Vollständig ausgearbeitete Gruppenstunde

Gruppenstunden-Reihe: „Grow“

Stärken erkennen, Charakterbildung, Grenzen sprengen

14-18 Jahre

in- und outdoor

5*90-120min
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Die „Grow“-Gruppenstunden-Reihe gibt Jugendlichen einen Raum, in dem sie sich mit ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung auseinandersetzen können. Ziel dieser Reihe ist es, junge Menschen in ihrer Fähigkeit zu stärken, sich selbst besser zu verstehen, ihre Potenziale zu erkennen und ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Da Jugendliche mit einer Vielzahl von Erwartungen konfrontiert sind, ist die „Grow“-Reihe eine wertvolle Gelegenheit, die eigenen Stärken zu entdecken und die Fähigkeiten zu entwickeln, die sie für ihr zukünftiges Leben benötigen.

Die Struktur der Reihe ist so angelegt, dass sie in einem sicheren, respektvollen und wertschätzenden Rahmen stattfindet. Sie lädt die Teilnehmenden ein, sich selbst und ihre Mitmenschen besser kennenzulernen und die Fähigkeiten zu entwickeln, die für ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben erforderlich sind. Dabei geht es um theoretisches Wissen und um praktische Erfahrungen, die im Alltag umgesetzt werden können.

Jede Stunde ist so konzipiert, dass die Jugendlichen aktiv in den Lernprozess eingebunden sind und die Themen auf eine spielerische und kreative Weise entdecken. Die verschiedenen Methoden – von Gruppenspielen über kreative Aktionen bis hin zu Reflexionsübungen – regen die Jugendlichen dazu an, sich auf neue Ideen und Perspektiven einzulassen.

Ein zentraler Bestandteil der „Grow“-Reihe ist das Erlernen und Fördern von sozialen Kompetenzen. Die Jugendlichen sollen in der Lage sein, in einer Gruppe erfolgreich zusammenzuarbeiten, Verantwortung zu übernehmen und einander zu unterstützen. Das Bewusstsein für die eigenen Stärken und Schwächen wird geschärft, sodass die Jugendlichen erkennen, wie sie ihre einzigartigen Fähigkeiten sinnvoll in Gruppenprozesse einbringen. Gleichzeitig wird auch das Bewusstsein für die Stärken und Bedürfnisse ihrer Mitmenschen gefördert, was das Verständnis und die Empathie untereinander stärkt.

Die „Grow“-Reihe ist mehr als nur eine pädagogische Maßnahme – sie versteht sich als ein Beitrag zu einer nachhaltigen und positiven Entwicklung der Jugendlichen. Sie vermittelt Werte wie Respekt, Zusammenarbeit, Kreativität und Empathie, die innerhalb der Gruppe und auch im späteren Leben von großer Bedeutung sind. Die Jugendlichen lernen, wie sie ihre Talente und Fähigkeiten nutzen, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen und gleichzeitig das Wohl der Gemeinschaft zu berücksichtigen. Der Austausch und die Reflexion innerhalb der Gruppe helfen dabei, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken und ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern. Ein wichtiger Aspekt der „Grow“-Reihe ist die Förderung der Kreativität.

In einer schnelllebigen und leistungsorientierten Gesellschaft wird der kreative Ausdruck oft als weniger wichtig wahrgenommen. Doch Kreativität ist eine Schlüsselkompetenz, die Jugendlichen hilft, neue Lösungen zu finden, sich selbst auszudrücken und ihre Ideen umzusetzen. Die „Grow“-Reihe lädt die Jugendlichen ein, ihre kreativen Potenziale zu entdecken und auszuleben. Sie erfahren, dass es keine festen Regeln gibt und dass ihre Ideen wertvoll und einzigartig sind. So garantiert die „Grow“-Reihe den Jugendlichen eine umfassende Unterstützung in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung. Indem die Jugendlichen lernen, ihre Stärken zu erkennen und diese aktiv einzubringen, werden sie befähigt, ihre Zukunft selbstbestimmt und mit Zuversicht zu gestalten.

