Fabel: Der ängstliche Hase

Es war einmal ein kleiner Hase, der zusammen mit seinen Eltern und seinen Geschwistern in einem kleinen Wald lebte. Dort spielte er zusammen mit den anderen Hasen und lernte jeden Tag wichtige Dinge von seinen Eltern. Sie brachten ihm bei schnell zu laufen und einen Haken zu schlagen. „Nur so kannst du rechtzeitig deinen Feinden entkommen“, sagte der Vater zu dem kleinen Hasen. Das brachte den Hasen ins Grübeln. „Feinde … welche Feinde denn?“, dachte der kleine Hase und rollte sich zufrieden in einer Kuhle zusammen. Durch ein lautes Rufen und Scharren wurde er aus dem Schlaf gerissen. 

Sofort fiel ihm ein, was der Vater ihn noch kurz zuvor gelehrt hatte. So schnell wie er konnte, rannte er davon und schlug einen Haken nach dem anderen. Vor lauter Angst schaute er sich nicht um. Er rannte und rannte, bis er keine Kraft mehr hatte. Er versteckte sich unter einer alten Baumwurzel und wartete. Er schaute sich ängstlich um. „Warum bist du denn so schnell weggelaufen?“, hörte er plötzlich seinen Bruder. Das Häschen kam aus seinem Versteck hervor und schaute sich vorsichtig um. „Weil ich Angst hatte“, antwortete er. „Du brauchst keine Angst zu haben. Sicherlich hattest du nur einen schlechten Traum“, sagte sein Bruder und nahm den kleinen Hasen wieder mit nach Hause. 

Nach einer ruhigen Nacht freute sich der Hase am nächsten Tag über das schöne Wetter. Er hoppelte ganz alleine durch den Wald und kam nach kurzer Zeit an eine große Wiese. Er fraß hier und dort ein bisschen Gras und entdeckte schließlich einen kleinen Teich. Von dort kommend hörte er ein leises Quaken und lief los. Mit einem gekonnten Haken setzte er am Teichrand wieder auf. Die Frösche bekamen es mit der Angst zu tun und flüchteten an die andere Seite des Teiches. „Nanu“, dachte der Frosch. „Warum lauft ihr denn alle weg vor mir? Ich bin doch nur ein kleiner Hase“.

„Weil wir uns vor die fürchten. Bestimmt willst du uns jagen und dann fressen“, riefen ihm die Frösche vom anderen Ufer aus zu. Der kleine Hase hielt inne und dachte nach. Er war ganz erstaunt, denn noch nie hatte ein anderes Tier Angst vor ihm gehabt. Ab diesem Tag war der kleine Hase mit Stolz erfüllt. Er war so groß und so stark, dass er andere Tiere in die Flucht schlagen kann. Das war der schönste Tag im Leben des Hasen, denn er merkte, dass man nicht vor allem Angst haben muss, weil man selber oft sehr viel mehr kann, als man denkt. 

Daniel
Danielhttps://www.jugendleiter-blog.de
Hallo, schön, dass du hier vorbeischaust. Ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und bin seit über 10 Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Meine besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.

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