Gruppenstunden-Idee: Künstliche Intelligenz

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Künstliche Intelligenz (KI) ist ein Thema, das zunehmend in alle Lebensbereiche vordringt, auch in die Welt der Kinder und Jugendlichen. Jugendleiter*innen haben die Aufgabe, ihre Gruppen auf die Herausforderungen und Möglichkeiten der digitalen Zukunft vorzubereiten. Dieser Artikel bietet einen Überblick über KI und KI-Tools für die Gruppenstunde mit Kindern und Jugendlichen, gibt Methoden zur Diskussion mit Kindern und Jugendlichen und beleuchtet ethische Fragestellungen sowie medienpädagogische Aspekte.

Was ist Künstliche Intelligenz?

KI umfasst Technologien, die in der Lage sind, Aufgaben zu erledigen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern, wie z.B. Sprachverarbeitung, Problemlösung und Mustererkennung. Beispiele für KI im Alltag sind Sprachassistenten wie Siri und Alexa, Empfehlungsalgorithmen auf YouTube oder Netflix und Chatbots.

In den letzten Monaten sind Tools wie ChatGPT, Midjourney, DALL:E, Google Gemini etc. besonders in die Öffentlichkeit gekommen. Immer mehr Softwares und Betriebssysteme werden mit KI ausgestattet und damit kommen die Tools auch in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen an.

Methoden zur Diskussion von KI mit Kindern und Jugendlichen

Einführung durch Spiele und interaktive Tools

Eine spielerische Einführung in das Thema KI kann den Zugang für Kinder und Jugendliche erleichtern. Online-Spiele wie „Quick, Draw!“ von Google bieten eine unterhaltsame Möglichkeit, zu zeigen, wie Maschinen lernen. Dabei versucht die KI, Zeichnungen der Nutzer zu erkennen und zu benennen – ein einfacher und anschaulicher Einstieg in die Funktionsweise von Mustererkennung.

Interaktive Tools wie „Scratch“ ermöglichen es den Jugendlichen, selbst einfache Programme zu erstellen. Diese Plattformen sind speziell darauf ausgelegt, Programmierkenntnisse spielerisch zu vermitteln und bieten eine hervorragende Gelegenheit, die Grundkonzepte der KI zu verstehen. Durch die Erstellung eigener kleiner Projekte können die Jugendlichen erleben, wie Algorithmen arbeiten und Daten verarbeitet werden.

Diskussionen und Reflexionen

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Organisation von Diskussionsrunden, in denen die Jugendlichen über ihre eigenen Erfahrungen mit KI berichten können. Oftmals nutzen sie Sprachassistenten oder soziale Medien, ohne sich der dahinterliegenden Technologie bewusst zu sein. Durch gezielte Fragen wie „Was versteht ihr unter KI?“, „Wo begegnet euch KI im Alltag?“ und „Welche Vorteile und Nachteile seht ihr in der Nutzung von KI?“ können die Jugendlichen ihre Gedanken und Erlebnisse teilen. Solche Diskussionen fördern das kritische Denken und helfen, ein tieferes Verständnis für die Auswirkungen von KI zu entwickeln.

Projekte und praktische Anwendungen

Projektarbeit bietet eine hervorragende Möglichkeit, das theoretische Wissen über KI in die Praxis umzusetzen. Indem die Jugendlichen selbst einfache KI-Anwendungen programmieren oder bestehende Anwendungen analysieren und bewerten, können sie ein tieferes Verständnis für die Technologie entwickeln. Workshops und Werkstätten, in denen die Jugendlichen lernen, wie Algorithmen und maschinelles Lernen funktionieren, ermöglichen es ihnen, die Prinzipien der KI praktisch zu erfahren. Solche Projekte fördern nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Teamarbeit und Problemlösungskompetenzen.

Einen Überblick zu KI-Tools für die Jugendarbeit mit weiteren Einordnungen, Tipps und Ideen gibt es in diesem Leitfaden-Artikel hier im Jugendleiter-Blog.

Ethische Fragestellungen und Probleme

Datenschutz und Privatsphäre

Ein zentrales ethisches Thema im Zusammenhang mit KI ist der Datenschutz. Es ist wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, wie KI Daten sammelt und verwendet. Dabei sollten sie verstehen, warum Datenschutz wichtig ist und welche Konsequenzen es haben kann, wenn persönliche Daten missbraucht werden. Eine praktische Übung könnte darin bestehen, dass die Jugendlichen ihre eigenen Datenschutzeinstellungen auf ihren Geräten überprüfen und anpassen. Dies fördert das Bewusstsein für den Schutz der eigenen Privatsphäre und zeigt, wie sie aktiv Einfluss auf ihre digitalen Fußspuren nehmen können.

Bias und Diskriminierung

Ein weiteres kritisches Thema ist die Frage nach Bias und Diskriminierung in KI-Systemen. Es ist wichtig zu erklären, dass KI-Systeme nur so „fair“ sind wie die Daten, mit denen sie gefüttert werden. Wenn diese Daten Vorurteile enthalten, können die Algorithmen diese Vorurteile reproduzieren und verstärken. Beispiele von diskriminierenden Algorithmen können helfen, dieses Konzept zu verdeutlichen. Indem die Jugendlichen lernen, kritisch zu hinterfragen, wie und warum bestimmte Empfehlungen oder Ergebnisse von KI-Systemen generiert werden, entwickeln sie ein Bewusstsein für die potenziellen Ungerechtigkeiten, die durch KI entstehen können.

