Teenkreis gründen: Guide für Jugendleiter*innen

Was ist ein Teenkreis – und warum lohnt er sich?

Ein Teenkreis ist eine feste Gruppe für Jugendliche zwischen etwa 12 und 16 Jahren. Er schließt die Lücke zwischen Kindertreffs und Jugendgruppen und begleitet junge Menschen in einer Lebensphase voller Veränderungen: Die Schule wird anspruchsvoller, die Selbstwahrnehmung komplexer, Freundschaften intensiver. Jugendliche beginnen, sich selbst und ihre Welt zu hinterfragen.

Ein guter Teenkreis bietet genau dafür Raum: für Gespräche auf Augenhöhe, für Spaß und Aktionen, für das Miteinander in einer Gruppe, die trägt. Anders als bei rein betreuten Kinderangeboten übernehmen die Jugendlichen hier bereits Verantwortung. Gleichzeitig sind sie noch auf Anleitung und Begleitung angewiesen. Diese Mischung macht den Teenkreis zu einem besonderen Format – irgendwo zwischen Freiheit und Halt.

Wer gehört dazu? Zielgruppe und Altersstruktur

Die typische Zielgruppe sind Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Sie stehen am Übergang zwischen Kindheit und Jugend. In dieser Zeit stellen sie sich Fragen wie:

  • Wer bin ich eigentlich?
  • Was denken andere über mich – und wie wichtig ist das?
  • Woran kann ich glauben?
  • Wem kann ich vertrauen?

Ein Teenkreis schafft einen sicheren Ort, an dem solche Fragen gestellt werden dürfen – und Antworten nicht vorgegeben, sondern gemeinsam gesucht werden.

Rahmenbedingungen: Was es für den Start braucht

Bevor ein Teenkreis wirklich starten kann, braucht es ein stabiles Fundament. Dazu gehört zunächst ein klarer organisatorischer Rahmen. Der Träger – zum Beispiel eine Kirchengemeinde, ein Jugendverband oder ein freier Träger – übernimmt dabei eine wichtige Rolle. Er sorgt dafür, dass der Versicherungsschutz für Teilnehmende und Leitung gewährleistet ist, stellt Räume zur Verfügung und unterstützt bei der Finanzierung von Materialien, Snacks oder besonderen Aktionen. Zudem ist es hilfreich, wenn es im Hintergrund verlässliche Ansprechpersonen gibt, die in organisatorischen Fragen zur Seite stehen und bei Bedarf weitervermitteln.

Auch die rechtlichen Grundlagen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Als Leitung übernimmst du die Aufsichtspflicht für alle unter 18 Jahren – das bedeutet: Du trägst die Verantwortung für ihre Sicherheit während der Gruppentreffen und Aktionen. Darüber hinaus gelten die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes. Das betrifft unter anderem den Umgang mit Alkohol, die Einhaltung von Ausgehzeiten bei abendlichen Veranstaltungen oder die Mediennutzung innerhalb der Gruppe. Ebenso wichtig ist das Thema Datenschutz. Wenn Fotos gemacht, Gruppen-Chats eingerichtet oder persönliche Daten gesammelt werden, braucht es die schriftliche Einwilligung der Erziehungsberechtigten.

Ein weiterer Grundpfeiler ist die passende Infrastruktur. Der Raum, in dem der Teenkreis stattfindet, sollte nicht zu groß, aber offen und flexibel nutzbar sein – gemütlich, einladend und altersgerecht gestaltet. Ausreichend Sitzmöglichkeiten sind ebenso wichtig wie ein kleiner Lagerplatz für Materialien. Technische Ausstattung wie eine Musikbox, Beamer oder Mikrofonanlage kann das Programm bereichern. Auch eine Auswahl an Spielen, Bastelmaterial und Verpflegung (Snacks, Getränke) sorgt dafür, dass sich Jugendliche wohlfühlen und gerne wiederkommen.

Nicht zuletzt steht und fällt der Teenkreis mit dem Leitungsteam. Mindestens zwei Personen sollten die Verantwortung gemeinsam tragen – zum einen aus rechtlichen Gründen, zum anderen, um sich gegenseitig zu entlasten und inspirieren zu können. Ideal ist eine Kombination aus jüngeren Ehrenamtlichen, die nah an der Lebenswelt der Jugendlichen sind, und erfahreneren Begleitpersonen, die Ruhe und Weitblick mitbringen. Eine geschlechtergemischte Leitung kann helfen, die unterschiedlichen Perspektiven der Jugendlichen besser abzudecken. Grundvoraussetzung für alle Beteiligten sollte eine pädagogische Qualifikation sein – zum Beispiel die Jugendleiter*in-Card (JuLeiCa), die bundesweit anerkannt ist und wichtige Kenntnisse in Aufsichtspflicht, Gruppenpädagogik und Erste Hilfe vermittelt.

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Autor*in

Daniel
Daniel
Hey, ich bin der Kopf hinter dem Jugendleiter-Blog und war über zehn Jahren in der Jugendarbeit aktiv, habe viele Jahre einen Verband geleitet und blogge hier seit mehr als 15 Jahren über meine Erfahrungen aus mehr als 100 Freizeittagen und 200 Gruppenstunden. Du findest hier fertige Gruppenstunden, Spiele, Freizeit-Ideen und mehr von mir. Die besten Spiele und Ideen sind als Bücher erschienen.