Grow-Stunde 1 – Selbstbewusstsein: Stärken erkennen und feiern

Selbstbewusstsein ist eine wichtige Grundlage für die persönliche Entwicklung. Wer sich seiner Stärken bewusst ist, geht Herausforderungen selbstbewusst an und entfaltet seine Fähigkeiten. In dieser ersten Stunde der „Grow“-Reihe geht es darum, dass die Jugendlichen ihre individuellen Talente erkennen und schätzen lernen. Die Teilnehmenden erfahren, dass jede*r einzigartige Fähigkeiten hat und lernen, diese bewusst zu feiern. Ziel der Stunde ist es, dass die Jugendlichen ihre Stärken benennen können und sich durch den Austausch in der Gruppe gegenseitig ermutigen. 

Einstieg: Gemeinsam ankommen und den Ton setzen

Die Stunde beginnt mit einem Willkommenskreis. Hier stellt ihr einander vor oder, falls sich die Gruppe schon kennt, erzählt jede*r kurz etwas Positives, das in der vergangenen Woche passiert ist. Um das Thema einzuleiten, stellt ihr eine Frage wie: „Was macht euch stolz auf euch selbst?“ Danach führt ihr kurz in das Thema ein. Erklärt den Jugendlichen, warum es wichtig ist, seine eigenen Stärken zu kennen und zu feiern. Lasst sie wissen, dass der Fokus heute auf dem Erkennen und Würdigen ihrer einzigartigen Fähigkeiten liegt.

Erlebnis: Spielerisch Stärken entdecken

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Die Interaktion startet mit einem Spiel, bei dem die Jugendlichen die positiven Eigenschaften der anderen benennen. Dafür stellt ihr die Gruppe in zwei Kreisen auf – der innere Kreis blickt dem äußeren Kreis gegenüber. Jede*r hat 30 Sekunden Zeit, der*dem Gegenüber ein ehrliches Kompliment zu machen, bevor die Reihen rotieren. So hört jede*r Teilnehmer*in innerhalb kurzer Zeit mehrere positive Rückmeldungen. Diese Übung zeigt, wie andere einen wahrnehmen und fördert gleichzeitig die Fähigkeit, anderen wertschätzend zu begegnen.

Im Anschluss geht es weiter mit einer spielerischen „Talent-Schnitzeljagd“. Ihr richtet im Raum verschiedene Stationen ein, an denen die Jugendlichen unterschiedliche Herausforderungen meistern. Jede Station fordert ein anderes Talent, wie Schnelligkeit beim Denken, Kreativität oder Problemlösungsfähigkeiten. Nach jeder gemeisterten Aufgabe erhalten die Teilnehmenden kleine Auszeichnungen, die sie für ihre Leistung wertschätzen.

Kreative Aktion: Stärken sichtbar machen

Nach den Spielen folgt eine kreative Aktivität, bei der die Jugendlichen ihre individuellen Stärken bildlich darstellen. Dafür gestaltet jede*r eine persönliche „Stärkencollage“. Mit Zeitschriften, Farbstiften und Papier stellen die Teilnehmenden Bilder, Symbole und Wörter zusammen, die ihre Fähigkeiten und Talente repräsentieren. Am Ende präsentiert jeder kurz ihre*seine Collage und teilt mit der Gruppe, welche Stärken darauf zu sehen sind und warum diese wichtig sind. Dieser Moment der Präsentation ist wertvoll, weil die Teilnehmenden lernen, stolz auf sich selbst zu sein und dabei positive Rückmeldungen von der Gruppe erhalten.

Gruppendiskussion: Stärken reflektieren.

In einer offenen Gesprächsrunde reflektiert ihr die Themen der Stunde gemeinsam. Fragt die Teilnehmenden, wie es sich angefühlt hat, ihre eigenen Stärken zu benennen und ob es ihnen leichtfiel, Stärken bei anderen zu erkennen. Diskutiert, warum es manchmal schwierig ist, stolz auf sich selbst zu sein und wie man sich selbst dazu ermutigt. Eine Option, die Diskussion lebendig zu gestalten, ist der Einsatz eines Redestabs. Nur wer den Redestab hat, darf sprechen, sodass alle ihre Gedanken in Ruhe formulieren können.

