja-Nein-Lauf

Um eure Meute ein wenig für die heutige Gruppenstunde einzuheizen, startet ihr heute mit einem herausfordernden Aufwärmspiel, dem „Ja-Nein-Lauf“. Ihr teilt die Teilnehmer*innen dazu in zwei Gruppen auf, die eine Gruppe ist die Nein-Gruppe und die andere die Ja-Gruppe. Nun stellt ihr lustige Thesen auf, z.B. „Können Pinguine fliegen?“ Da die Antwort hierauf „Nein“ lautet, muss die Nein-Gruppe die Ja-Gruppe fangen. Das Ganze könnt ihr dann mit einigen weiteren lustigen Fragen und Thesen weiterspielen, bis alle Jugendlichen gut aufgewärmt sind.

Einführung des Themas für die Jugendlichen

___STEADY_PAYWALL___ Zur Einführung in das Thema legt ihr die LGBTQ+ Flagge (die Regenbogenflagge) in die Mitte eures Sitzkreises. Wer kennt die Flagge? Um schon etwas tiefer in das Thema reinzukommen, ermittelt ihr, welche Geschlechterrollen die Jugendlichen bereits kennen. Wie können diese Rollen definiert werden bzw. was macht sie aus?

Die Geschlechtsidentitäten

Bleibt direkt in eurem Stuhl- bzw. Sitzkreis sitzen und legt zu der Flagge nun Fotos von Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten. Diese findet ihr schnell und einfach im Internet. Das können gerne auch Promis sein, aber auch Menschen, die eben so im Internet zu ihrer Geschlechtsidentität stehen. Versucht möglichst alle (gerne auch mehrfach) alle Geschlechtsidentitäten abzudecken. Nun tun sich immer zwei Jugendliche zusammen und sollen möglichst zu jeder Person auf den Bildern zusammen philosophieren, was diesen Menschen wohl ausmacht. Also Geschlecht(identität), Beruf, Familienstand, Alter, Lieblingsmusik, Lieblingsessen, Haustiere, Hobbys usw. Fünf Minuten sollten dafür genügen und dann leitet ihr die Gespräche in die Gruppe über, zu welchen Ergebnissen sind die Teilnehmer*innen gekommen? Gibt es vielleicht sogar Parallelen? Setzt nun weitere Impulse, um über die Menschen hinter den Bildern wirklich aufzuklären.

  • Wen bzw. was seht ihr auf den Bildern?
  • Ist eindeutig zu erkennen, welche Geschlechtsidentität diese Person besitzt?
  • Glaubt ihr, dass diese Menschen sich ausgesucht, welche Geschlechterrolle sie haben?
  • Was verbindet ihr mit dem Wort „Geschlecht“?
  • Ist euch ein Geschlecht wichtig?
  • Wie sieht es mit eurem eigenen Geschlecht aus, ist euch das wichtig?
  • Wie schätzt ihr es ein, seht ihr in der Einteilung von Menschen nach ihrem Geschlecht eher Vor- oder Nachteile?

Fazit solle im Anschluss sein: Mensch bleibt Mensch, ganz gleich, welche Geschlechtsidentität dieser Mensch auch besitzt. Das soll vor allem der Diskriminierung und der Ausgrenzung vorbeugen und das Betroffene sich trauen, offener mit sich selbst umgehen zu können.

Ein Gruppenspiel – „Alle, die …“

Dieses Spiel wird vermutlich jede*r von euch und von eurer Meute kennen. Ihr setzt euch zusammen in einen Stuhlkreis, wobei es einen Stuhl weniger als Teilnehmer*innen gibt. Eine Person steht in der Mitte und sagt z.B. „Alle, die weiße Schuhe tragen!“ und diese Personen müssen sich nun einen neuen Platz suchen. Ihr spielt das Ganze nun aber mit Aussagen zu Geschlechtsrollen, z.B. „Alle die vor der Gruppenstunde nicht wussten, wie viele verschiedene Geschlechtsidentitäten es gibt!“ Achtet darauf, dass sich die Fragen nicht genau wiederholen und möglichst jede*r Jugendliche einmal in der Mitte steht.

Die Abschlussrunde

In unserer Gesellschaft werden immer noch Menschen ausgegrenzt, die nicht den Normwerten entsprechen. Daher ist es umso wichtiger, einander zu stärken. Als Abschlussrunde stellt ihr euch als Gruppenleiter*innen an die Tür, macht mit euren Armen einen Torbogen und lasst die Jugendlichen darunter hergehen. Unter euren Armen bleiben sie dann stehen und ihr sagt ihnen etwas Nettes, was sie individuell ausmacht. Und mit dieser warmen Dusche entlasst ihr eure Gruppe dann bis zur nächsten Gruppenstunde.

Weitere Informationen
Links und Material

Material für diese Gruppenstunde

  • LGBTQ+ Flagge
  • Bilder von Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentitäten
  •  Stühle

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