Diese Gruppenstunde widmet sich der Frage, was Glück im eigenen Leben bedeutet und welche Formen es annehmen kann. Die Jugendlichen sollen erkennen, dass Glück nicht zufällig ist, sondern oft aus persönlichen Werten, Beziehungen und innerer Zufriedenheit entsteht.
Aufwärmmethode: Glücksmomente in Bewegung
Bereitet den Raum oder die Fläche so vor, dass die Jugendlichen ausreichend Platz haben. Während Musik läuft, bewegen sich alle in ihrem eigenen Tempo durch den Raum. Wenn die Musik stoppt, nennt ihr ein Stichwort wie “Natur”, “Freundschaft” oder “Erfolg”. Die Jugendlichen sollen sich zu zweit oder in kleinen Gruppen zusammenfinden und kurz überlegen, welchen Glücksmoment sie mit diesem Begriff verbinden.
Einführung ins Thema
Im nächsten Schritt kommen alle in einem Kreis zusammen. Auf einem großen Plakat steht das Wort Glück in der Mitte. Die Jugendlichen betrachten das Wort und denken darüber nach, was ihnen spontan dazu einfällt. Gebt ihnen Zeit, ihre Gedanken auf Zettel zu schreiben und diese um das Wort zu legen. Anschließend ordnet ihr die Begriffe: manche beziehen sich auf Erlebnisse, andere auf Menschen oder Gefühle. Diese Sammlung wird zur Grundlage der weiteren Stunde. Sie verdeutlicht, dass Glück nicht für alle gleich aussieht und in sehr unterschiedlichen Lebensbereichen entstehen kann.
Arbeit am Thema
Baustein 1: Das persönliche Glücksrad
Jede*r Jugendliche erhält ein Blatt Papier, auf dem ein Kreis aufgezeichnet ist. Der Kreis wird in sechs bis acht Segmente unterteilt, ähnlich einem Kuchenstück. In jedes Feld trägt die Person einen Bereich ein, der im eigenen Leben eine wichtige Rolle spielt, etwa Familie, Freund*innen, Schule, Freizeit, Sport oder Kreativität. Dann geht es darum, in jedem Segment zu überlegen, wie viel Glück oder Zufriedenheit man in diesem Bereich aktuell empfindet. Mithilfe von Farben, Symbolen oder kurzen Worten gestalten die Jugendlichen ihr persönliches Glücksrad. Wenn alle fertig sind, werden die Räder gemeinsam betrachtet. Es wird sichtbar, dass Glück nicht ausschließlich von äußeren Umständen abhängt, sondern auch von innerer Einstellung und Balance zwischen den Lebensbereichen.
Baustein 2: Glück im Alltag als stille Übung
Jede*r Jugendliche erhält einen kleinen Gegenstand, etwa einen Stein oder eine Münze. Diese soll symbolisch für das persönliche Glück stehen. Die Jugendlichen halten den Gegenstand in der Hand und konzentrieren sich auf eine Erinnerung, die sie glücklich gemacht hat. Nach ein bis zwei Minuten öffnet ihr die Runde wieder. Wer möchte, kann den Gegenstand auf das große Plakat in der Mitte legen.
Baustein 3: Gemeinsam Glück schaffen
Im dritten Teil geht es um kollektives Glück. Die Gruppe wird in Kleingruppen eingeteilt und erhält den Auftrag, gemeinsam eine kurze Szene zu gestalten, die zeigt, wann Menschen miteinander glücklich sein können. Es kann eine kleine pantomimische Darstellung, eine Standbildszene oder ein spontan gestaltetes Symbol sein, je nach Ort und Gruppendynamik. Nach einer kurzen Vorbereitungszeit präsentiert jede Gruppe ihr Ergebnis. Die anderen beobachten und versuchen zu erkennen, welche Form von Glück dargestellt wurde.
Spiel: Die Glückslinie
Die Teilnehmer*innen stellen sich nebeneinander auf. Eine gedachte Linie teilt den Raum in zwei Seiten. Ihr nennt verschiedene Aussagen, etwa “Ich fühle mich glücklich, wenn ich draußen bin” oder “Glück hat für mich mit anderen Menschen zu tun”. Wer der Aussage zustimmt, tritt über die Linie, wer unsicher ist, bleibt stehen. Es gibt keine Diskussion oder Wertung, sondern ein stilles Wahrnehmen, wie unterschiedlich Glück empfunden werden kann.
Abschlussrunde und Verabschiedung
Zum Ende der Stunde kommen alle wieder im Kreis zusammen. Die Glücksgegenstände aus der stillen Übung liegen noch in der Mitte. Jede*r darf sich einen Moment nehmen und auf die eigene Erkenntnis des Tages zurückblicken. Manche werden feststellen, dass Glück weniger von Besitz oder äußeren Erfolgen abhängt, sondern stärker von Beziehungen, Erlebnissen oder innerer Ruhe. Als Abschluss eignet sich eine kleine Achtsamkeitsübung. Alle schließen die Augen, atmen ruhig und denken an etwas, das sie in dieser Stunde glücklich gemacht hat. Beendet die Stunde damit, dass ihr betont, dass Glück keine ständige Emotion ist, sondern aus vielen kleinen Momenten entsteht, die bewusst wahrgenommen werden wollen.
Weiterführende Links zur Recherche für Jugendleiter*innen
Material: große Papierbögen, Stifte, Kreppband, Musikplayer, Karten oder Zettel, kleine Gegenstände wie Steine, Knöpfe, Münzen, Decke oder Sitzkissen