Reflexion: Ein Brief an mich selbst

Am Ende der Stunde schreibt jede*r Jugendliche einen Brief an sich selbst. Darin halten sie fest, welche Stärken sie an sich erkannt haben, wofür sie dankbar sind und welche Talente sie in Zukunft weiterentwickeln möchten. Sammelt die Briefe ein und bewahrt sie auf, damit die Jugendlichen sie zu einem späteren Zeitpunkt, etwa am Ende der „Grow“-Reihe, wieder lesen können.

Abschluss und Ausblick

Zum Abschluss der Stunde kommt ihr noch einmal im Kreis zusammen und fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Jede*r kann kurz sagen, was sie*ihn besonders beeindruckt oder was sie*er aus der Stunde mitgenommen hat. Gebt einen Ausblick auf die nächste Einheit, bei der es um Teamarbeit und die gemeinsame Nutzung von Stärken gehen wird.

Materialliste
– Stühle oder Sitzkissen für den Kreis
– Papier und Stifte
– alte Zeitschriften, Scheren, Kleber, Farbstifte
– kleine Auszeichnungen oder Zertifikate für die Schnitzeljagd
– ein Symbol oder Gegenstand für den Redestab
– Umschlag für die Sammlung der Briefe
– Lautsprecher für Hintergrundmusik

Grow-Stunde 2 – Teamarbeit: Gemeinsam Ziele erreichen

Nach dem Auftakt zur Selbstentdeckung und dem Feiern individueller Stärken widmet sich diese zweite Gruppenstunde dem nächsten Schritt im persönlichen und sozialen Wachstum: Teamarbeit. Teamarbeit ist eine Kernkompetenz, die im Alltag, im Beruf und in der Gesellschaft unverzichtbar ist. Das Ziel dieser Einheit ist es, den Jugendlichen die Bedeutung von Kooperation, Kommunikation und gegenseitigem Vertrauen bewusst zu machen. Sie sollen lernen, wie individuelle Stärken in der Gruppe eingesetzt werden können, um gemeinsame Ziele zu erreichen.

Einstieg: Vertrauen aufbauen und die Gruppe einstimmen

Beginnt die Stunde mit einem kurzen Auflockerungsspiel. Ein bewährtes Spiel hierfür ist „Das stille Gruppieren“: Die Teilnehmenden bewegen sich durch den Raum und ordnen sich wortlos nach bestimmten Kriterien, die ihr als Leitung vorgebt, wie Geburtsmonat, Größe oder Lieblingsfarbe. Dieses Spiel schärft die nonverbale Kommunikation und lässt die Gruppe erste Teamdynamiken erleben. Im Anschluss leitet ihr das Thema Teamarbeit ein. Sprecht darüber, warum Zusammenarbeit wichtig ist und welche Eigenschaften erfolgreiche Teams auszeichnen – wie Respekt, klare Kommunikation und das Einbringen individueller Stärken.

Hauptteil: Kooperationsspiele und Aufgaben

Die folgenden Aktivitäten erleben die Jugendlichen Teamarbeit praktisch.

1. Turmbau – gemeinsam hoch hinaus

Für diese Übung teilt ihr die Gruppe in Kleinteams (etwa 4 – 6 Personen) ein. Jede Gruppe erhält einen begrenzten Satz Materialien, wie Strohhalme, Gummibänder, Papier und Klebeband. Ziel ist es, in 15 Minuten den höchsten freistehenden Turm zu bauen. Während der Bauphase beobachtet ihr als Leitung, wie die Teams kommunizieren und zusammenarbeiten. Nach der Zeit präsentiert jede Gruppe ihren Turm und teilt mit, welche Strategien gut funktionierten und welche Herausforderungen sie hatten.

