Krisen können lähmen – oder sie können dazu anregen, Visionen zu entwickeln und Veränderung anzustoßen. Kinder und Jugendliche brauchen Gelegenheiten, sich als handlungsfähig zu erleben, ihre Wünsche auszudrücken und Utopien zu denken. Dieses Kapitel bietet kreative Methoden, die Hoffnung nähren und das Gefühl vermitteln: „Ich kann etwas bewirken.“ Dabei entstehen Zukunftsbilder, kleine Pläne und große Träume – manchmal ganz konkret, manchmal spielerisch-fantastisch. Im Zentrum steht nicht die „richtige“ Lösung, sondern das Vertrauen in das eigene Denken, Fühlen und Handeln. So wird Zukunft nicht zur Bedrohung, sondern zum Raum für Möglichkeiten.
Vision Boards: Meine Zukunft in Bildern
Die Kinder gestalten eine große Collage, die zeigt, was sie sich für ihre persönliche Zukunft wünschen – ob für morgen, in fünf Jahren oder als Erwachsene. Die Bilder helfen, Wünsche zu konkretisieren und Mut für nächste Schritte zu fassen.
Material: Alte Zeitschriften, bunte Kataloge, Scheren, Kleber, Karton oder Papier als Untergrund, Stifte, Sticker oder Deko-Materialien.
Brief an mein Zukunfts-Ich
Jedes Kind schreibt einen Brief an sich selbst in der Zukunft – z. B. in einem Jahr. Darin können Hoffnungen, Ziele, Fragen oder Zusprüche stehen. Die Briefe werden gesammelt und später verschickt oder in einer Schatzkiste aufbewahrt.
Material: Papier, Stifte, Briefumschläge, eine Sammelbox oder ein Ort zur Aufbewahrung.
Pflanzenprojekt: Wachsen mit der Zeit
Jedes Kind pflanzt ein eigenes Samenkorn und gestaltet einen Blumentopf mit einem Wunsch oder Ziel. Die Pflanze wird in den kommenden Wochen gepflegt – ein lebendiges Symbol für Entwicklung, Geduld und Selbstwirksamkeit.
Material: Kleine Töpfe oder Joghurtbecher, Erde, Samen (z. B. Kresse, Sonnenblume), Marker oder Farben zum Gestalten, Gießkanne oder Sprühflasche.
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Utopien gestalten: Die Welt, wie ich sie mir wünsche
Die Gruppe sammelt Ideen für eine bessere Welt: Wie sieht sie aus? Was gibt es dort nicht mehr? Was funktioniert anders? Aus diesen Ideen entstehen Fantasie-Städte, Collagen, Mini-Plakate oder Gruppenbilder – ganz ohne Grenzen im Denken.
Material: Papier, Farben, Stifte, Pappe, Scheren, Kleber, Materialien für Collagen, ggf. große Plakate oder Bodenpapier für Gemeinschaftswerke.
Stop-Motion-Film: Wir bewegen was!
In Kleingruppen entwickeln die Kinder eine kurze Geschichte darüber, wie sie etwas verändern – in ihrer Welt, in der Schule oder im Alltag. Die Geschichte wird mit Figuren, Papier oder Knete als Stop-Motion-Film umgesetzt.
Material: Tablets oder Smartphones mit Stop-Motion-App, Stativ oder Bauklotz-Ständer, Papier, Stifte, Knete, Figuren, Hintergrundkarton.
Zukunftslabyrinth
Die Kinder bauen ein „Zukunftslabyrinth“ aus Symbolen und Stationen: Entscheidungspunkte, Hindernisse, Mutmacher. Auf dem Weg durchs Labyrinth überlegen sie, welche Wege ihnen offenstehen – real oder symbolisch.
Material: Seile, Kreide oder Klebeband zur Gestaltung am Boden, Karten mit Symbolen, Materialien für Stationen (z. B. Hütchen, Bilder, Aussagenkarten).
Mein Zukunftsplakat
Die Kinder gestalten ein Plakat, das sie in Aktion zeigt: beim Erreichen eines Traums oder in einer Rolle, die sie sich wünschen (z. B. Forscherin, Erfinderin, Künstler*in). Sie dürfen groß denken – und sich selbst darin wiederfinden.
Material: Plakatpapier, Farben, Stifte, alte Zeitschriften für Collagen, Kleber, Scheren.
Zukunftserfinder*innen
In Gruppen erfinden die Kinder eine neue Idee für die Zukunft – z. B. eine Maschine, ein Gesetz oder ein Ort, der Menschen hilft. Danach präsentieren sie ihre Erfindung der Gruppe wie in einer kleinen Messe oder Ausstellung.
Material: Bastelmaterial, Karton, Kleber, Scheren, Stifte, evtl. vorbereitete „Messestände“ aus Tischen oder Stellwänden.
Wunschflaschen
Kinder schreiben oder malen einen Wunsch für die Zukunft und stecken ihn in eine dekorierte Flasche. Die Flasche kann verschlossen und an einem besonderen Ort aufbewahrt oder gemeinsam vergraben werden – als „Zukunftszeitkapsel“.
Material: Kleine Flaschen oder Gläser mit Deckel, Papier, Stifte, Farben zum Bemalen, ggf. Naturmaterialien zum Vergraben.
Was ich verändern will
Jedes Kind schreibt oder malt eine Sache auf, die es in seinem Alltag gerne verändern würde – klein oder groß. In Kleingruppen wird überlegt: Was wäre ein erster Schritt? Die Gruppe kann sich gegenseitig Tipps oder Unterstützung geben.
Material: Karteikarten, Papier, Stifte, evtl. Flipchart oder Pinnwand für Sammlung, Moderationskarten oder Klebepunkte für Austausch.

