Wer bin ich eigentlich und was möchte ich in meinem Leben mal erreichen? Das sind Fragen, die sich vor allem Jugendliche in jungen Jahren stellen. Das Leben bietet so viele Perspektiven und da ist es kaum verwunderlich, dass die Vorstellung an das eigene Leben in der Zukunft etwas überfordert. Eine Gruppenstunde zum Thema “Mein Weg und meine Ziele”, bezogen auf die eigene, persönliche und vor allem ganz individuelle Zukunft kommt da gerade recht.
In zwei Gruppenstunden bietet ihr Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ein abwechslungsreiches Programm an, in denen sie sich zum einen mit ihrem aktuellen “Ich” und dem “Zukunfts-Ich” auseinandersetzen werden.
Dazu werden Selfies gemacht, Steckbriefe geschrieben, Spiele gespielt, eine Traumreise angeboten und Diskussionsrunden geführt. Dadurch bekommen die Jugendlichen zum einen die Gelegenheit, sich mit ihrer eigenen Zukunft und ihren eignen Perspektiven auseinanderzusetzen, als auch über die Träume und Vorstellungen der anderen informiert zu werden. Das kann gerade planlosen Jugendlichen helfen, ihren eigenen Weg zu finden, während sie sich an gleichaltrigen Kolleg*innen orientieren.
Gruppenstunde 1: Ich und meine Welt
Heute beginnt euer Projekt, welches sich rund um das Thema der individuellen Gestaltung, der Wünsche und der Träume der Jugendlichen befasst. Dazu wird die Stunde in einer kleinen Diskussionsrunde zum Laufen gebracht. Impuls-Fragen helfen euch dabei, die Gespräche anzukurbeln und in Gang zu bringen. Darauf folgt dann ein kreatives Projekt in Einzelarbeit mit einem Selfie mit einer anschließenden kleinen Präsentation.
Einleitende Diskussionsrunde
Diese Projektreihe darf gerne in gemütlicher Atmosphäre stattfinden. Dazu dürft ihr individuell den Raum mit ruhiger Musik, Räucherstäbchen und gedimmtem Licht sowie einer leckeren Kanne Tee aufwerten. Schließlich sollen die Jugendlichen sich in den nächsten beiden Gruppenstunden selbst finden und das gelingt besonders gut, wenn sie sich heimlich und vor allem sicher fühlen.
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Setzt euch zum Start in einen Stuhl- oder Sitzkreis. In der Mitte liegt dabei ein großes Plakat, auf dem ganz oft das Wort “Ich” steht. Dieses ist kreuz und quer, mal groß und mal klein geschrieben. Nun werft ihr nach und nach bestimmte Impulse in die Runde. Folgende Fragen sind dazu passend:
– Was möchtest du einmal in deinem Leben erreichen?
– Wie stellst du dir dein Leben vor?
– Gibt es bestimmte Dinge in der Welt, die du unbedingt in Zukunft sehen möchtest?
– Wo möchtest du später mal leben?
– Wie möchtest du in Zukunft leben?
– Wie wird dein Freundeskreis und wie wird deine Familie aussehen?
Das Selfie und die Steckbriefe
Für diese Aktivität ist es wichtig, dass ihr Selfies machen und sofort entweder auf Druckerpapier oder auf Fotopapier ausdrucken könnt. Falls ihr dazu keine Möglichkeit habt, bittet die Teilnehmer*innen ein Selfie mitzubringen. Wichtig ist, dass es sich eben wirklich um ein Selfie, also um ein Eigenfoto handelt und das es gut beleuchtet und scharf ist, also der*die Jugendliche darauf gut zu erkennen ist.
Verteilt nun an jede*n einen Bastelkarton in verschiedenen Farben in DIN A4, Scheren, Kleber und Stifte. Zunächst sollen die Jugendlichen das Selfie in zwei Teile teilen, wie ist dabei egal, also ob gerade oder beispielsweise wellenförmig. Dann kleben sie die Hälfte des Selfies auf den Bastelkarton mit etwas Platz nach oben.
Ganz oben wird dann nämlich der Name geschrieben und unter dem Selfie schreiben sie dann eine Art Steckbrief: Auf der linken Seite werden dazu heutige Infos geschrieben und auf der rechten Seite, wie sich diese Infos wohl in Zukunft ändern werden. Das Selfie wird dementsprechend angepasst, also gemalt, so wie die Jugendlichen sich später an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben vorstellen, beispielsweise mit bunten Haaren, einem Papagei auf der Schulter und einem Baby im Arm, was das Selfie ebenso hergibt.
Ideen für den Steckbrief:
– Partnerschaft
– Familie (Kinder oder Mehr-Generationen-Haushalt)
– Wohnsituation (Wohnung, Haus, Campingwagen um die Welt zu bereisen, …)
– Wo lebt man
– Haustiere
– Job
– Hobbies
Präsentation: Das bin ich!