2. Blindes Labyrinth

In dieser Übung geht es darum, Vertrauen und Kommunikation zu stärken. Im Vorfeld legt ihr ein einfaches Labyrinth mit Seilen oder Klebeband am Boden aus. Ein Teammitglied werden die Augen verbunden und muss durch das Labyrinth navigieren – gelenkt allein durch die Anweisungen der anderen Teammitglieder. Wechselt die Rollen, bis jede*r einmal blind war. Nach der Übung reflektiert gemeinsam: Wie fühlt es sich an, blind den Anweisungen anderer zu vertrauen? Was war hilfreich und was hätte besser kommuniziert werden können?

Kreative Aktion: Ein gemeinsames Ziel gestalten

Die Gruppe arbeitet an einem kreativen Projekt, das die Zusammenarbeit symbolisiert. Eine Option ist das Gestalten eines großen Plakats oder einer Leinwand. Jede*r Jugendliche gestaltet dabei einen Teil des Gesamtkunstwerks, das ein gemeinsames Ziel oder Thema visualisiert, z. B. „Unsere Zukunft als Team“. Ihr könnt den Prozess strukturieren, indem ihr die Jugendlichen dazu anregt, ihre Stärken in das Projekt einzubringen. Wer gut zeichnen kann, übernimmt vielleicht die Umrisse, während jemand anderes kreative Details hinzufügt. Am Ende hängt ihr das fertige Kunstwerk in eurem Gruppenraum auf und macht die Ergebnisse der Zusammenarbeit sichtbar.

Diskussion: Was macht ein gutes Team aus?

Nach den Aktivitäten setzt ihr euch in einem Stuhlkreis zusammen und reflektiert die Erfahrungen. Verwendet Leitfragen, um die Diskussion anzuregen:

– Was hat in den Übungen gut funktioniert?
– Welche Rolle habt ihr im Team eingenommen (z. B. Anführer*in, Unterstützer*in, Problemlöser*in)?
– Gab es Konflikte und wie wurden sie gelöst?
– Was macht ein gutes Team aus und was kann jede*r beitragen?

Achtet darauf, dass alle Teilnehmenden zu Wort kommen. Ihr könnt die Diskussion lebendiger gestalten, indem ihr kleine Rollenkarten vorbereitet, die unterschiedliche Perspektiven repräsentieren (z. B. der*die Skeptiker*in, der*die Visionär*in).

Reflexion

Am Ende der Stunde führt ihr eine Reflexionsübung durch, bei der die Teilnehmenden ihre Gedanken festhalten. Jede*r schreibt auf ein Blatt Papier:

– Was habe ich heute über mich selbst gelernt?
– Wie kann ich in meinem Alltag besser im Team arbeiten?
– Welche Fähigkeit habe ich in der Gruppe entdeckt, die ich weiterentwickeln möchte?

Diese Blätter werden in einer Team-Schatztruhe gesammelt, die ihr bis zum Ende der „Grow“-Reihe aufbewahrt. Sie symbolisiert die gemeinsame Reise der Gruppe.

Zum Abschluss führt ihr eine kurze Feedbackrunde durch. Jeder nennt ein Wort, das die heutige Stunde beschreibt oder teilt, was sie*ihn inspiriert hat. Gebt anschließend einen Ausblick auf die nächste Einheit, die sich mit Kreativität und dem Umsetzen eigener Ideen beschäftigen wird.

Materialliste
– Augenbinden für die Labyrinth-Übung
– Materialien für den „Turmbau“ (z. B. Strohhalme, Papier, Klebeband, Gummibänder)
– Seile oder Klebeband für das Labyrinth
– große Leinwand oder Plakatpapier sowie Farben, Stifte, Klebematerial
– Blätter und Stifte für die Reflexion
– optional: eine dekorative Schatztruhe für die Reflexionen

Grow-Stunde 3 – Kreativität: Ideen entwickeln und umsetzen

Nach der Reflexion individueller Stärken und der Bedeutung von Teamarbeit widmet sich die dritte Stunde einem der wichtigsten Aspekte der persönlichen und sozialen Entwicklung: Kreativität. Die Jugendliche erfahren in dieser Stunde, dass jede*r kreativ sein kann und dass es keine richtigen oder falschen Ideen gibt.

