Teenkreis gründen: Guide für Jugendleiter*innen

Was interessiert Teenager?

Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren befinden sich mitten in einer spannenden und herausfordernden Entwicklungsphase. Sie setzen sich intensiv mit ihrer Umwelt auseinander, hinterfragen bestehende Werte und suchen nach Orientierung – oft zum ersten Mal sehr bewusst. Wenn du Themen auswählst, die ihre Lebenswirklichkeit widerspiegeln, öffnet sich schnell ein Raum für ehrliche Gespräche, persönliche Geschichten und gemeinsames Nachdenken. Im Folgenden findest du eine Vertiefung zu den zentralen Themenfeldern – mit Ideen, wie du sie im Teenkreis sensibel und kreativ aufgreifen kannst.

Coming of age: 30 Bildkarten für die Jugendarbeit

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Wer bin ich eigentlich? Diese und andere Fragen zur persönlichen Entwicklung bekommen in der Pubertät ein neues Gewicht. An der Schwelle zum Erwachsenwerden sind Jugendliche häufig von Selbstzweifeln betroffen. Sie machen sich Gedanken, ob und wie sich ihre Zukunftswünsche erfüllen und wo sie im Leben stehen. Das Bildkarten-Set von Daniel Seiler bietet wertvolle Impulse, Projekt- und Gesprächsideen, um Jugendliche in allen Phasen der Selbstfindung begleiten und unterstützen zu können.

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Freundschaft, Liebe und Konflikte

Beziehungen zu Gleichaltrigen gewinnen enorm an Bedeutung. Fragen nach Zugehörigkeit, Loyalität, aber auch nach ersten romantischen Gefühlen stehen im Raum. Jugendliche erleben intensive Freundschaften – und auch erste Enttäuschungen. Ein Teenkreis kann ein sicherer Ort sein, um über diese Erfahrungen zu sprechen, ohne bewertet zu werden.

Du kannst zum Beispiel mit anonymen Fragenkarten arbeiten, ein Rollenspiel zu Gruppendruck oder Streit unter Freund*innen gestalten oder kreative Methoden wie „Herzblätter“ oder Beziehungskompass nutzen. Besonders wirksam sind Gesprächsrunden, in denen Jugendliche merken: Ich bin nicht allein mit meinen Gefühlen.

Identität und Selbstwert

„Wer bin ich – und wer will ich sein?“ Diese Frage beschäftigt Jugendliche dauerhaft. Gleichzeitig sind sie stark von äußeren Einflüssen geprägt – Familie, Schule, Peergroup und soziale Medien. Im Teenkreis kannst du Räume schaffen, in denen junge Menschen sich ausprobieren dürfen, ohne sich festlegen zu müssen. Impulse zur Selbstwahrnehmung, Übungen zur Stärkenfindung oder kreative Aktionen wie Selbstporträts, Moodboards oder „Ich-bin“-Statements helfen dabei, sich selbst besser kennenzulernen.

Wichtig ist ein wertschätzendes Miteinander: Kein Vergleichen, kein Bewerten – sondern Ermutigung, sich in seiner Einzigartigkeit zu entdecken.

Zukunft, Schule und Beruf

Viele Jugendliche erleben Schule als leistungsorientiert und herausfordernd. Gleichzeitig beginnt die Auseinandersetzung mit Fragen wie: „Was will ich später machen?“ oder „Welche Träume habe ich eigentlich?“ Der Teenkreis kann hier zur Entlastung beitragen – und gleichzeitig Mut machen, groß zu denken.

Du kannst Berufsbilder kreativ vorstellen, Zukunftsvisionen visualisieren lassen oder ältere Jugendliche oder Gäste einladen, die ihren Weg erzählen. Auch Themen wie Prüfungsstress, Versagensangst oder Motivation finden hier Raum. Wichtig ist: Nicht nur der Notenschnitt zählt – sondern die Persönlichkeit dahinter.

Social Media und Selbstdarstellung

Online-Plattformen prägen den Alltag von Teenies massiv. Likes, Follower, Selfies und Stories bestimmen oft das Selbstbild – aber auch das Gefühl, mithalten zu müssen. Ein guter Teenkreis verurteilt Social Media nicht pauschal, sondern ermöglicht kritisches Nachdenken: „Was zeigt man – und was lieber nicht?“, „Wo beginnt Selbstdarstellung – und wo endet Authentizität?“

Ein Projekt könnte z. B. sein, eine fiktive Influencer*innen-Seite zu erstellen – mit ehrlichen, überzogenen oder ironischen Inhalten. Oder ihr reflektiert gemeinsam ein paar TikTok-Trends, schaut Clips und diskutiert: „Würdest du das auch posten?“ Humor und Medienkompetenz können hier Hand in Hand gehen.

Umwelt und Gerechtigkeit

Klimaschutz, soziale Ungleichheit und globale Fragen bewegen viele Jugendliche tief – oft mehr, als Erwachsene glauben. Im Teenkreis können sie Handlungsspielräume entdecken: Müllsammelaktionen, ein plastikfreier Abend oder ein Tauschprojekt für Kleidung schaffen Erlebnisse mit Wirkung. Gleichzeitig darf Raum für Ohnmacht und Überforderung sein.

Gerechtigkeit beginnt auch im Kleinen: „Wie geht unsere Gruppe mit Anderssein um?“, „Wer bekommt Aufmerksamkeit – wer nicht?“ Solche Reflexionen stärken nicht nur das soziale Miteinander, sondern auch den Blick nach außen.

Spiritualität, Glaube und Zweifel

Gerade in einem christlichen Teenkreis ist die Auseinandersetzung mit spirituellen Themen zentral – aber sie darf niemals aufgesetzt oder belehrend wirken. Jugendliche wollen ehrlich gefragt werden: „Woran glaubst du?“, „Glaubst du überhaupt?“, „Was hilft dir, wenn du Angst hast?“

Impulse sollten lebensnah sein: eine Bibelstelle, die zu einem aktuellen Thema passt; ein stiller Moment mit Kerzen; ein Dankstein, den jede*r mit nach Hause nehmen kann. Auch Zweifel haben Platz: Glaube ohne Kritik und Hinterfragen bleibt flach. Der Teenkreis kann ein Ort sein, an dem junge Menschen ihren eigenen Weg im Glauben finden – oder auch bewusst Abstand nehmen dürfen.

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Autor*in

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.