Taschengeld richtig einsetzen: So lernen Kinder den smarten Umgang mit Geld

Das Gefühl, nicht dazuzugehören, kann bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen schnell Stress auslösen – und natürlich eine Menge Frust. Fehlt ihnen etwa in der Ferienfreizeit das Geld, um zusätzliche Aktivitäten mit Gleichaltrigen wahrnehmen zu können, fühlen sie sich oft als Außenseiter. Daraus wiederum kann ein Gefühl starker Einsamkeit resultieren. 

Taschengeld ist für Kinder und Jugendliche daher ein essenzieller Faktor der sozialen Teilhabe. Doch wie lernen sie abseits des Elternhauses, richtig mit ihren finanziellen Mitteln umzugehen?

Warum Taschengeld für Kinder in der Ferienfreizeit sinnvoll ist

Ob in der Ferienfreizeit oder im Jugendcamp – die Kosten für Verpflegung und Unterbringung sind meist schon mit dem sogenannten Teilnahmebetrag gedeckt. Warum also sollten Kinder und Jugendliche zusätzlich noch Taschengeld mitbringen?

Tatsächlich gibt es auf diese Frage gleich mehrere Antworten:

  • Taschengeld in der Ferienfreizeit erleichtert es Kindern, sich in die Gruppe einzufügen. Schließlich können sie sich gemeinsam mit den neuen Freunden eine Cola, ein Eis oder ein Souvenir kaufen. 
  • Gleichzeitig kann das Taschengeld in der Ferienfreizeit Kindern dabei helfen, einen vernünftigen Umgang mit Geld und Konsum zu erlernen. Ohne das Beisein der Eltern, die im „Notfall“ zusätzliches Geld beisteuern, fällt es Kindern oft leichter, das Prinzip des Geldeinteilens und Sparens zu begreifen.
  • Erfüllen sich Kinder und Jugendliche mit ihrem Taschengeld verschiedene Wünsche – von der Brause bis zum Mitbringsel für die Lieben – bekommen sie ein Verständnis für Preise und Preisspannen. Sie lernen also, dass Konsumgüter unterschiedliche Werte haben können.

Ebenso zeigt ein Blick auf einen Taschengeld-Ratgeber: Durch den Umgang mit dem (begrenzten) eigenen Geld lernen Kinder und Jugendliche leichter, Prioritäten zu setzen.

Wie viel Taschengeld Kinder in welchem Alter zur Verfügung haben sollten

Gemeinsame Aktivitäten mit Freunden erhalten für Kinder und Jugendliche laut einer 2025 veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung große Bedeutung. Durch Geldmangel jedoch drohen sie diese sozialen Kontakte zumindest in Teilen zu verlieren. Das kann sich für die Betroffenen schnell zu einer psychischen Herausforderung entwickeln.

Wird ein Kind aufgrund fehlenden Taschengelds von Gleichaltrigen ausgeschlossen, handelt es sich um Klassismus. Ebenso kann es jedoch vorkommen, dass sich Betroffene selbst aus Scham aus einer Gruppe zurückziehen. 

Erkennt ihr einen dieser Sachverhalte in der Jugendfreizeit, steht zunächst die mentale Unterstützung des Kindes im Fokus. Später kann es zudem hilfreich sein, die Eltern auf das Thema aufmerksam zu machen und ihnen zu raten, dem Nachwuchs in der nächsten Ferienfreizeit zumindest ein kleines Taschengeld anzuvertrauen.

Wie viel Taschengeld Kinder und Jugendliche erhalten sollten, hängt dabei hauptsächlich von ihrem Alter und ihrer geistigen Reife ab. 

Das deutsche Jugendinstitut empfiehlt, Kindern ab dem Grundschulalter – also ab sechs bis sieben Jahren – ein geringes Taschengeld auszuzahlen. Mit zunehmendem Alter darf es sich erhöhen. Eine Orientierung bietet die folgende Taschengeld-Tabelle:

  • Sechs- bis Siebenjährige = bis zu drei Euro Taschengeld pro Woche
  • Acht- bis Neunjährige = bis zu vier Euro Taschengeld pro Woche
  • Zehn- bis Elfjährige: bis zu 25 Euro Taschengeld pro Monat
  • Zwölf- bis 13-jährige = bis zu 30 Euro Taschengeld pro Monat
  • 14- bis 15-jährige = bis zu 45 Euro Taschengeld pro Monat

Teenager haben oft größere Konsumwünsche als Kinder. Daher kann das Taschengeld ab 16 Jahren 50 Euro oder mehr im Monat betragen. 

Wichtig dabei ist: Sollen Kinder und Jugendliche den Umgang mit ihrem Taschengeld lernen, brauchen sie damit freie Hand. Weder die Eltern noch ihr als Jugendleiter*innen solltet darüber entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben dürfen oder nicht. 

Gute Ratschläge können zwar dabei helfen, das Geld einzuteilen und sinnvoll zu nutzen. Bevormundung jedoch untergräbt bei Kindern und Jugendlichen die angestrebte Souveränität im Umgang mit Geld.

Zusammenfassung

Taschengeld in der Ferienfreizeit ist für Kinder und Jugendliche nicht nur ein nettes Extra. Es nimmt eine zentrale Rolle im Bezug auf die soziale Teilhabe ein. Zudem erlernen Kinder ab dem Grundschulalter den Umgang mit Geld einfacher, wenn sie ohne elterliche Aufsicht damit umgehen müssen. 

Die goldene Regel dabei lautet jedoch: Die Höhe des Taschengelds sollte zum Alter der Kinder passen, um diese nicht zu überfordern.

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