Einstieg: Die eigene Kreativität entdecken

Beginnt die Stunde mit einer kurzen Übung, die die Kreativität der Jugendlichen anregt. Eine gute Option ist „Der verrückte Verwendungszweck“. Dafür nehmt ihr einen Alltagsgegenstand, etwa eine Tasse oder einen Schuh und lasst die Gruppe im Kreis reihumgehen. Jede*r muss spontan einen ungewöhnlichen Verwendungszweck für den Gegenstand nennen, wie „Ein Schuh als Blumenvasenersatz“. Erklärt nach der Übung, dass Kreativität oft aus dem Mut entsteht, Grenzen zu überschreiten und das Gewohnte aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Leitet damit über zum Thema der Stunde: Ideen entwickeln und umsetzen.

Hauptteil: Kreativität fördern und Ideen konkretisieren

Die Hauptphase der Stunde gliedert sich in zwei Teile: das Sammeln von Ideen und das Umsetzen einer ausgewählten Idee.

1. Ideenfindung durch Brainstorming

Teilt die Gruppe in Kleinteams von 4 bis 6 Personen ein. Jedes Team erhält ein großes Plakatpapier und bunte Stifte. Gebt ein Thema vor, das alle anspricht, beispielsweise „Wie können wir unsere Gemeinde jugendfreundlicher machen?“ oder „Was wäre unser Traumprojekt für die nächste Gruppenstunde?“ Die Teams haben 10 bis 15 Minuten Zeit, um so viele Ideen wie möglich zu sammeln. Dabei gilt die Regel: Keine Idee ist zu verrückt und Kritik ist nicht erlaubt. Anschließend präsentieren die Teams ihre Ergebnisse. Tipp: Wenn die Jugendlichen anfangs zögerlich sind, könnt ihr mit eigenen Beispielen den Prozess anstoßen.

2. Umsetzung eines kreativen Projekts

Jetzt kommt der praktische Teil: Jedes Team wählt eine Idee aus dem Brainstorming aus und arbeitet sie weiter aus. Beispiele für Projekte könnten sein:

– Ein kleines Theaterstück entwickeln und präsentieren.
– Ein Mini-Kunstprojekt (z. B. Collage, Modell) gestalten, das die Idee visualisiert.
– Einen Sketch oder eine Kurzgeschichte schreiben, die eine Lösung für ein Problem darstellt.

Gebt den Teams 20 bis 30 Minuten Zeit für die Ausarbeitung. Stellt als Unterstützung bei Bedarf Materialien wie Bastelutensilien oder Tablets bereit. Am Ende präsentiert jede Gruppe ihr Ergebnis der gesamten Gruppe.

Diskussion: Was macht uns kreativ?

Nach den Präsentationen setzt ihr euch im Stuhlkreis zusammen und reflektiert die Erfahrungen. Nutzt Leitfragen und lenkt die Diskussion:

– Was hat euch geholfen, kreativ zu sein?
– Gab es Momente, in denen ihr blockiert wart, und wie seid ihr damit umgegangen?
– Welche neuen Perspektiven oder Ideen habt ihr heute entdeckt?
– Wie könnt ihr eure Kreativität im Alltag nutzen?

Achtet darauf, die Diskussion offen zu gestalten und jedem*r Raum zu geben, sich einzubringen.

Reflexionsübung: Mein kreativer Funke

Zum Abschluss der Stunde bekommt jede*r ein Blatt Papier, auf dem ein Umriss einer Glühbirne vorgezeichnet ist. Die Jugendlichen schreiben oder malen in die Glühbirne eine Idee oder einen Gedanken, der sie heute besonders inspiriert hat. Die Glühbirnen werden in einem „Kreativitäts-Board“ gesammelt, das ihr für die nächsten Stunden nutzt. Es erinnert die Gruppe daran, dass in jeder*jedem von uns kreative Funken stecken.

Abschluss und Ausblick

Schließt die Stunde mit einer kurzen Feedbackrunde ab. Fragt die Jugendlichen: „Was war eure Lieblingsidee heute?“ oder „Welcher Moment hat euch inspiriert?“ Gebt anschließend einen Ausblick auf die nächste Stunde, die das Thema Empathie und das Verständnis für andere in den Mittelpunkt stellt.

