Vollständig ausgearbeitete Gruppenstunde

Gruppenstunden-Modul: Senfkorn Hoffnung

Hoffnung & Zusammenhalt

8-14 Jahre

in- und outdoor

60-90min
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Hoffnung fühlt sich manchmal ganz klein an – so klein wie ein einzelnes Korn in der Hand. Und trotzdem kann daraus etwas Großes werden: für jeden einzelnen Menschen genauso wie für eine ganze Gruppe, ein Viertel, eine Gesellschaft. In dieser Gruppenstunde spüren eure Kinder und Jugendlichen ihren eigenen kleinen Hoffnungskörnern nach – und entdecken, wie kleine Schritte die Welt ein Stück besser machen können, für sie selbst und für andere.

Aufwärmspiel: Eine gute Nachricht

Stellt euch in einen Kreis und nehmt einen weichen Ball zur Hand. Wer den Ball fängt, nennt eine gute Nachricht oder etwas, das ihm gerade Hoffnung macht – das darf winzig und ganz persönlich sein („Ich habe mich mit meiner besten Freundin wieder vertragen“) oder größer und weiter gedacht („Ich habe gesehen, wie fremde Leute jemandem geholfen haben“). Danach wandert der Ball weiter. Sammelt die Beiträge einfach ein, ohne sie zu kommentieren oder zu bewerten.

Das Spiel hebt die Stimmung und stimmt direkt aufs Thema ein: Gutes passiert überall, im Kleinen wie im Großen – man muss nur den Blick dafür schärfen. Wer gerade nichts sagen möchte, gibt den Ball einfach weiter; auch das ist völlig in Ordnung.

Einführung des Themas für die Teilnehmer*innen

Setzt euch in den Kreis und lasst ein einzelnes kleines Korn herumgehen – ein Senfkorn, ersatzweise ein Kresse- oder Sonnenblumensamen. Lasst die Kinder und Jugendlichen fühlen, wie winzig es ist, und fragt: „Was, glaubt ihr, kann aus so einem kleinen Korn werden?“ Sammelt ein paar Schätzungen.

Führt dann das Bild ein, das die ganze Stunde trägt: So ein Senfkorn ist fast nichts – und wächst doch, wenn es in der Erde landet, zu einer großen Pflanze heran. So groß, dass am Ende sogar Vögel darin Schutz finden. Genauso ist es mit der Hoffnung. Sie darf ganz klein anfangen, und sie kann trotzdem groß werden – in zwei Richtungen: Da ist die Hoffnung für mich selbst, die mich weitermachen lässt, wenn etwas schwer ist. Und da ist die Hoffnung für uns alle, die entsteht, wenn viele kleine Schritte zusammenkommen. Auch große Veränderungen fangen meist mit einem einzigen Korn an: einer Idee, einer helfenden Hand, einem mutigen Anfang.

Arbeit am Thema

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Meine Senfkörner

Verteilt kleine Karten und Stifte. Jede*r überlegt für sich: Was ist mein Senfkorn der Hoffnung? Das kann etwas sein, das einem Kraft gibt (ein Mensch, ein Ort, eine Sache, die man gern tut), oder etwas Kleines, das man selbst tun kann, wenn es einem mal nicht gut geht. Wer mag, schreibt oder malt es auf die Karte. Anschließend tauschen sich die Kinder und Jugendlichen zu zweit oder in kleinen Gruppen darüber aus.

Dieser Teil ist freiwillig und darf so persönlich oder so allgemein bleiben, wie es für jede*n passt. Achtet als Jugendleiter*innen sensibel darauf, niemanden zum Erzählen zu drängen – und nehmt ernst, wenn dabei echte Sorgen zur Sprache kommen. Spürt ihr, dass hinter einer Äußerung mehr steckt als ein schlechter Tag, sucht im Anschluss in Ruhe das Gespräch und bezieht Eltern, eine zuständige Fachkraft oder eine Beratungsstelle mit ein.

Unser Hoffnungsfeld

Jetzt geht der Blick nach außen. In Kleingruppen sammeln die Kinder und Jugendlichen: Welche kleinen Dinge machen unsere Gruppe, unser Viertel oder die Welt ein bisschen besser? Lasst die Ideen frei fließen – vom freundlichen Wort über das Müllaufsammeln bis zur Hilfe für jemanden, der sie braucht. Jede Kleingruppe wählt anschließend ein „Senfkorn“ aus, das sie für besonders machbar hält: eine kleine, konkrete Aktion, die ihr als Gruppe wirklich umsetzen könntet.

Tragt die Vorschläge zusammen und entscheidet gemeinsam, welche eine Aktion ihr in den nächsten Wochen tatsächlich wachsen lassen wollt. Wichtig ist, dass die Gruppe selbst bestimmt – nicht ihr als Leitung. So wird aus einer Idee ein echtes Vorhaben, hinter dem alle stehen.

Spiel: Vom Korn zum Baum

Ein Bewegungsspiel, das das Bild vom Wachsen erlebbar macht. Alle starten als „Senfkorn“, klein zusammengekauert in der Hocke. Wer einem anderen Korn begegnet, spielt Schere-Stein-Papier. Wer gewinnt, wächst eine Stufe weiter: vom Senfkorn (Hocke) zum Keimling (halb aufgerichtet), zur Pflanze (aufrecht stehend) und schließlich zum Baum (Arme weit nach oben gestreckt). Gespielt wird immer nur mit jemandem auf derselben Stufe. Wer zum Baum geworden ist, feuert die anderen an.

Wenn euch ein Spiel ohne Gewinnen und Verlieren lieber ist, geht es auch genau andersherum: Ihr wachst gemeinsam. Ihr erzählt langsam die Geschichte vom Korn, das keimt, sich streckt und zum Baum wird, und alle wachsen Stufe für Stufe mit – bis am Ende der ganze Raum voller „Bäume“ steht.

Abschlussrunde und Verabschiedung

Zum Abschluss wird beides greifbar – die persönliche und die gemeinsame Hoffnung. Jede*r sät sein eigenes Korn in ein kleines Gefäß mit Erde, gießt es vorsichtig an und nimmt es mit nach Hause, um sich darum zu kümmern: das ganz persönliche Hoffnungskorn. Statt gekaufter Töpfchen eignen sich ausgespülte Joghurtbecher, leere Eierschalen oder kurze Stücke einer Klopapierrolle wunderbar. Und für die gemeinsame Hoffnung schreibt ihr eure gewählte „Senfkorn-Aktion“ groß auf ein Plakat und verabredet einen festen Termin, an dem ihr sie angeht.

Lasst die Runde mit ein paar Fragen ausklingen:

– Welches kleine Senfkorn nimmst du heute mit?
– Was möchtest du tun, wenn dir das nächste Mal die Hoffnung fehlt?
– Wo könnt ihr als Gruppe in den nächsten Wochen etwas wachsen lassen?

Als kleines Ritual sagt jede*r beim Hinstellen des eigenen Töpfchens ein Wort, das für die eigene Hoffnung steht.

Material
– weicher Ball für das Aufwärmspiel
– Senf-, Kresse- oder Sonnenblumensamen zum Herumgeben und zum Aussäen
– kleine Pflanzgefäße oder ausgespülte Joghurtbecher, Eierschalen, Klopapierrollen
– Blumenerde und Wasser
– kleine Karten und Stifte für „Meine Senfkörner“
– Plakatpapier und Stifte für das „Hoffnungsfeld“ und die gemeinsame Aktion
– optional: glatte Steine zum Beschriften statt oder zusätzlich zu den Karten

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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