Vollständig ausgearbeitete Gruppenstunde

Gruppenstunden-Modul: Aufbruch ins Ungewisse

Mut, Vertrauen & Zuversicht

12-18 Jahre

indoor

90min
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In dieser Gruppenstunde geht es um Mut, Vertrauen und die Zuversicht, ins Ungewisse aufzubrechen – inspiriert durch den Song „Von hier an blind“ von Wir sind Helden. Die Jugendlichen erkunden, wie es sich anfühlt, nicht zu wissen, was kommt, und entdecken, was ihnen hilft, trotzdem mutig voranzugehen – am besten gemeinsam.

Achtsam begleiten: Das Thema Ungewissheit und Zukunft kann bei manchen Sorgen wecken. Haltet den Blick auf dem Ermutigenden, macht nichts zur Pflicht, und niemand muss Persönliches teilen. Dies ist keine Therapie – wenn ihr merkt, dass jemanden die Zukunft stark belastet, seid da und verweist behutsam an eine Vertrauensperson. Bei den Vertrauensspielen mit verbundenen Augen gilt: freiwillig, mit viel Platz, behutsamem Führen und ohne Hetze.

Aufwärm-Spiel: „Blind geführt“

Passend zum Titel des Songs geht es blind los. Die Jugendlichen tun sich zu zweit zusammen: Eine Person schließt die Augen (oder trägt eine Augenbinde), die andere führt sie behutsam durch den Raum – nur mit der Stimme oder einer leichten Hand am Arm, vorbei an kleinen Hindernissen. Nach ein paar Minuten werden die Rollen getauscht.

Das Spiel bringt sofort ins Thema: Wie fühlt es sich an, nicht zu sehen, wohin es geht – und sich auf jemand anderen zu verlassen? Sorgt für genügend Platz und ein ruhiges Tempo. Wer die Augen nicht schließen mag, hält einfach den Blick gesenkt.

Einführung des Themas

Nach dem Aufwärmspiel kommen alle zusammen. Spielt den Song „Von hier an blind“ von Wir sind Helden über euer eigenes Gerät ab und teilt den Songtext aus – ihr findet ihn auf einer lizenzierten Seite, einfach nach „Wir sind Helden – Von hier an blind“ suchen.

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Mehr Informationen

Sprecht anschließend gemeinsam über den Text – ohne ihn hier abzudrucken, sondern anhand des ausgeteilten Blattes. Nutzt dafür Gesprächsimpulse:

  • Welche Zeilen sprechen euch besonders an?
  • Der Song erzählt vom Aufbruch, ohne genau zu wissen, was kommt, und ohne festen Plan oder „Landkarte“. Kennt ihr dieses Gefühl?
  • Was bedeutet es, „von hier an blind“ weiterzugehen – und warum fällt es leichter, wenn man nicht allein ist?
  • Wie schafft es der Song, aus Ungewissheit etwas Mutmachendes zu machen?

So öffnet der Song die Tür zu einem echten Gespräch darüber, wie man mit dem Ungewissen umgeht.

Arbeit am Thema

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Workshop: „Mein Weg ins Ungewisse“

Jede*r Jugendliche denkt an eine Situation, in der er oder sie ins Ungewisse aufbrechen musste oder wird – ein Schulwechsel, eine große Entscheidung, die Zeit nach der Schule, ein Umzug. In einem kurzen Text oder einer Skizze hält jede*r fest: Was macht das Nicht-Wissen schwer? Und was hilft trotzdem, den nächsten Schritt zu gehen?

Anschließend teilen die Jugendlichen ihre Gedanken – so viel sie mögen – in Kleingruppen und sammeln, was Mut gibt: Vertrauen in sich selbst, gute Menschen an der Seite, gute Erfahrungen aus der Vergangenheit, Hoffnung. So wird spürbar, dass man den ganzen Weg gar nicht sehen muss, um loszugehen.

Aktion: „Mein Mut-Kompass“

Wer ohne Landkarte aufbricht, braucht einen inneren Kompass. Jede*r gestaltet einen persönlichen „Mut-Kompass“ – eine Karte in Kompassform, auf der statt Himmelsrichtungen das steht, was einen durch ungewisse Zeiten trägt: eigene Stärken, Menschen zum Vertrauen, ein Kraftsatz wie „Ich muss nicht alles sehen, um den nächsten Schritt zu tun“.

Der fertige Mut-Kompass wandert mit nach Hause und ist eine kleine Erinnerung für den nächsten Aufbruch. Die Jüngeren gestalten frei und bildhaft, die Älteren dürfen persönliche Sätze formulieren.

Spiel: „Der Vertrauens-Parcours“

Jetzt wird der „blinde“ Aufbruch zum Team-Erlebnis. Baut aus Stühlen, Seilen und weichen Gegenständen einen einfachen Parcours auf. In Kleingruppen führt das Team ein Mitglied mit verbundenen Augen nur durch Zurufe sicher bis zum Ziel – „zwei Schritte vor“, „jetzt links“. Danach ist die nächste Person dran.

Das Spiel bringt Bewegung, Spannung und jede Menge Vertrauen und macht die Botschaft des Songs erlebbar: Ins Ungewisse geht es sich leichter, wenn andere einen begleiten. Achtet auf einen sicheren Aufbau, weiche Hindernisse und ein ruhiges Tempo. Wer nicht möchte, übernimmt das Ansagen.

Abschlussrunde und Verabschiedung

Fasst die wichtigsten Gedanken noch einmal zusammen und gebt den Jugendlichen eine kleine Aufgabe mit: In den nächsten Tagen bewusst einen Moment wahrnehmen, in dem sie in etwas Ungewisses starten – und sich daran erinnern, dass man den ganzen Weg nicht sehen muss, um den nächsten Schritt zu gehen.

Lasst die Stunde mit ein paar Fragen ausklingen:

  • Was nimmst du von deinem Mut-Kompass mit?
  • Wer oder was gibt dir Zuversicht, wenn es einmal ungewiss wird?
  • Was war leichter – blind geführt zu werden oder selbst zu führen?

Haltet fest, dass Aufbrechen selten heißt, den ganzen Weg zu kennen – sondern mit Vertrauen und Mut den nächsten Schritt zu wagen, oft gemeinsam. Genau davon erzählt „Von hier an blind“: Ungewissheit muss keine Angst machen, sondern kann der Anfang von etwas Gutem sein.

Weiterführende Links für Gruppenleiter*innen

Material:
Musik-Player und Lautsprecher zum Abspielen des Songs, ausgedruckte Songtexte (aus einer lizenzierten Quelle), Augenbinden oder Tücher, Papier, Stifte und Deko für den Mut-Kompass, Stühle, Seile und weiche Gegenstände für den Vertrauens-Parcours

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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