Materialliste
– Alltagsgegenstände für die Aufwärmübung 
– großes Plakatpapier und bunte Stifte für das Brainstorming
– Bastelutensilien wie Scheren, Kleber, alte Zeitschriften, Pappe und Farben
– Vorlagen von Glühbirnen für die Reflexionsübung
– eine Pinnwand oder ein großes Plakat für das „Kreativitäts-Board“

Grow-Stunde 4 – Empathie: Verständnis für andere entwickeln

Empathie, also die Fähigkeit, die Gefühle und Perspektiven anderer zu verstehen, ist ein grundlegender Baustein für gelingende Beziehungen und ein harmonisches Zusammenleben. Junge Menschen brauchen Werkzeuge, um einfühlsam und respektvoll mit anderen umzugehen. In dieser Gruppenstunde lernen die Jugendlichen, wie sie Empathie entwickeln und bewusst anwenden.

Einstieg: Emotionen erkennen und benennen

Startet die Stunde mit einer Übung, die die Jugendlichen dafür sensibilisiert, verschiedene Emotionen wahrzunehmen. Eine Option ist das Spiel „Emotions-Flashcards“. Bereitet Karten mit verschiedenen Gefühlszuständen (Freude, Wut, Angst, Stolz, Traurigkeit) vor.

Teilt die Gruppe in Paare auf und gebt jedem Paar eine Karte. Die Aufgabe ist, die jeweilige Emotion ohne Worte, nur durch Mimik und Gestik darzustellen. Die anderen Paare raten, um welche Emotion es sich handelt. Nach jeder Runde sprecht ihr darüber, wie die Emotion erkannt wurde und ob es ähnliche Erfahrungen gibt. Diese Übung hilft, den Fokus auf die nonverbalen Signale zu legen, die oft der Schlüssel zum Verstehen anderer sind.

Hauptteil: Empathie erleben und verstehen

Im Hauptteil geht es darum, Empathie praktisch zu üben. Dafür setzt ihr zwei aufeinander aufbauende Aktivitäten ein:

1. Perspektivenwechsel durch eine Rollenspiel-Übung

Organisiert ein Rollenspiel, bei dem die Jugendlichen in die Rolle anderer Personen schlüpfen. Entwickelt dazu kurze Szenarien:

– Ein*e Schüler*in wird in der Schule ausgegrenzt.
– Ein neues Mitglied kommt in die Jugendgruppe und fühlt sich unsicher.
– Jemand hat einen großen Fehler gemacht und fürchtet sich vor der Reaktion der anderen.

Teilt die Gruppe in Kleingruppen ein und weist jeder Gruppe ein Szenario zu. Jede*r in der Gruppe 
bekommt eine Rolle: den*die Betroffene*n, eine*n Freund*in, eine*n Beobachter*in oder jemanden, der die Situation verursacht hat. Die Gruppen spielen die Szenarien durch und überlegen danach gemeinsam, wie Empathie in dieser Situation helfen könnte.

Besprecht anschließend in der großen Runde:

– Wie hat es sich angefühlt, in einer anderen Rolle zu sein?
– Was hat beim Perspektivenwechsel überrascht?
– Wie hätte Empathie die Situation positiv beeinflussen können?

2. Gemeinsam eine Geschichte gestalten

Eine weitere Übung ist das „Geschichten-Tandem“. Bildet Paare und gebt jedem Paar die Aufgabe, gemeinsam eine Geschichte zu erzählen. Eine*r beginnt mit dem ersten Satz, der*die andere fügt den nächsten Satz hinzu und so weiter. Die Geschichte sollte einen Moment beinhalten, in dem Empathie gezeigt wird. Am Ende liest jedes Paar seine Geschichte vor und die Gruppe diskutiert, wie Empathie in der Handlung dargestellt wurde und welche Bedeutung sie für die Charaktere hatte.

