Material-Überblick
Für das komplette Set braucht ihr erstaunlich wenig:
- Papier und Stifte (gern Schmierpapier oder Reste)
- eine Kiste oder einen Korb für die Handys
- etwas zum Klingen (Klangschale, Glocke, Triangel – zur Not ein angeschlagenes Glas oder ein Handy-Ton)
- eine LED-Kerze oder einen kleinen Gegenstand zum Fokussieren
- ein paar Steine, Bild- oder Symbolkarten für den stillen Check-in
- bequeme Sitzgelegenheiten: Stühle im Kreis, Kissen oder Decken
Die meisten Methoden funktionieren auch ganz ohne Material – Stille gibt es schließlich kostenlos.
Empfehlungen für die Leitung
Bei Stille-Methoden seid ihr weniger Animateurin als vielmehr Gastgeberin für einen ruhigen Moment. Ein paar Dinge, die dabei besonders helfen:
- Sei selbst ruhig. Eure Haltung färbt ab. Wenn ihr hektisch redet, wird die Gruppe nicht zur Ruhe kommen. Sprecht langsamer, leiser und mit Pausen.
- Mach mit. Stille wirkt ehrlicher, wenn ihr selbst kurz die Augen schließt oder mitschreibt, statt die Gruppe zu „beobachten“. Behaltet trotzdem genug Aufmerksamkeit, um den Raum zu halten.
- Halte die Stille aus. Die größte Versuchung ist, jede Pause sofort mit Worten zu füllen. Tut es nicht. Gerade die unausgefüllten Sekunden sind die Übung. Zählt notfalls innerlich mit, statt vorschnell weiterzureden.
- Weniger anleiten ist mehr. Gebt klare, knappe Ansagen und dann Ruhe. Eine Anleitung im Sekundentakt zerstört die Stille, die ihr eigentlich schaffen wollt.
- Wertschätze jedes Mitmachen. Auch wer „nur“ zwei Minuten still dasitzt, hat etwas geleistet. Lobt das Dranbleiben, nicht die „richtige“ Ausführung – es gibt kein richtig oder falsch.
- Sei trauma-sensibel. Stille kann unerwartet viel hochbringen. Drängt nie, gebt immer einen Ausweg und nehmt Reaktionen ernst, ohne sie zu zerreden.