Verantwortung und Kontrolle

Die Frage nach der Verantwortung für die Handlungen von KI ist ebenfalls von großer Bedeutung. Jugendleiter*innen sollten mit den Jugendlichen darüber diskutieren, wer verantwortlich ist, wenn KI-Systeme Fehler machen oder Schaden verursachen. Es ist wichtig zu betonen, dass menschliche Aufsicht und Kontrolle unerlässlich sind, um sicherzustellen, dass KI ethisch und verantwortungsvoll eingesetzt wird. Durch das Durchspielen verschiedener Szenarien, in denen die Jugendlichen über den Einsatz von KI entscheiden müssen, können sie ein besseres Verständnis für die komplexen ethischen Fragen entwickeln, die mit der Nutzung von KI verbunden sind.

Medienpädagogische Fragestellungen

Medienkompetenz

Medienkompetenz ist ein zentraler Aspekt der modernen Jugendarbeit und besonders relevant im Kontext von KI. Jugendleiter*innen sollten darauf abzielen, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu fördern. Dies bedeutet, dass sie lernen, Medieninhalte kritisch zu hinterfragen und die Funktionsweisen digitaler Werkzeuge zu verstehen. In einer Welt, in der Algorithmen zunehmend bestimmen, welche Informationen wir sehen und welche nicht, ist es unerlässlich, dass junge Menschen verstehen, wie diese Algorithmen arbeiten und welche Auswirkungen sie haben können.

Ein praktischer Ansatz zur Förderung der Medienkompetenz ist die aktive Medienarbeit. Indem die Jugendlichen selbst Inhalte erstellen – sei es durch Bloggen, Vloggen oder das Erstellen von Podcasts – und diese Inhalte dann analysieren, können sie die Mechanismen hinter Algorithmen und deren Einfluss auf die Verbreitung von Inhalten besser nachvollziehen. Sie lernen, wie sie ihre Reichweite erhöhen können und welche ethischen Überlegungen sie dabei berücksichtigen sollten.

Digitale Selbstbestimmung

Ein weiterer wichtiger medienpädagogischer Aspekt ist die digitale Selbstbestimmung. Kinder und Jugendliche sollen befähigt werden, ihre digitale Identität und ihre Daten zu schützen. Dies umfasst das Verständnis darüber, wie persönliche Daten gesammelt und genutzt werden, sowie die Fähigkeit, die Kontrolle über diese Daten zu behalten.

Eine Möglichkeit, die digitale Selbstbestimmung zu stärken, sind Reflexionsübungen. Diese Übungen könnten zum Beispiel darin bestehen, dass die Jugendlichen ihre eigene Mediennutzung reflektieren und bewerten. Sie könnten Tagebuch darüber führen, welche Apps und Dienste sie nutzen, welche Daten sie teilen und welche Werbeinhalte ihnen angezeigt werden. Durch diese Reflexion entwickeln sie ein Bewusstsein für ihre digitale Präsenz und lernen, wie sie diese aktiv gestalten und schützen können.

Vortrag: Künstliche Intelligenz in der Jugendarbeit
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Praktische Umsetzungsmöglichkeiten

Thematische Gruppenstunden

Um das Thema KI nachhaltig in die Jugendarbeit zu integrieren, können regelmäßige thematische Gruppenstunden eingeplant werden. In diesen Stunden können verschiedene Aspekte von KI behandelt werden, von den Grundlagen über aktuelle Entwicklungen bis hin zu ethischen Fragestellungen. Gastvorträge von Expert*innen, die über ihre Arbeit mit KI berichten, können diese Stunden bereichern und den Jugendlichen die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und direkte Einblicke in die Praxis zu gewinnen.

Projektwochen und Hackathons

Projektwochen und Hackathons bieten intensive Auseinandersetzungsmöglichkeiten mit dem Thema KI. Während einer Projektwoche könnten die Jugendlichen an einem bestimmten KI-bezogenen Thema arbeiten, wie zum Beispiel der Entwicklung einer eigenen kleinen KI-Anwendung oder der Analyse der Algorithmen hinter sozialen Medien. Hackathons, bei denen in kürzester Zeit innovative Lösungen für konkrete Probleme entwickelt werden, fördern nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Kreativität und Teamarbeit. Solche Veranstaltungen können in Kooperation mit Schulen, Universitäten oder Technologieunternehmen organisiert werden, um zusätzliche Ressourcen und Expertise zu gewinnen.

Kooperationen und Netzwerke

Kooperationen mit anderen Organisationen und Netzwerken können die Jugendarbeit bereichern und neue Möglichkeiten eröffnen. Durch die Zusammenarbeit mit Technologieunternehmen, Hochschulen oder anderen Bildungseinrichtungen können Jugendleiter*innen Zugang zu zusätzlichem Wissen und Ressourcen erhalten. Diese Kooperationen können in Form von gemeinsamen Projekten, Workshops oder Fortbildungen erfolgen. Netzwerke wie „Jugend hackt“ bieten Plattformen, auf denen sich Jugendliche und Jugendleiter*innen über aktuelle Themen der digitalen Welt austauschen und voneinander lernen können.

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Daniel
Daniel
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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