Diskussion: Was Empathie im Alltag bewirken kann

Setzt euch nach den praktischen Übungen im Kreis zusammen und diskutiert über die Rolle von Empathie im Alltag. Nutzt Leitfragen, um die Diskussion anzuregen:

– Wann war das letzte Mal, dass jemand euch wirklich zugehört hat? Wie hat sich das angefühlt?
– Warum fällt es manchmal schwer, die Perspektive anderer zu verstehen?
– Was können wir tun, um empathischer zu sein – in der Schule, in der Familie oder in der Jugendgruppe?

Wenn die Diskussion ins Stocken gerät, greift ihr Beispiele aus der Übung auf oder bringt selbst kleine Geschichten ein, die verdeutlichen, wie Empathie Situationen verändert.

Reflexionsübung: Die „Empathie-Blume“

Am Ende der Stunde gestalten die Jugendlichen eine Empathie-Blume. Jedes Blatt der Blume steht für eine Person aus ihrem Umfeld, für die sie in der kommenden Woche besonders empathisch sein möchten. Auf jedes Blatt schreiben sie den Namen der Person und eine konkrete Aktion, wie sie Empathie zeigen möchten – zuhören, Hilfe anbieten oder sich entschuldigen. Die Blumen können mit Farben und Zeichnungen verziert werden. Wer möchte, kann seine Blume mit der Gruppe teilen.

Abschluss und Ausblick

Schließt die Gruppenstunde mit einer kurzen Abschlussrunde, in der jeder eine Sache nennt, die sie*ihn heute besonders berührt oder inspiriert hat. Verbindet dies mit einem Ausblick auf die nächste Stunde, in der es darum geht, persönliche Visionen und Ziele zu entwickeln.

Materialliste
– Karten mit verschiedenen Emotionen (z. B. als Piktogramme oder Begriffe).
– kurze Rollenspiel-Szenarien (ausgedruckt oder auf Karten geschrieben).
– Papier und Stifte für die Geschichten und die Empathie-Blume.
– Buntstifte, Marker und ggf. Bastelmaterial für die Gestaltung der Blume.

Grow-Stunde 5 – Ziele setzen: Visionen für die Zukunft entwerfen

Ziele setzen und Visionen entwickeln sind essenzielle Schritte, um im Leben Orientierung zu finden und die eigenen Träume zu verwirklichen. Doch gerade für Jugendliche kann es herausfordernd sein, zwischen Wünschen, Erwartungen anderer und realistischen Zielen zu unterscheiden. In dieser Gruppenstunde werden die Jugendlichen dazu ermutigt, sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen, ihre Werte und Wünsche zu reflektieren und konkrete Schritte zu formulieren, die sie ihren Zielen näherbringen.

Einstieg: Der Blick in die Zukunft

Beginnt die Gruppenstunde mit einer Fantasiereise. Setzt euch in einem Kreis zusammen, sorgt für eine ruhige Atmosphäre mit gedimmtes Licht und leise Hintergrundmusik. Leitet die Übung wie folgt an:

„Stellt euch vor, es ist zehn Jahre später. Ihr seid 24, 25 oder sogar 28 Jahre alt. Ihr seid an einem Ort, der euch glücklich macht. Wie sieht dieser Ort aus? Was macht ihr dort? Mit wem seid ihr zusammen? Wie fühlt ihr euch? Ihr schaut auf euer Leben und seht, was ihr alles erreicht habt. Was ist euer größter Erfolg? Was macht euch besonders stolz?“

Gebt den Jugendlichen ein paar Minuten Zeit, ihre Visionen in Gedanken zu entwickeln. Danach können sie diese in einem „Visionstagebuch“ festhalten. Verteilt kleine Notizhefte oder Blätter und bittet sie, ihre Zukunftsvisionen aufzuschreiben oder zu zeichnen.