Nachdem alle ihren Bastelkarton individuell gestaltet haben, werden die Ergebnisse präsentiert. Dazu versammelt ihr euch wieder wie zu Beginn in einem Stuhl- oder Sitzkreis und jede*r hält seinen*ihren Steckbrief in der Hand.
Der Reihe nach darf nun jede*r erzählen, was mit den Infos des Steckbriefs gemeint sind, beginnend mit dem “Heute-Ich”, übergehend zu dem “Zukunfts-Ich”.
Stellt am Ende fest, welche Gleichheiten und welche Unterschiede es zwischen den Teilnehmer*innen gibt. Betrachtet dabei auch die Themen “Familienplanung”, “Karriere”, “Freizeit und Urlaub”.
Gruppenstunde 2: Beruf, Freunde, Familie und was mit sonst noch wichtig ist
In der heutigen Gruppenstunde endet eure Themenreihe zur Thematik “Mein Weg und meine Ziele”. Da wollt ihr die Zeit noch mal so richtig nutzen und bindet dazu eine Fantasiereise, ein Ratespiel und eine Aktion zum Thema “Freunde und Familie” ein. Zum Schluss wird das Projekt noch mit einer kurzen Reflexionsrunde zusammengefasst und anschließend beendet.
Die Traumreise
Sorgt, wie schon in der letzten Stunde, für eine ruhige und angenehme Atmosphäre. Dimmbares Licht wäre hierzu noch optimal, sowie weiche Unterlagen, Decken und Kissen. Dann dürfen sich die Jugendlichen nach einer kurzen Wiederholung zur letzten Stunde gemütlich hinsetzen oder hinlegen und gerne die Augen schließen. Zur ruhigen Musik lest ihr dann mit langsamer und entspannender Stimme eine Traumreise vor, die vor allem den*die Jugendliche*n selbst in den Vordergrund rücken soll. Also z.B. eine Reise durch den Körper oder eine Geschichte zur Stärkung des Selbstbewusstseins,
Ganze Fantasiereisen, aus denen ihr euch weitere Ideen ableiten könnt, findet ihr über diesen Link.
Das Ratespiel
Im folgenden Spiel soll es etwas lustiger einhergehen, nach dem ihr euch nun gemeinsam etwas ausgeruht habt. Dazu wird erst einmal frische Luft in den Raum gelassen, denn hier ist jetzt Köpfchen gefragt.
Ihr bereitet vorab Zettel mit verschiedenen Berufen, Orten, Hobbys und was euch sonst noch zum Oberthema in den Sinn kommt vor. Diese werden gefaltet, in ein Behältnis gegeben und auf einen Tisch gestellt. Eine Person fängt an, indem diese sich einen Zettel nimmt und diesen Begriff nun auf einem Plakat oder einer Tafel skizzieren darf, oder diesen beschreibt, oder diesen als Pantomime vormacht. Wer den Begriff errät, ist als Nächstes an der Reihe.
Ideen für Begriffe:
– Influencer*in
– Mallorca
– Bäcker*in
– Berlin
– Tanzen
– Wissenschaftler*in
– Amerika
– Au Pair (Auslandsjahr)
– Musikverein
– Fußballprofi
Stellenwert der Freunde und Familie
Findet euch in einem Stuhl- oder Sitzkreis zusammen. In der Mitte sollen dann einige Spielfiguren stehen, die nun zum Einsatz kommen sollen.
Ihr fragt zunächst in die Runde, wie die Jugendlichen ihre Freunde und Familie sehen. Dazu dürfen sie (freiwillig!) in die Mitte gehen und dort eine Spielfigur nehmen, die sie darstellt. Dann werden mit Erklärungen Freunde und Familie drum herumgestellt. Wie wird sich dieses Jahr laut den Vorstellungen der Jugendlichen dieses Bild wohl verändern? Passt dieses Bild durch das Entfernen und/oder Hinzufügen der (anderen) Figuren an und sprecht über mögliche Veränderungen im Leben.
Zum Schluss klärt ihr dann noch, was für die Teilnehmer*innen überhaupt die Worte “Familie” und “Freunde” bedeuten und wie sie dies für sich definieren würden.
Reflexion
Zum Ende des Projekts bleibt ihr in eurem Stuhl- bzw. Sitzkreis sitzen und es wird nun ein Ball, ein Körnerkissen oder eine andere Alternative in die Runde gegeben. Fragt die Teilnehmer*innen für diese Reflexion folgende Dinge:
– Wie geht es euch?
– Wie ist es euch in der gesamten Themenreihe ergangen?
– Würdet ihr euch in Zukunft etwas wünschen oder hättet ihr Dinge gern anders gemacht?
– Könnt ihr euch aus dem Projekt etwas für die Zukunft mitnehmen?
– Was hat euch besonders gut gefallen?

