Offene und gute Kommunikation mit Kindern

Als Jugendleiter*innen zählt die Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen zu euren wichtigsten Aufgaben. Schließlich ist Kommunikation der Schlüssel zu jeder guten Beziehung. Nur wenn Kinder das Gefühl haben, sich euch anvertrauen können, wird eure Arbeit als Jugendleiter*in Früchte tragen. Obwohl wir Menschen sehr viel sprechen – unglaubliche 16.000 Worte pro Tag sogar – scheint das mit der Kommunikation jedoch nicht immer so einfach zu sein. Gerade wenn ihr eine Jugendgruppe leitet, prallen oft die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Meinungen aufeinander und erschweren die Kommunikation. Wie es euch am besten gelingt, vertrauensvoll und offen mit Kindern zu kommunizieren, erfährt ihr hier.

Kindern aktiv zuhören

Als Jugendleiter*in kennt ihr das vielleicht: Ihr habt euch eine schöne Gruppenstunde ausgedacht und euch viel Mühe damit gemacht, aber 1 bis 2 Kinder hören einfach nicht zu oder stören die Stunde? Ihr habt schon alles ausprobiert, aber die Kommunikation mit den Kindern gelingt einfach nicht so recht? Oder habt ihr vielleicht ein ganz schüchternes Kind in der Gruppe, das nie richtig mitmachen will und einfach nicht auftaut? Dann gibt es vielleicht noch ein Missverständis on top und der Tag geht endgültig den Bach runter.

In solchen Situationen und auch ganz generell gilt daher zunächst eine wichtige Grundregel: Höre deinen Schützlingen aktiv zu und sorge für eine offene, vetrauensvolle Kommunikationsbasis. Nehmt eine positive Grundhaltung gegenüber dem Kind ein. Wenn ein Kind sich nicht gut fühlt, kann es sich nicht richtig verhalten. Vorträge und Tricks helfen da nicht. Wenn ein Kind z.B. gar nicht hier sein will, dann wird es auch nicht auf eure Argumente hören. Viel wichtiger ist es in solchen Situationen das Kind ernst zu nehmen. Auch die schlechten Gefühle dürfen Raum einnehmen. Das Kind lernt dann, dass auch negative Gefühle erlaubt sind und dass es so oder so akzeptiert wird. Wenn ihr wollt, könnt ihr mit dem Kind sogar Entspannungstechniken anwenden und die schlechten Gefühle in einer Wolke vorbeiziehen lassen. Wer als Jugendleiter*in aktiv zuhört, negative Gefühle zulässt und ernst nimmt, macht hinsichtlich offener und guter Kommunikation bereits einen riesigen Schritt nach vorne.

Die Giraffensprache oder auch: Die Sprache des Herzens

Das aktive Zuhören und das Annehmen aller Gefühle erleichtert euch die Kommunikation mit euren Schützlingen bereits immens. Wie die Kommunikation mit den Kindern eurer Gruppe in Zukunft noch besser gelingt, ist im Prinzip ganz einfach erklärt: Giraffensprache statt Wolfssprache! Was?…fragt ihr euch jetzt vielleicht. Hier mal ein kleines Beispiel:

“Der Wolf macht Druck, will seine Ziele (vielleicht das Gruppenspiel für die Stunde) unbedingt durchsetzen. Die Giraffe sucht hingegen gemeinsam mit anderen Gruppenmitgliedern nach Lösungen”.

Die Giraffensprache wurde von Marshall B. Rosenberg begründet und ist ein wesentlicher Teil der gewaltfreien Kommunikation. Rosenberg wählte die Giraffe als Symbol, da sie das Landtier mit dem größten Herzen und besonders großen Ohren ist. Die Giraffe hört gut zu und hört vor allem auf ihr Herz. Es nimmt die Bedürfnisse der Anderen wahr und schiebt sie nicht beiseite. Bei der Giraffensprache geht es im Endeffekt darum, die in unserer Gesellschaft so weit verbreitete Wolfssprache in die Giraffensprache bzw. in die Sprache der Bedürfnisse umzuwandeln. Ein kleines Beispiel:

Statt “Warum kannst du nicht EINMAL das machen, was ich dir sage?” könntet ihr sagen: “Du hast die letzten vier Male deine Jacke nicht aufgehängt. Es ärgert mich, weil mir Ordnung sehr wichtig ist. Hänge bitte die Jacke in Zukunft auf den Hacken.”

Im ersten Moment denkt ihr euch vielleicht: Okay, das klingt aber ganz schön künstlich, oder? Doch keine Sorge – die Sprache des Herzens ist eine Übungssache! Während es sich anfangs oft noch ungewohnt und komisch anfühlt, werdet ihr mit der Zeit immer besser darin und es fühlt sich immer natürlicher an. Vor allem ist es etwas ganz anderes, als den Kindern ständig zu sagen: Warum hast DU schon wieder….? Du verwandelst diese Du-Botschaften somit in Ich-Botschaften und das Kind bekommt dadurch die Chance, auch dich besser zu verstehen. So funktioniert die Giraffensprache Schritt für Schritt:

  1. Die konkrete Handlung (oder Unterlassung) des Kindes beschreiben.
  2. Das Gefühl beschreiben, das dadurch in euch entsteht.
  3. Das Bedürfnis beschreiben, das dieses Gefühl ausgelöst hat.
  4. Bitte oder konkrete Handlung formulieren.
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Daniel
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