Hauptteil: Vom Traum zur Realität – Ziele setzen lernen

1. Die Vision konkretisieren

Nun geht es darum, die großen Visionen in kleinere Ziele herunterzubrechen. Teilt die Gruppe in Zweiergruppen ein und bittet sie, ihre Visionen miteinander zu teilen. Jede*r in der Gruppe stellt sich vor: „In zehn Jahren sehe ich mich…“. Der*die Partner*in stellt danach Fragen wie:

„Was bedeutet dieser Traum für dich?“
„Warum ist das wichtig für dich?“
„Was könntest du heute tun, um diesem Ziel näherzukommen?“

Die Teilnehmenden notieren die Erkenntnisse aus dem Gespräch, um ihre Vision greifbarer zu machen.

2. Ziele kategorisieren

Im nächsten Schritt stellt ihr den Jugendlichen das Konzept der SMART-Ziele vor (spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch, terminiert). Erklärt anhand von Beispielen, wie Visionen in konkrete Ziele umgewandelt werden können:

Vision: „Ich möchte in zehn Jahren glücklich in einem kreativen Beruf arbeiten.“
SMART-Ziel: „Ich möchte in den nächsten sechs Monaten herausfinden, welche kreativen Berufe zu mir passen, indem ich drei Berufsfelder recherchiere und mit zwei Personen aus diesen Berufen spreche.“
Die Jugendlichen versuchen, für ihre Vision drei SMART-Ziele zu formulieren. Unterstützt sie dabei, indem ihr in kleinen Gruppen herumgeht und Tipps gebt.

3. Die erste Ziel-Umsetzung planen

Damit die Ziele nicht nur auf dem Papier stehen, geht es im nächsten Schritt um die konkrete Umsetzung. Teilt große Poster oder Flipchart-Blätter aus und bittet die Jugendlichen, für eines ihrer SMART-Ziele einen Plan zu erstellen. Darauf sollten stehen:

Das Ziel: Was soll erreicht werden?
Die Schritte: Welche kleinen Schritte sind notwendig?
Die Ressourcen: Was brauche ich dafür? (Informationen, Zeit, Unterstützung)
Der Zeitrahmen: Wann will ich den ersten Schritt machen?
Diskussion: Was motiviert und was hält uns zurück?

In der großen Runde könnt ihr anschließend eine Diskussion anregen. Nutzt dazu Leitfragen wie:

„Was motiviert euch, eure Ziele zu verfolgen?“
„Was könnte euch davon abhalten, an euren Zielen dranzubleiben?“
„Wie könnt ihr einander unterstützen, um dranzubleiben?“

Es ist wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass Hindernisse ein natürlicher Teil des Prozesses sind. Sie sollen sich bewusst machen, dass es normal ist, Rückschläge zu erleben, und dass es Strategien gibt, um wieder Motivation zu finden – z. B. Unterstützung von Freund*innen oder kleine Erfolge zu feiern.

Reflexionsübung: Das „Zukunfts-Ich“ schreiben

Zum Abschluss der Stunde schreibt jede*r Teilnehmer*in einen Brief an das „Zukunfts-Ich“. Sie sollen sich vorstellen, dass sie den Brief in fünf Jahren lesen. Er könnte folgende Fragen beantworten:

„Was möchtest du bis dahin erreicht haben?“
„Welche Schritte möchtest du schon gegangen sein?“
„Was möchtest du dir selbst sagen, wenn es mal schwer wird?“
Sammelt die Briefe in einem verschlossenen Umschlag und bietet an, sie in einem Jahr wieder auszuhändigen – oder die Jugendlichen nehmen sie direkt mit nach Hause.

Abschluss und Ermutigung

Beendet die Gruppenstunde mit einer Ermutigungsrunde. Jede*r kann etwas Positives mitgeben, beispielsweise eine inspirierende Aussage oder ein Wunsch für die Zukunft. Macht ein gemeinsames Foto der Gruppe und sieht dies symbolisch als „Startschuss“ für die Reise zu den eigenen Zielen.

Materialliste
– Notizhefte oder Blätter für das Visionstagebuch
– Stifte, Marker, Farben für die kreative Gestaltung
– große Poster oder Flipchart-Blätter für die Zielpläne
– Beispieltexte für SMART-Ziele
– Umschläge und Papier für die Briefe an das Zukunfts-Ich
– optional: Entspannungsmusik und gedimmtes Licht für die Fantasiereise

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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