Fabel: Von Spinnen und Fliegen

Draußen auf dem Misthaufen tummeln sich zwei große Fliegen. Hier leben sie wie im Paradies. Sie laben sich an dem Mist, schlafen darauf und freuen sich, dass immer mehr Fliegen zu ihnen kommen. Das Summen ist weit über den Hof zu hören. Sie spielen den ganzen Tag und fliegen ausgelassen hin und her. Dabei machen sie kleine Kunststücke, einen Salto in der Luft oder auch einen Überschlag. 

Vor lauter Übermut werden die zwei Fliegen jedoch unvorsichtig. So landet die eine nach einem Looping schließlich im Netz einer Spinne. Sie ist starr vor Angst und bewegt sich keinen Millimeter mehr. Sie wartet und schaut sich ängstlich um. Von der Spinne ist jedoch nichts zu sehen. So versucht die Fliege, sich aus dem klebrigen Netz zu befreien. Aber je mehr sie mit den Flügeln schlägt, um so mehr klebt sie an den feinen Spinnenfäden fest. „Ich schaffe es nicht. Ich bin einfach zu klein und zu schwach“, denkt die Fliege und lässt erschöpft ihre Flügel hängen. 

Die zweite Fliege schaut sich um. Sie schaut in jede Ecke, unter jeden Strohhalm und fliegt schließlich langsam auf das Spinnennetz zu. Vorsichtig und ganz leise versucht sie, die andere Fliege zu befreien. Sie zupft vorsichtig an einem Faden und fliegt sofort einige Zentimeter zurück. Es ist keine Spinne zu sehen. Nun packt sie feste an. Sie zieht an den Fäden und packt mit aller Kraft zu. „Ich schaffe es auch nicht. Ich bin auch zu schwach“, sagt sie und lässt traurig den Kopf hängen.

Das sehen die anderen Fliegen und kommen ihr zu Hilfe. Nun summt es laut um das Spinnennetz herum. Alle Fliegen schwirren hin und her. Das Netz fängt an zu wackeln. Es wackelt immer mehr und plötzlich, nachdem alle zusammen gezogen haben, ist es geschafft – die Fliege ist befreit. Genau in diesen Moment kommt die Spinne aus ihrem Versteck gekrabbelt. Sie sitzt in dem wackelnden Spinnennetz und sucht vergebens nach der Beute. Doch diese sitzt zusammen mit den anderen Fliegen schon längst in Sicherheit neben einem Kuhfladen. Nun weiß die Fliege, dass man mit Hilfe auch das schaffen kann, was alleine unmöglich ist. 

Daniel
Danielhttps://www.jugendleiter-blog.de
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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